+
Aufgeräumte Ruine: Das Rettungszentrum gut zwei Monate nach der Katastrophe.

„Es werden Wunden in jeder Hinsicht bleiben“

Abgebranntes Rettungszentrum: So geht es den Verletzten heute

  • schließen

Vielen hallt die Explosion am 15. Februar im Wiesseer Rettungszentrum der Wasserwacht bis heute nach. Und die Folgen sind bis heute nicht ausgestanden - manche werden es vielleicht nie sein.

Wenn sich Robert Kießling dem Rettungszentrum am Hügelweg nähert, tut er das noch immer mit zwei weinenden Augen. Zu präsent ist nach wie vor der verheerende und folgenschwere Großbrand, den eine Explosion im Februar ausgelöst hatte.

Mehr als zwei Monate nach der Katastrophe beginnen die Wunden langsam zu verheilen, auch wenn in mancherlei Hinsicht noch Unklarheit herrscht. So sei ein für vorgestern anberaumter Termin mit der Versicherung kurzfristig abgesagt worden, weil ein Gutachten zur Statik des ausgebrannten Gebäudes aussteht. „Bevor das nicht vorliegt, tut sich nix. Darauf warten wir“, sagt Kießling.

Einige Zeit werden auch die Ermittlungen der Kripo noch in Anspruch nehmen. Das sei reine Routine und habe keineswegs damit zu tun, dass es „besonders kritisch ist, so Kießling. „Es scheint aber gesicherter Sachstand zu sein, dass die Schweißarbeiten an einem Boot die Explosion ausgelöst haben.“

Auch interessant: Die Katastrophe zum Nachlesen im Minutenprotokoll mit allen Infos, Bildern und Links.

Einen Schritt weiter ist man hingegen bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge und Boote. „Da sind wir bereits dran, es besteht aber noch immer eine beachtliche Finanzierungslücke, weil die Versicherung ja nur den Zeitwert ersetzt“, sagt der Geschäftsführer. Da die Fahrzeuge jedoch „nicht von der Stange sind“, wird deren Herstellung ebenfalls noch einige Zeit dauern. Hoffnung besteht auch hinsichtlich der Heizung im Bodenkern, die das Flammeninferno womöglich gut überstanden hat und noch funktionstüchtig ist.

„Es werden Wunden in jeder Hinsicht bleiben“

Optimistisch stimmt Kießling zudem, dass einige der von Ruß und Rauch kontaminierten Ausrüstungsgegenstände in anderen Gebäudeteilen noch brauchbar sind. Ganz besonderen Anlass zur Freude gibt ferner der Gesundheitszustand der beiden Wasserwacht-Mitarbeiter, die bei dem Unglück schwere Brandverletzungen davontrugen. Sie seien guten Mutes und machten Fortschritte, lässt Kießling wissen. Dennoch: „Es werden Wunden in jeder Hinsicht bleiben.“

Wann das Gebäude indes wieder bezugsfertig sein wird, ist noch unklar. Kießling: „Herbst wäre unser Wunsch. Und das ist durchaus auch realistisch.“

ah

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde
Seine Frau leidet unter Depressionen, er kann nicht mehr schlafen. Der Grund: Kuhglocken auf der Weide. Aber es geht ihm auch um die Kühe selbst - die seien …
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde
Wie diese Burschen aus Tegernsee ein Silicon Valley machen wollen
Ein alter Haudegen und vier Youngsters wollen das Tegernseer Tal zum deutschen Silicon Valley machen. Mit ihrer künstlichen Intelligenz Harvey X. Das ist ihr kühner Plan:
Wie diese Burschen aus Tegernsee ein Silicon Valley machen wollen
Beim einparken - Mann rutscht Hang hinunter
Die Feuerwehr Tegernsee rückte am Sonntagabend zu einem Großeinsatz aus. Ein verlor beim Einparken die Kontrolle über sein Auto, durchbrach ein Gitter und rutschte eine …
Beim einparken - Mann rutscht Hang hinunter
Wiesseer Seefest: Ausweichtermin kommt gut an
Einen entspannten Abend verbrachten die Gäste auf dem Wiesseer Seefest. Nicht nur wegen des Unwetters am Freitagabend hatte sich der Ausweichtermin als goldrichtig …
Wiesseer Seefest: Ausweichtermin kommt gut an

Kommentare