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Künftig können sich Winterausflügler wie Schneeschuhgänger Tom aus Taufkirchen auf dem Weg zum Rotwandhaus sicherer fühlen.

Sicher zum verschneiten Rotwandhaus

Bayrischzell stockt Lawinenkommission auf

Der Weg zum höchsten Punkt des Landkreises soll sicherer werden. Die Gemeinde Bayrischzell stockt deshalb die Lawinenkommission auf, die täglich nach dem Rechten sieht.

Bayrischzell – Der Aufstieg zur Alpenvereinshütte Rotwandhaus verläuft laut Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer über den Rotwandweg auf einem im Winter „sehr lawinengefährdeten Teilstück“. Dies berichtete der Bürgermeister im Gemeinderat. Darum sei auch die Kommune als Sicherheitsbehörde dafür zuständig. Der Gemeinderat beschloss nun einstimmig, zur täglichen Schneekontrolle drei zusätzliche Mitglieder bei der örtlichen Lawinenkommission aufzunehmen.

Kittenrainer schilderte die Situation: Hüttenwirt Peter Weihrer spurt im Winter zur Versorgung des Rotwandhauses die lawinengefährdete Straße mit seiner Pistenraupe. Dabei entsteht eine ungute Situation. Viele Wanderer würden denken, da die Strecke gespurt sei, können sie dort auch unbesorgt entlanggehen. Ein Irrtum. Kittenrainer: „In den vergangenen Jahren sind dort zweimal massive Lawinen abgegangen.“ Für die Gemeinde Bayrischzell sei es jedoch schwierig, diese gefährliche Stelle mit ihrer bestehenden Lawinenkommission abzusichern. Diese sei mit dem Betreuen der Sudelfeldstraße, dem Weg zum Sillberghaus und der Bahnstrecke mehr als ausgelastet. „Wir können nicht noch zum Spitzingsee hochfahren und von dort noch weiter zum Rotwandhaus hoch“, betonte Kittenrainer. 

Nach Gesprächen mit dem Landratsamt Miesbach sowie dem DAV als Eigentümer des Rotwandhauses beschloss die Gemeinde, die Lawinenkommission Bayrischzell aufzustocken und zur Überwachung vor Ort einzusetzen. Dafür werde jetzt Revierförster Bernhard Reisner beauftragt, der auch in der Lawinenkommission Schliersee tätig ist und direkt unterhalb des Rotwandwegs wohnt. Da die Kommission mit drei Mitgliedern besetzt sein muss, werden Reisner zusätzlich Hüttenwirt Weihrer und sein Mitarbeiter Florian Eigner unterstützen. „Das ist eine Lösung, um das Ganze auf sichere Füße zu stellen“, meint Kittenrainer. Während Reisner die Erfahrung für den Job schon mitbringt, werden Weihrer und Eigner alsbald den Lawinengrundkurs absolvieren. „Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, bei der es oft um Leben und Tod geht. Das darf nicht unterschätzt werden“, mahnt der Rathaus-Chef.

In Zukunft werden die drei Männer vom Spitzingsee den Rotwandweg im Winter auf die Lawinengefahr hin checken und die Lage in Rücksprache mit der Bergwacht einschätzen. Bei kritischer Schneelage kann die Gemeinde den Weg sperren. „Da sich die Verhältnisse gerade zum Frühjahr raus schnell ändern können, müssen sie täglich vor Ort geprüft werden“, ergänzte Geschäftsleiter Josef Acher. Damit werde der Tagesausflugsbetrieb des Rotwandhauses gesichert.

Daniel Wegscheider

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