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Packen kräftig an: (v.l) Kajetan Liedschreiber, Andreas Stadler und Max Liedschreiber beim behutsamen Abtransport eines Schranks aus dem Alten Pfarrhof.

Entrümpelung vor der Sanierung

Alles muss raus aus dem Rottacher Pfarrhaus

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Das alte Egerner Pfarrhaus bekommt eine Rundum-Sanierung. Aber erst mal muss alles raus. Das bedeutet viel Arbeit für Kirchenpfleger Kajetan Liedschreiber (52). 

Rottach-EgernSchränke aus den 70er-Jahren, alte Stühle und Tische, historische Bilder und jede Menge Geschirr: Das alte Egerner Pfarrhaus spiegelt das Leben der Kirchengemeinde wieder. Jahrzehntelang hat man hier Feste gefeiert, diskutiert, gespielt, gebastelt und gesungen. Jetzt ist das Haus in die Jahre gekommen. Das Ordinariat hat eine Generalsanierung bewilligt, für 3,5 Millionen Euro (wir berichteten). Aber bevor die Bauarbeiter anrücken, muss das gesamte Inventar verschwinden.

Jetzt hätte die Pfarrei eine Firma mit der Entrümpelung beauftragen können. Aber das war kein Thema. „Wir machen das alles ehrenamtlich, um Kosten zu sparen“, sagt Kirchenpfleger Kajetan Liedschreiber. Wir, das heißt in erster Linie: der Kirchenpfleger selbst und seine Familie. „Aber zum Glück haben wir Helfer, die bei Bedarf mit anpacken“, sagt Liedschreiber. Dabei sein müsse er aber ohnehin immer. Schließlich bedarf jedes Stück einer Entscheidung. Was passiert mit dem leicht verblichenen Schrank, taugt dieser und jener Stuhl noch? Was im neuen Pfarrhaus wieder zum Einsatz kommt, wird eingelagert. Zur Verfügung stehen Speicherräume im Kindergarten und diverse Depots. „Wir werfen die Sachen ja nicht weg“, meint Liedschreiber. Aber manches wird verschenkt.

Seit Oktober schon ist Liedschreiber mit dem Kehraus beschäftigt. „80 Prozent der Arbeit ist geschafft“, erklärt er. Eine alte Wohnung wurde aufgelöst, die Bücherei ist in den gemeindlichen Lesesaal umgezogen. Der Gospelchor und der Frauenbund bekommen ein Übergangsdomizil im Kindergarten. Für den Kirchenchor wird noch eine Unterkunft gesucht. Auch die Fahnenschränke der Ortsvereine benötigen ein neues Obdach. Liedschreiber hat inzwischen ein zeitliches Ziel gesetzt. „Ende März muss alles draußen sein“, meint er.

Wann die Bauarbeiten beginnen, ist noch nicht sicher. Als erstes steht ein Abriss an: Der Anbau des denkmalgeschützten Pfarrhofs verschwindet. An seiner Stelle entsteht der neue Pfarrsaal. „Wir müssen erst mal schauen, was der Winter macht“, erklärt Liedschreiber. So lange noch mit Schnee zu rechnen sei, warte man mit dem Abbruch. Und eine große Baustelle über Ostern wolle auch keiner. Vermutlich wird das Abrisskommando also erst nach den Feiertagen anrücken.

Bis der historische Pfarrhof wieder in neuem Glanz dasteht, ist Geduld gefragt. Die feierliche Wieder-Einweihung dürfte frühestens Ende 2018 erfolgen. Die Arbeiten müssen wegen des Denkmalschutzes sehr behutsam erfolgen, das alte Haus wird vorsichtig entkernt. Neben dem Saal für 100 Besucher entstehen ein neues Pfarrbüro an der Westseite, im hinteren Teil Jugendräume. An der Finanzierung beteiligt sich die Gemeinde Rottach-Egern mit 200 000 Euro, 150 000 Euro zahlt die Pfarrei aus eigener Tasche. Den Rest der 3,5 Millionen Euro teuren Sanierung übernimmt das Erzbischöfliche Ordinariat.

Die Honorierung des Kirchenpflegers fällt übrigens nicht ins Gewicht. 25 Euro erhält Liedschreiber pro Monat als Entschädigung. Das Geld spendet die Familie dann wieder. „Nach Afrika“, sagt der Kirchenpfleger. Zur Unterstützung einer Initiative gegen die Beschneidung von Frauen. Sein Einsatz für die Pfarrei lässt sich kaum in eine Summe fassen. Derzeit bleibt Liedschreiber wenig Freizeit: „Es gibt viel zu tun.“

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