Für Skitourengeher gibt es heuer ausgewiesene Routen im Spitzinggebiet. Foto: TP
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Für Skitourengeher gibt es heuer ausgewiesene Routen im Spitzinggebiet.

Zwei Klagen gegen Pistenverbot

Schliersee - Gegen das Pistenbetretungsverbot im Skigebiet am Spitzingsee liegen jetzt zwei Klagen vor. Sie kommen vom Deutschen Alpenverein.

Hanspeter Mair hat am Freitag umgesetzt, was er einige Tage zuvor bereits hatte anklingen lassen. Der für Hütten, Naturschutz und Raumordnung zuständige Bereichsleiter beim Deutschen Alpenverein (DAV) reichte beim Bayerischen Verwaltungsgericht in München eine Klage ein, die sich gegen das Pistenverbot für Skitourengeher im Spitzinggebiet richtet. Die Gemeinde Schliersee als unterste Sicherheitsbehörde hatte in diesem Jahr eine entsprechende Anordnung erlassen.

Allerdings nicht, um generell Tourengeher aus dem Skigebiet zu verbannen. „Im Gegenteil“, betont Geschäftsleiter Jörn Alkofer. „Tourengeher sind gern gesehen. Es kann aber für keinen Tourengeher ein Anreiz sein, dass es Anfeindungen von Skifahrern und Snowboardern gibt.“ Aus Sicherheitsgründen hat die Gemeinde in Absprache mit den Alpenbahnen Spitzingsee die Anordnung erlassen, die das Tourengehen auf Skipisten untersagt. Alkofer verweist darauf, dass es für Skitouren ausgewiesene Routen gibt. „Keiner ist ausgeschlossen“, sagt er. „Jeder wird zu seinem Ziel kommen.“

Aus Sicht von Mair ist diese Regelung jedoch rechtswidrig. Die Krux: Pisten müssen aus rechtlicher Sicht jedem zugänglich sein - es sei denn, Gefahren wie Lawinen oder Pisten-Präparation drohen. Dann kann eine Behörde gemäß dem Landesstraf- und Verordnungsgesetz sicherheitsrechtliche Gründe geltend machen, was die Gemeinde Schliersee getan hat. Der DAV zweifelt an diesen Gefahren, weshalb Mair als Privatperson nun eine Klage eingereicht hat, die der Alpenverein unterstützt. Zudem reichte ein Skitourensportler am Donnerstag aus dem gleichen Grund eine Klage ein (siehe Bayern & Region).

In Kürze soll es ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten geben. „Wir werden uns noch einmal zusammensetzen und die Positionen deutlich machen“, erklärt Alkofer. Wir, das sind die Gemeinde, die DAV-Sektionen, Bahnbetreiber und Vertreter der Skiwacht. Der Gemeinde und den Alpenbahnen Spitzingsee geht es um haftungsrechtliche Probleme. „Daran sind auch wir interessiert“, sagt Manfred Scheuermann vom DAV-Ressort Natur- und Umweltschutz. „Es soll aber ein Miteinander sein, ohne Sperrungen.“ Einige Skigebiete in Oberammergau und im Berchtesgadener Land sind Scheuermann zufolge Vorzeigebeispiele.

mla

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