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Gute Nachrichten hatte Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer (l.) bei der Bürgerversammlung im Trachtenheim zu verkünden. Die Kassen sind voll.

Bürgerversammlung

Zehn Millionen Euro für die Straßen

Irschenberg - Irschenberg geht es gut – auch finanziell. Das Geld kann die Gemeinde aber auch gut gebrauchen, wie Bürgermeister Hans Schönauer bei der Bürgerversammlung verkündete. Vor allem für den Straßenbau.

Bürgermeister Hans Schönauer ist zufrieden. Seine Kommune ist finanziell gut gerüstet. Irschenberg könne seine Pflichtaufgaben erfüllen, ohne Kredite aufnehmen zu müssen, verkündete Schönauer nun bei der Bürgerversammlung im Trachtenheim. Auch dank eines Haushaltsüberschusses von 1,27 Millionen Euro, den die Gemeinde 2015 erwirtschaftet hat.

Vor einem Jahr war die finanzielle Lage weniger rosig gewesen. Ein ortsansässiges Unternehmen hatte Steuerschlupflöcher genutzt. Niedrige Einnahmen bei der Gewerbesteuer waren die Folge. Dieses Tief sei überwunden, betonte Schönauer. Steuernachzahlungen spülten dreimal mehr in die Kassen als im Jahr zuvor. Haupteinnahmequelle ist und bleibt die Gewerbesteuer. Über die Jahre siedelten sich mehr und mehr leistungsstarke Betriebe in Irschenberg an. Tendenz steigend, prognostizierte Geschäftsleiter Josef Bögl und erwähnte das Gewerbegebiet Salzhub, in dessen Erschließung heuer 200 000 Euro investiert werden.

Irschenberg ist eine der am dünnsten besiedelten Gemeinden des Landkreises – und hat dennoch ein dichtes Straßennetz. Rund 100 Kilometer durchziehen die Gemeinde. Und die wollen erhalten werden, wie Schönauer betonte. 50 Prozent seien sanierungsbedürftig. Etliche Straßen müssten verbreitert und stabilisiert werden, um den Anforderungen moderner Fahrzeuge zu genügen.

Wie eine Welle sei der gewaltige Investitionsstau auf die Gemeinde zugerollt, sagte der Bürgermeister. Größter Kostenfaktor 2016 ist somit der Straßenbau. Dank der günstigen finanziellen Lage der Gemeinde sei es möglich, das Thema nun anzupacken, meinte Bögl.

Eine Sisyphos-Aufgabe, schilderte Bauhofleiter Josef Seidl. Denn allein in den kommenden fünf Jahren müssten ganze 56 Kilometer Straße dringend saniert werden. Kostenfaktor: rund zwei Millionen Euro pro Jahr. Steuererhöhungen müssten die Bürger jedoch nicht befürchten, betonte Schönauer. Die Gemeinde werde dafür staatliche Fördertöpfe anzapfen.

Zweitgrößte Investition 2016 nach dem Straßenbau ist der Bau von Wohneinheiten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (wir berichteten). Belastet werde das Gemeindesäckel dadurch kaum, so Schönauer. Kostenträger sei die Regierung von Oberbayern, Pächter das Kinderdorf. Sollten Flüchtlinge die Wohnungen nicht mehr benötigen, könnten sie anderweitig genutzt werden. Laut Schönauer ist das eine Chance, um an günstigen Wohnraum für Familien zu kommen.

Überhaupt: In Irschenberg gehe es vorwärts. Deutschland inklusive Irschenberg gehe es besser als je zuvor. Leider sei mit materiellem Wohlstand nicht die Zufriedenheit gestiegen. Das Land sei „übersät von Besserwissern“. Es lebe jedoch nicht von Besserwissern, sondern von Bessermachern, appellierte Schönauer an die 80 anwesenden Bürger und verwies auf das ehrenamtliche Engagement und den „unbändigen Zusammenhalt von Jung und Alt“ als Motor Irschenbergs.

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