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Beim Abschiedsfest im Gasthof zur Post bedankte sich Barbara Kohlschmid, die einige Zeit Hausleiterin im Haus Rheinland war, unter anderem bei Padina Domistru von der Security. Das Haus wird weiter von Flüchtlingen bewohnt werden, nicht mehr aber von Minderjährigen. 

Abschiedsfest in Bad Wiessee

Wechsel im Haus Rheinland: Aufbruch mit Wehmut

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Bad Wiessee – Zum Abschied gab’s kleine Präsente und viele Dankesworte: Zehn minderjährige Flüchtlinge, die im Haus Rheinland ein Zuhause auf Zeit gefunden hatten, wohnen inzwischen in anderen Heimen.

Von Abschied wollte Robert Wein, Jugendamtsleiter am Miesbacher Landratsamt, bei dem kleinen Fest im Wiesseer Gasthof Zur Post eigentlich nicht reden. Wie berichtet, hat das Amt vergangene Woche zehn minderjährige Flüchtlinge vom Wiesseer Haus Rheinland ins Wohnheim der Arbeiterwohlfahrt in Neuhaus und Unterkünfte der Miesbacher Caritas verlegt. „Aber es sind alle im Landkreis geblieben“, meinte Wein. Und der sei nicht groß, gemessen an der Entfernung zu den Herkunftsländern der Jugendlichen – Afghanistan, Syrien, Somalia. Wer im Wiesseer Fußballverein oder beim Cricketclub trainiere, könne dies auch weiter tun. „Das lässt sich mit einer Fahrkarte lösen“, erklärte Wein. Es könne auch mal ein Betreuer fahren.

Wehmut kam bei der vorweihnachtlichen Feier trotzdem auf. Stefan Hagn, Geschäftsführer des Vereins für Jugend- und Familienhilfe, hatte die Bewohner des Hauses Rheinland, Betreuer und ehrenamtliche Helfer eingeladen. Für den Verein sei es „eine Ehre und eine Freude“ gewesen, die 22 Jugendlichen im Haus Rheinland zu betreuen. Das Engagement des Vereins endet jetzt auch nicht. Von den 22 jungen Menschen, die eineinhalb Jahre lang im Haus Rheinland betreut wurden, sind zwölf nun volljährig und bleiben. Mit der ganztägigen Betreuung im Haus ist für sie nun Schluss, aber Hagns Verein kümmert sich im Auftrag des Landratsamts weiter um die jungen Erwachsenen – ambulant. So lobte Hagn denn auch die gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Kritik an der Verlegung wurde bei der Feier nicht laut. Auch wenn es den Betreuern und den ehrenamtlichen Helfern schwerfiel, sich zu verabschieden.

Plötzlich kam die Umsiedlung aber nicht, wie Wein klar machte. Seit drei Monaten sei dies schon geplant. „Und es ist zum Wohle aller.“ Die zehn Minderjährigen würden jetzt in Heimen betreut, die allen Standards genügen. Im Haus Rheinland war das nicht ganz der Fall. Da 2015 so viele Flüchtlinge ins Land kamen, mussten auf die Schnelle Unterkünfte entstehen, auch für Minderjährige. Da kam es gelegen, dass die Gemeinde ihr neu erworbenes Haus Rheinland anbieten konnte. Der Betrieb lief bestens, entspricht aber nicht allen Vorschriften, die für die Betreuung von Minderjährigen gelten. Nun, da der Zustrom abgeebbt ist, hat das Jugendamt die Strukturen geordnet. Das Wohl der jungen Menschen liege ihm sehr am Herzen, sagt Wein: „Und ich kenne sie auch alle.“

Bürgermeister Peter Höß verabschiedete die jungen Flüchtlinge herzlich. Sein Appell: Sie mögen Verantwortung zeigen und ihre Chance auf Ausbildung nutzen, als Grundlage einer Zukunft hier oder auch im Herkunftsland.

Das Haus Rheinland wird sich schnell wieder füllen. Nachdem die Traglufthallen in Rottach-Egern und Holzkirchen aufgelöst werden, ziehen erwachsene Flüchtlinge ein. Die Rede ist von 16. Weil mehr Plätze gebraucht werden, sucht das Landratsamt nach weiteren Unterkünften. Und im Haus Rheinland wird sich die Gemeinschaft neu bilden müssen – ohne Rundum-Betreuung. Dank dieser hatte es dem Wiesseer Polizei-Chef Wilhelm Sigel zufolge nach ersten Turbulenzen keine Zwischenfälle gegeben. „Jetzt“, meinte Sigel, „muss sich das neu finden.“

jm

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