+
5G-Mobilfunk.

 Gemeinderat zeigt sich kritisch gegenüber 5G-Mobilfunk

Minister kassiert von Wiesseern Abfuhr

  • schließen

Mit der 5G-Technologie soll ein neues Zeitalter im Mobilfunk anbrechen. Bad Wiessee steht dem Ausbau des Mobilfunkstandards allerdings kritisch gegenüber und möchte Vorsicht walten lassen.

Bad Wiessee Ein bloßes Durchwinken von neuen Mobilfunkstandorten kommt für den Kurort nicht in Frage, wie der Gemeinderat jetzt beschloss.

Ein Auslöser dafür, dass das Thema „5G“ auf der Tagesordnung des Wiesseer Gemeinderats landete, war ein Schreiben von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger an alle bayerischen Bürgermeister. Darin bat der Minister die Rathaus-Chefs darum, die Ausbaubestrebungen und insbesondere die Standortsuche für Antennen für den Mobilfunkstandard 5G aktiv zu unterstützen. In Bad Wiessee kassierte der Minister eine Abfuhr. „Wir als Gesundheitsstandort sollten uns bei diesem Thema besonnen verhalten“, erklärte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Die Gesundheitsrisiken durch 5G-Sendeanlagen für Mensch und Tier sowie die Auswirkungen auf die Pflanzenwelt seien noch nicht ausreichend erforscht. Daher habe er dem Minister geantwortet, dass er seinem Wunsch, die Technologie vorbehaltlos zu unterstützen, nicht entsprechen könne, berichtete Höß.

5G-Mobilfunk: Bad Wiessee will über jeden Standort im Gemeinderat abstimmen

Im Gremium gab’s für diese Haltung Unterstützung. „Ich sehe das im Groben auch so“, erklärte CSU-Sprecher Kurt Sareiter. Der Brief an den Minister gehe für ihn in Ordnung. „Wir sollten so vorsichtig sein, wie es notwendig ist“, meinte Sareiter und sprach sich dafür aus, über jede Ansiedelung eines Mobilfunkstandorts einzeln im Gemeinderat abstimmen zu lassen. 

Sein Neffe Florian Sareiter, Bürgermeisterkandidat der CSU, sah die Angelegenheit nicht ganz so kritisch. „Der Gesundheitsstandort ist das eine, wir leben aber auch in einer touristischen Top-Destination“, gab Sareiter zu bedenken. Wenn die moderne Technik an der Gemeinde vorüber ziehe, sei das von Nachteil für die Unternehmen und Bürger. Dennoch war auch Sareiter dafür, mit den Entscheidungen über den künftigen 5G-Ausbau offen und transparent umzugehen. „Wir sollten uns nicht als technik-feindlich darstellen, nur als verantwortungsbewusst.“ Darüber hinaus forderte Sareiter, dass hier eine gemeinsame Marschroute des gesamten Tegernseer Tals angestrebt werde. „Wir sollen uns da talweit zusammentun.“

Kleine Interessengemeinschaft zu 5G schon gebildet

Markus Trinkl (Wiesseer Block), der sich nach eigenen Worten erst in jüngster Zeit genauer und kritischer mit dem Thema auseinander gesetzt hat, betonte mit Blick auf 5G: „Das ist wirklich eine kritische Sache, um die man sich mit Nachdruck kümmern sollte.“ In Bad Wiessee habe sich im Umfeld seiner Familie bereits eine kleine Interessengemeinschaft gegründet, die sich aktiv mit dem neuen Mobilfunkstandard und seinen Risiken beschäftigt. „Das ist keine Spinnerei, sondern eine ernst zu nehmende Sache.“

Birgit Trinkl baut Aparthotel in Bad Wiessee

Im Rahmen eines Beschlusses verpflichtete sich der Wiesseer Gemeinderat, „jedes Ansinnen von Telekommunikations-Unternehmen, das auf einen Ausbau des 5G-Netzes oder auch auf die Unterstützung für die Suche von künftigen Antennenstandorten abzielt, in öffentlicher Sitzung des Gemeinderats zu diskutieren“. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Auch interessant: Kosten-Explosion bei Abbruch des Jodbads

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier

gab

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das Tegernseer Tal hat einen neuen Polizeichef
Am Tegernsee gibt‘s einen neuen Polizeichef. Ab sofort leitet der 52-jährige Polizeihauptkommissar Thomas Heinrich die Dienststelle in Bad Wiessee. Das Einsatzgebiet ist …
Das Tegernseer Tal hat einen neuen Polizeichef
Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal will Schwaighofbucht der Natur überlassen
Per Bürgerbegehren will der Verein „Rettet den Tegernsee“ die Entschlammung der Schwaighofbucht durchsetzen, damit sie als Badestrand taugt. Jetzt hält die …
Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal will Schwaighofbucht der Natur überlassen
Umbau von Bastenhaus beginnt: Bald ziehen 50 Flüchtlinge ein
Schon seit Juni 2016 sollte das frühere Hotel Bastenhaus in Tegernsee als Flüchtlingsheim dienen. Doch es  steht noch immer leer. Jetzt endlich beginnen die …
Umbau von Bastenhaus beginnt: Bald ziehen 50 Flüchtlinge ein
Nach sechs Jahren Pause: Am Sonntag wieder großer Faschingszug in Gmund
Nur alle sechs Jahre steigt in Gmund das große Remmidemmi - und heuer ist es wieder soweit: Am Sonntag, 23. Februar, bringt ein Faschingszug die nördlichste Talgemeinde …
Nach sechs Jahren Pause: Am Sonntag wieder großer Faschingszug in Gmund

Kommentare