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DAV und BN ziehen Klage zurück

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Der Speichersee am Sudelfeld nimmt Formen an. © tp

Bayrischzell - Bund Naturschutz und Deutscher Alpenverein werden ihre Klage gegen den Ausbau der Beschneiungsanlagen am Sudelfeld nicht weiterfolgen. Grund sind die geringen Erfolgsaussichten.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte am 19. August eine Beschwerde des BN  und des DAV gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts München vom 3. Juni, keinen Baustopp anzuordnen, zurückgewiesen. Das war das letzte Rechtsmittel, um doch noch eine vorzeitige Einstellung der laufenden Baumaßnahmen für die Ausweitung der künstlichen Beschneiung am Sudelfeld zu erreichen. Das Hauptverfahren, in dem BN und DAV gegen den Ausbau der Beschneiungsanlagen geklagt hatten, ist damit zwar noch nicht entschieden. Die beiden Organisationen werden es allerdings vor dem Hintergrund der abgewiesenen Beschwerde und entsprechend fehlender Erfolgsaussichten nicht weiter betreiben. Das gaben sie am Donnerstag in München bekannt.

„Wir bedauern die Entscheidung des Gerichts ausdrücklich“, sagte BN-Vorsitzender Hubert Weiger. „Mit dem Ausbau der Beschneiungsanlage am Sudelfeld wird ein völlig falsches Signal für die Entwicklung des Alpenraumes gesetzt, da damit kurzfristigen ökonomischen Interessen der Vorrang vor dem Schutz und der Erhaltung der gerade durch den Klimawandel besonders bedrohten Alpenlandschaft eingeräumt wird.“ DAV-Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig forderte vor diesem Hintergrund: „Mehr denn je brauchen wir jetzt eine noch breitere öffentliche Debatte über die touristische Entwicklung der gesamten bayerischen Alpen.“

Vor Gericht ist die Klage der beiden Umweltschutzverbände gegen den Ausbau der Beschneiungsanlagen nun gescheitert. Ein Erfolg war das Vorgehen von BN und DAV nach deren Einschätzung trotzdem: Zum einen sei das Ende des Beschneiungszeitraumes auf den 28. Februar vorverlegt worden, sodass es keine künstliche Saisonverlängerung gibt. Zum anderen sei aber vor allem noch nie zuvor so breit und so öffentlich über Sinn und Unsinn von künstlicher Beschneiung in den bayerischen Skigebieten diskutiert worden.

Was das Sudelfeld betrifft, so kann der Ausbau der Beschneiungsanlagen nun ungebremst weitergehen. Wenn alles nach Plan läuft und das Wetter mitspielt, wird die neue Anlage zur kommenden Wintersaison in Betrieb gehen können. Die Naturschutzverbände werden den Betrieb nach eigenen Angaben nun kritisch begleiten und sehr genau prüfen, ob die im Bescheid formulierten Auflagen und Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden. Gleiches gilt für die Frage, ob die angenommenen wirtschaftlichen Effekte für die Region tatsächlich eintreffen.

mm/sh

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