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Der bunte Modellballon von Lukas Lehnerer (15) hatte bei der zurückliegenden Tegernseer Tal Montgolfiade seinen ersten großen Auftritt.

Lukas (15) erfüllt sich seinen Traum 

Vom Schifferlbua zum Ballonpiloten

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Für sein ungewöhnliches Hobby ist der 15-jährige Lukas aus Bad Wiessee Feuer und Flamme: Seit kurzem besitzt der Schüler seinen eigenen Modellballon. Jahrelang hatte er darauf hingespart.

Bad Wiessee – Die Begeisterung für Modellballone – die kleineren Verwandten der riesigen Heißluftballone – hat Lukas schon in Kindergarten-Tagen gepackt. Damals hatte der Modellballon-Pilot Jupp Hein anlässlich der Montgolfiade die Kinder besucht, um ihnen die Faszination der Gefährte näher zu bringen. Bei Lukas traf er den richtigen Nerv. Bis heute hat den 15-Jährigen die Leidenschaft für Modellballone nicht mehr losgelassen. Im Tegernseer Tal, weiß Lukas, stehe er mit seinem Hobby allerdings ziemlich alleine da. „Die meisten Modellballoner kommen eher aus dem Norden Deutschlands“, sagt er.

Zum Glück gab es also den passionierten Modellballoner Jupp Hein aus Meschede im nördlichen Sauerland. Er nahm Lukas an die Hand und half ihm schließlich bei der Verwirklichung seines Traums vom eigenen Modellballon. Allein die Hülle koste normalerweise um die 2000 Euro, weiß der junge Wiesseer. Für den Schüler – trotz diverser Nebenjobs – eigentlich unerschwinglich.

Der Ballon ist der ganze Stolz von Lukas. Er hat ihn sich selbst finanziert.

„Ich hab meinen deshalb gebraucht gekauft – das war ein richtiges Schnäppchen“, erzählt Lukas. Ein Bekannter Heins hat die Ballonhülle für den Nachwuchs-Piloten aus feuerfestem Stoff eigens zusammengenäht. „Wie einen Fleckerlteppich“, sagt Mama Heidi Lehnerer (48) und lacht.

So kam Lukas – der Bursche mit dem etwas schüchternen Lächeln – vor etwa drei Jahren zu seiner bunt gestreiften, etwa acht Meter hohen Ballonhülle. „Voriges Jahr hab ich dann den Korb dazu gekauft“, berichtet der 15-Jährige. 1300 Euro hat er dafür noch einmal locker gemacht. Das Geld verdiente er sich unter anderem als „Schifferlbua“ beim Bootsverleih Grieblinger in Bad Wiessee. Um in der Öffentlichkeit seinen Ballon selbstständig fahren lassen zu dürfen, fehlt Lukas jetzt nur noch eine Bescheinigung des Luftfahrtamtes. Doch die sei reine Formsache.

Denn mittlerweile hat Lukas seinen Modellballon bereits fest im Griff. Vieles hat er sich selbst beigebracht, vieles hat er sich von dem erfahrenen Modellballoner Hein abgeschaut. Vom Prinzip her funktioniert der Modellballon genauso wie der große Heißluftballon: Mit einem Propangasbrenner wird die Luft in der Hülle erwärmt, wodurch der Ballon steigt. Durch das Abkühlen der Luft sinkt er wieder zu Boden. Einzig in der Bedienung unterscheiden sich die Modelle von den „Großen“. Im Modellballon-Korb befindet sich neben den Gasflaschen noch eine Steuerbox, die die notwendige Technik beinhaltet, um den Ballon mit einer Fernbedienung vom Boden aus steuern zu können. Ist das nicht schwierig? Lukas winkt ab: „Ähnlich wie Fahrradfahren“, meint er lapidar.

Dass er selbst und sein Vater Wolfgang Lehnerer (50), ein Kfz-Mechaniker, technisch sehr versiert sind, kommt dem Hobby freilich entgegen. Das Aufrüstgebläse zum Füllen der Ballonhülle zum Beispiel haben die Beiden selbst gebaut. Die Anleitung dazu holten sie sich kurzerhand aus dem Internet. „Jetzt fehlt mir nur noch der Aufrüstbrenner“, sagt Lukas. Und auch hier wollen Vater und Sohn wieder selbst Hand anlegen und ihre eigene Konstruktion bauen.

Bei der zurückliegenden Tegernseer Tal Montgolfiade in seinem Heimatort hat Lukas bereits fleißig bei den Modellballonern mitgemischt. Ob er oft dazu Gelegenheit haben wird, seinen Ballon in Gesellschaft Gleichgesinnter aufzurüsten, ist derzeit allerdings noch unwahrscheinlich. Modellballonfahren sei hierzulande nicht sonderlich verbreitet, weiß die Familie. Doch wenn erst mal der Führerschein fürs Auto geschafft ist, wird es für Lukas und seinen Modellballon vermutlich kein Halten mehr geben.

gab

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