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Die Künstlerin Ekaterina Zacharova mit den drei Schülerinnen Julia Bärtl, Christina Greifenstein und Michaela Schiffl vor einigen Werken des Bilderzyklus „Panta rhei – Komm mit!“.

Europäischer Bürgerpreis 2014

Auszeichnung für eine Gmunder Künstlerin

Gmund - „Panta rhei – Komm mit!“ hieß das Kunstprojekt, das die Gmunder Künstlerin Ekaterina Zacharova initiiert hat. Es wird nun mit dem Europäischen Bürgerpreis 2014 ausgezeichnet.

2012 reiste die Gmunder Malerin Ekaterina Zacharova durch europäische Metropolen, um die jeweiligen Energien und Stimmungen von Städten wie Athen, Barcelona, Lissabon, Moskau und München mit Ölfarben auf Leinwand zu bannen. Unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise entstand ihr höchst lebendiger, 24 Werke umfassender Bilderzyklus „Menschen in Europa“ – so jedenfalls lautete damals der vorläufige Arbeitstitel. Später bekam das Projekt den Namen „Panta rhei – Komm mit!“, und nun den Europäischen Bürgerpreis 2014.

Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Nach ihrer Reise stelle die Malerin ihren Bilderzyklus „Menschen in Europa“ Rosenheimer Jugendlichen zur Diskussion. Weil es für die Künstlerin im Jahr zuvor eine inspirierende Erfahrung gewesen war, dass Jugendliche ihre Gemälde kommentierten, diskutierten und einigen Bildern sogar Titel gaben, als sie in der Rosenheimer Innenstadt ihren Bilderzyklus „In aller Öffentlichkeit“ erschuf.

Unter der Federführung der Berufsschullehrerinnen Erika Körner-Metz und Gisela Berninger, der Schirmherrschaft der Europa-Abgeordneten Angelika Niebler und in Begleitung der Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer trafen sich dann im Rosenheimer Rathaus 33 Jugendliche, je drei Vertreter aus elf Schulen – darunter Gymnasien, Realschulen, eine Montessorischule, Berufsschulen aber auch eine Förderschule – zum politischen Kunstdiskurs beziehungsweise zum künstlerischen Politik-Diskurs.

Ihr Arbeitsauftrag lautete, demokratisch einen passenden Titel für den Werkzyklus zu finden. „Für mich als Künstlerin war es wichtig, die Barriere zwischen der Kunst und dem normalen Leben abzubauen. Kunst ist schließlich nichts Abstraktes und nicht nur für Galerien“, sagt Zacharova. Als Europäerin wollte sie mit dieser Diskussion die Barrieren im Kopf gegenüber den anderen europäischen Mitgliedsstaaten einreißen. „Unsere Idee war, einen europäischen Integrationsprozess auf Basis einer Auseinandersetzung über Kunst anzustoßen“, erklärt die Malerin das Projekt.

Das Ziel: Jugendliche gleichermaßen für Kunst und die Europäische Union zu begeistern. Etwa 20 Vorschläge und überdies Europas Errungenschaften und Probleme sowie die Vergangenheit und die Zukunft der Union seien heiß diskutiert worden. Von den Vertretern des Ignaz-Günther-Gymnasiums kam dann die Titel-Anregung „Panta rhei“. Das ist Griechisch und bedeutet „Alles fließt“. Obwohl es die europäische Situation natürlich genau getroffen habe, erschließe sich der Titel nicht jedem und sofort, befanden die Teilnehmer.

Und da „Panta rhei“ in der Abstimmung ebenso viele Stimmen wie das „Komm mit!“ der Philip Neri Förderschule erhielt, einigte man sich demokratisch drauf, beide Ideen zu fusionieren. „In der Verbindung ist ,Panta rhei – Komm mit!‘ ein positiver und dynamischer Titel, der sowohl intellektuell als auch herzlich ist. Damit waren wir sehr glücklich, und unter dem Titel war auch die dazugehörige Ausstellung des Bilder-zyklus ein großer Erfolg“, sagt Zacharova. „Es ist gelungen, junge Menschen für Europa zu interessieren und zu zeigen, wie sehr Kunst die Menschen verbindet. Sowohl Titel als auch das komplette Rosenheimer Schul-Kunst-Projekt jedenfalls beeindruckte die Jury des Europäischen Parlaments. Um das großartige Engagement zu würdigen und das innovative und beispielgebende Projekt zu fördern, werden die Beteiligten mit dem Europäischen Bürgerpreis 2014 ausgezeichnet.

Neben einer Medaille erhalten die Schüler, ihre Lehrerinnen und Zacharova eine Einladung zu zwei Preisverleihungen. Am 2. Februar reisen sie zu einem Empfang inklusive einer kleinen Auswahl an Gemälden aus dem „Panta rhei – Komm mit!“-Zyklus ins Europahaus nach Berlin, wo sie auch auf die anderen vier deutschen Gewinner-Teams treffen. Am 25. Februar geht es gemeinsam zur Preisverleihung nach Brüssel, wo dann rund 45Preisträger aus ganz Europa zusammenkommen.

Von Alexandra Korimorth

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