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Bis zu eine Stunde Warten für diesen Monent: Kurat Hans Schweiger (r.) erteilt Gläubigen an Weihnachten in Birkenstein den Christkindlsegen.

Christkindlsegen Birkenstein

Weihnachten zum Anfassen

Birkenstein - Der Christkindlsegen in Birkenstein sorgt seit 26 Jahren dafür, dass die Botschaft von der Geburt des Gottessohns greifbar wird. Für zahlreiche Christen ist ein Besuch in der Kapelle daher ein liebgewonnener Brauch in der Weihnachtszeit.

300 bis 400 Gläubige sind es jedes Mal, die die raren Gelegenheiten zum Christkindlsegen in Birkenstein wahrnehmen: An jedem Feiertag und jedem Sonntag zwischen Weihnachten und Heilig Drei König bekommt dort in der Wallfahrtskapelle jeder einzelne – ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, ob Katholik oder nicht – das Heilige Kind, vielmehr eine aus Holz geschnitzte Skulptur des Jesuskindes, in die Hände gelegt. Dazu spricht Kurat Hans Schweiger den dazugehörigen Segen: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden.“ (Joh. KapI, 12)

Der Segen und das Halten der Skulptur dauert vielleicht 30 Sekunden, aber dennoch ist die Zeremonie für viele etwas ganz Besonderes. „Das ist immer mein ganz persönlicher Weihnachtsmoment“, erzählt eine Gläubige, als sie am Ersten Weihnachtsfeiertag für die Andacht ansteht, die dem Segen voran geht. Vor Jahren sei sie zufällig hier gewesen, habe allein in der Kapelle gebetet. Da sei der damalige Kurat gekommen und habe ihr einfach das Kind in die Hände gelegt, weil er wohl spürte, dass das für sie das Richtige und Stimmige gewesen sei. „Diesen Moment werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, sagt sie und kommt deshalb seither jedes Jahr wieder. Dann ganz offiziell, um in der Kapelle zu beten, zu singen und zu danken. Manchmal auch davor, wenn der Andrang groß ist.

„Eine Anmeldung braucht es nicht, man kann einfach kommen“, sagt Kurat Schweiger, „das ist ein niederschwelliges Angebot.“ In der kurzen Predigt wird er sagen, dass damit die Weihnachtsbotschaft greifbar gemacht werde, während man sonst die Glaubensinhalte eben nur zu hören bekommen würde. „Das ist Weihnachten zum Anfassen“, sagt er erfreut und gesteht, wie sehr es ihn beglückt, wenn er dabei in die Gesichter der Erwachsenen und Kinder schaue und ihnen mit dem Segen persönlichen Zuspruch zukommen lasse.

„Es ist überhaupt eine festliche Stimmung“, betont Mesnerin Schwester Eresta mit Blick auf die Stille der Gläubigen, die sich zur Orgelmusik sammeln. Auch die Wartezeit von bis zu einer Stunde habe etwas für sich, um sich innerlich zu öffnen und sich darauf vorzubereiten, an der Kraft Gottes teilhaben zu dürfen, erklärt die Ordensfrau. Den Christkindlsegen gäbe es sonst nirgends. Von Anfang an sei er gut bei den Gläubigen angekommen.

Der Christkindlsegen in Birkenstein findet jeweils im Anschluss an die Andacht um 14 Uhr am 29. Dezember sowie am 1.,5. und 6. Januar statt.

Alexandra Korimorth

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