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Das ehemalige Caritas-Areal füllt sich langsam mit neuem Leben.

Wohnungen im Hundhamer Caritas-Areal

Droht hier ein Glasscherbenviertel und Getto?

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Fischbachau - Braucht das ehemalige Caritas-Areal einen Quartiersmanager, der einer möglichen Gettoisierung vorbeugt? Völlig überzogen, urteilten die Fischbachauer Gemeinderäte in ihrer Sitzung. 

Ein knappes halbes Jahr liegt der Kauf des ehemaligen Caritas-Areals zurück. Seither ist viel passiert in der „Bürgersiedlung Hundham“, wie das Ensemble inoffiziell genannt wird. Seit rund einem Monat sind die teils barrierefreien Wohneinheiten – mit Ausnahmen – vermietet. Lediglich die drei größten Wohnungen zu je 100 Quadratmetern sowie eines der drei kleineren Häuser (60 Quadratmeter) warten noch auf eine Nutzung.

Erstere hätten sich laut Bürgermeister Josef Lechner wohl als etwas ungünstig geschnitten herausgestellt. Nur ein Kinderzimmer sei potenziellen Mietern schlicht zu wenig. Was eine Vermietung des Hauses anbelangt, wolle man sich momentan noch etwas zurückhalten, sagte Lechner im Gemeinderat. Schließlich wisse man derzeit nicht, wie sich die Flüchtlingssituation weiter entwickeln werde.

Haslinger-Naß:  „Ein Glasscherbenviertel darf nicht entstehen“

Gekauft hatte die Gemeinde das Areal, um Menschen in schwierigen Lebenslagen oder solchen mit wenig Geld attraktiven Wohnraum anbieten zu können. Der Kommune sollte so auf Jahre der soziale Druck genommen werden. Zuletzt machten sich die Verantwortlichen in der Gemeinde Gedanken darüber, wie man ein reibungsfreies Zusammenleben der Menschen in der Siedlung erreichen kann. Die jetzige Belegung funktioniere zwar erfreulicherweise problemlos, berichtete Lechner. Theoretisch könnten aber – etwa bei einem Bewohnerwechsel – Konflikte entstehen.

Genau hier setzt das sogenannte Quartiersmanagement an, das Beate Haslinger-Naß den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung vorstellte. „Wesentliche Aufgabe eines Quartiermanagers ist es, Brückenbauer zu sein“, betonte die Caritas-Kreisgeschäftsführerin. Es gehe darum, ein Quartier zu schaffen, in dem die Menschen „gerne und gut miteinander wohnen und wo man aufeinander schaut“. Ein Quartiersmanager fungiere hier als Ansprechpartner in allen möglichen Fragen. Er helfe mit, eine intakte Gemeinschaft zu etablieren, und unterstütze bei etwaigen Konflikten. „Denn ein Glasscherbenviertel darf nicht entstehen“, sagte Haslinger-Naß.

Sozialanalyse für Hundhamer Siedlung kostet 15.000 Euro

Vizebürgermeister Andreas Auracher (CSU) konnte der Idee wenig abgewinnen. Die Gefahr einer Gettobildung schätze er als recht gering ein. Auch sei die Wohnqualität in der Siedlung nicht mit der in großen städtischen Wohnblöcken zu vergleichen. „Die, die jetzt drin sind, fühlen sich wohl und brauchen keinen Manager“, sagte er. Josef Obermaier (CSU) sah es ähnlich. Ein Management für die Siedlung halte er für „überzogen.“ Thomas Kantenseder (FaB) konnte in Hundham keinen sozialen Brennpunkt erkennen. „Ich kann nicht in jede Siedlung jemanden schicken, der die Nachbarschaft fördert.“ Einstimmig lehnte das Gremium ein Quartiersmanagement ab.

Wesentlich reizvoller fanden einige Räte da schon die Idee, eine umfangreiche und professionelle Sozialraumanalyse für das gesamte Gemeindegebiet erstellen zu lassen. Daraus lassen sich Trends für die Zukunft ableite, etwa die Bevölkerungsentwicklung und den daraus resultierenden Bedarf an Wohnraum. Auch die Caritas hatte die Durchführung einer solchen Analyse angeboten – allerdings lediglich für die Siedlung in Hundham. Kostenpunkt: rund 15 000 Euro. „Für die ganze Gemeinde haben wir dann wahrscheinlich den Faktor vier oder fünf“, schätzte Lechner. Mit zehn zu acht Stimmen votierten die Räte dafür, Angebote einzuholen. In einer der nächsten Sitzungen sollen diese vorgestellt werden.

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