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Gibt Entwarnung: Gerhard Kinshofer hier beim Inspizieren eines Nistkasten in Bergham.

LBV-Kreisvorsitzender im Interview

Wie verkraften Vögel die Wetterkapriolen, Herr Kinshofer?

Landkreis - Frühlingshafte Temperaturen an Fasching, Kälteeinbruch im März. Bringt das den Biorhythmus der Vogelwelt durcheinander? Gerhard Kinshofer verrät's.

Das Wetter schlägt zurzeit Kapriolen. Nachdem die ersten Krokusse schon wieder verblüht sind, lag zuletzt wieder lange Schnee. Bringen die häufigen Temperaturwechsel die Vögel durcheinander? Wir haben bei Gerhard Kinshofer, Kreisvorsitzender im Landesbund für Vogelschutz, nachgefragt. 

Herr Kinshofer, wir hatten einen milden Winter und erst spät im vergangenen Jahr Minustemperaturen, im Januar war es frühlingshaft warm, und dann kam nochmal Schnee. Ist das schlimm für die Vogelwelt? 

Eigentlich nicht, denn die Vögel sind an solche Schwankungen angepasst. Wir Menschen können ihnen allen helfen – auch den Staren, die ja jetzt schon wieder da sind -, wenn wir ein bisschen zufüttern. Aber Schaden nehmen die Tiere keinen. 

Man hört sie ja jetzt schon wieder fleißig singen. Werden sie auch früher zu brüten anfangen, wenn es so warm ist? 

Nicht, solange es nachts kalt ist. Da balzen die Vögel zwar und bauen ein bisserl am Nest, aber das hört dann auch immer wieder auf. Da muss man sich keine Sorgen machen. 

Wenn wirklich mal während der Jungenaufzucht ein Kälteeinbruch kommt, was können wir Menschen dann für die Vögel tun? 

Auch dann gilt, dass ihnen Futter durch die kalte Zeit hilft. 

Früher hieß es doch, dass Fettfutter während dieser Zeit schadet, weil es schlecht für Jungvögel ist? 

Das ist mittlerweile überholt. Heute wissen wir, dass die Altvögel nichts Falsches an ihre Jungen verfüttern. Sogar wenn im Juni die Schafskälte kommt und fast keine Insekten mehr unterwegs sind, sammeln die Vögel alles an Kleingetier, das sie noch finden, für ihre Aufzucht und fressen selbst etwas anderes. Wir Menschen können ihnen also bedenkenlos Futter anbieten. Wichtig ist nur, dass es absolut sauber ist.

Christine Merk

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