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Abwinkler Hof: Pläne kommen gut an

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Der Abwinkler Hof wird umgebaut.
Der Abwinkler Hof wird umgebaut. © archiv sts

Die Firma Patrono-Projekt will den Abwinkler Hof entwickeln und hat im Bad Wiesseer Gemeinderat ihre Pläne vorgestellt. Die wurden als „sehr gefällig“ beurteilt.

Bad Wiessee – Ende des Jahres 2020 hat die Bauträger-Firma Patrono-Projekt mit Sitz in Grünwald den Abwinkler Hof samt dem angegliederten, unter Denkmalschutz stehenden Fischerhäusl und dem Umgriff erworben. Das Anwesen hat eine lange und wechselvolle Geschichte. So war eine renommierte Hotelfachschule darin untergebracht, dann wurde es gastronomisch genutzt und diente als Unterkunft für Mitarbeiter des Medical Park. Doch wie sehen die Pläne des neuen Eigentümers aus? Das Thema stand jetzt als wohl gewichtigster Punkt auf der Tagesordnung des Wiesseer Gemeinderats.

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Abwinkler Hof: Pläne kommen gut an

Patrono-Geschäftsführer Alexander Khayat war persönlich anwesend, ebenso die Architekten. Wie stark das Interesse der Öffentlichkeit an dem Vorhaben ist, zeigten die voll besetzten Zuhörerplätze im Sitzungssaal. Architekt Christof Lampadius stellte zu Beginn die Pläne vor.

Vorab hätten sowohl mit der Gemeinde als auch mit den Nachbarn mehrere Gespräche stattgefunden, erklärte er. Dass sowohl das Mittelgebäude als auch das denkmalgeschützte Fischerhäusl erhalten bleiben und kernsaniert werden sollen, war auf Nachfrage unserer Zeitung vorab bekannt geworden (wir berichteten).

Die übrigen Gebäudeteile sollen abgerissen werden, um dann drei neuen Gebäuden Platz zu machen, in denen Ferienwohnungen untergebracht werden sollen. Es solle jedoch im Gegensatz zum jetzigen Engstand eine lockere, luftige Bebauung des Grundstücks erzielt werden, erklärte Lampadius. Ziel des neuen Ensembles sei vor allem, die „schönen Teile“, besonders das Denkmal, wieder hervorzuheben und sichtbarer zu machen. In diesem Zusammenhang habe es bereits Gespräche über die Pachtung zweier kleinerer Gemeindegrundstücke auf dem Areal gegeben.

Gastronomie soll wieder Einzug halten

Neben der Installation von Ferienwohnungen soll aber auch die eigentliche Bestimmung des Abwinkler Hofs, die Gastronomie, wieder Einzug halten. So soll das Mittelgebäude in Teilen wieder einer Nutzung als Gasthaus zugeführt werden, zusätzlich aber auch für Ferienwohnungen genutzt werden. Auch das Erdgeschoss des Fischerhäusls soll der Bewirtung von Gästen dienen, das Obergeschoss weitere Ferienwohnungen beherbergen. Außengastronomie inklusive Kinderspielplatz ist in der Planung ebenfalls vorgesehen. Außerdem sind eine Tiefgarage mit Ausfahrt zur Ringbergstraße sowie zusätzliche Außenstellplätze geplant. Die Höhe der drei neuen Gebäude werde sich an den Nachbargebäuden orientieren, erklärte der Architekt. Optisch wolle man sich mit Holzbauten einer tegernseetypischen Architektursprache bedienen: „Es werden tolle Gebäude, die Identität schaffen.“

Als „sehr gefällig“ beurteilte Grünen-Gemeinderat Karl Schönbauer das geplante Ensemble, wollte zugleich aber wissen, welche Form der energetischen Versorgung geplant sei. Neben der Erwägung von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern bestünde die Überlegung, ein kleines Blockheizkraftwerk an der Garageneinfahrt einzurichten, sagte Lampadius. Eventuell wäre auch eine Einbindung der Nachbarn möglich. Die Einflussmöglichkeit der Gemeinde durch Einbeziehung von gemeindeeigenen Grundstücken sah Florian Sareiter (CSU) als großes Plus. Er begrüßte die Pläne zur Wiederbelebung der Gastronomie ebenso wie die Nutzung als Ferienwohnungen. „Es ist für den Ort ganz wichtig, dass hier das Richtige passiert“, unterstrich Bernd Kuntze-Fechner (SPD), der das Vorhaben für unterstützbar hielt. Wichtig sei besonders die Beibehaltung der Gastronomie.

Mit Blick auf die Geschichte der Nachbarbebauung, der Tegernsee-Villen, fragte Rolf Neresheimer (FWG), ob die Bauhöhe kritisch werden könnte, was Bauamtsleiter Anton Bammer aber verneinte. Schließlich wurde dem Vorbescheidsantrag einstimmig grünes Licht erteilt.

von Stefan Gernböck

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