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Mit Geschichte, aber ohne Zukunft : Das Hotel Lederer, das Jodschwefelbad, das Ha us des Gastes und das Hotel Wittelsbach müssen neuen Plänen weichen.

Abrisse und neubauten in Bad Wiessee

Achtung Wiesseer: Diese Baustellen nerven Sie im Jahr 2017

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Bad Wiessee – Vor dem Aufbau kommt der Abbruch: Ende 2017 könnten gleich vier markante Gebäude verschwinden: Jodschwefelbad, Haus des Gastes, Hotel Lederer und Hotel Wittelsbach.

Eigentlich hätte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) die Planung fürs Sahne-Grundstück an der Seepromenade gerne vor Weihnachten eingetütet. Heißt: den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Gleich darauf wollte er gemeinsam mit Thomas Strüngmanns Projektentwickler Thomas Maier die Bürger zu einem Info-Abend einladen. Daraus wird nichts. „Wir brauchen noch etliche Fachgutachten“, erklärt Höß. Somit verschieben sich Gemeinderatsbeschluss und Bürger-Abend ins nächste Jahr.

Die Grundzüge der Planung stehen. Im Juni wurde ein Entwurf präsentiert. Er sieht ein Luxushotel mit rund 210 Betten im Vier- oder Fünf-Sterne-Bereich vor, aber auch Läden, Büros und Wohnungen. Unklar ist, in welchem Verhältnis. Und welche Art von Läden dort Platz finden sollen. „Dazu brauchen wir ein Einzelhandelsgutachten“, erklärt Höß. Umstritten ist vor allem der Wohnungsbau. Den hatte die Gemeinde Investoren an dieser Stelle immer verwehrt. „Aber ohne Wohnungen ist das Ganze nicht wirtschaftlich. Und wir können es Herrn Strüngmann nicht zumuten, etwas Unwirtschaftliches zu realisieren“, meint Höß.

Unternehmer Thomas Strüngmann hat das Areal an der Wiesseer Seepromenade für seine vier Kinder gekauft. Die Flächen zu vereinen, kostete ihn viel Zeit, Energie und Geld. Jetzt gehören der Familie Strüngmann das ehemalige Spielbank-Grundstück mit dem Haus des Gastes, das Hotel Wittelsbach und das Hotel Lederer. Das Wittelsbach wird von den früheren Eigentümern, der Familie Krippner, noch betrieben. So lange, bis das Abrisskommando kommt. Die gesamte Fläche, 30 000 Quadratmeter in Bestlage am Seeufer, wird völlig neu entwickelt. Wie genau, das hängt auch von den Erkenntnissen der Gutachten ab, die noch ausstehen: zum Verkehr, zur Wirtschaftlichkeit, aber auch zur Hochwassergefahr. Das alte Hotel Lederer wurde 2013 überschwemmt. Der Neubau entsteht nun deutlich weiter vom Ufer abgerückt. Die reizvolle Uferspitze, die jetzt noch zum Hotelgelände gehört, bleibt frei. „Wir bekommen eine großartige Seepromenade“, erklärt Höß.

Er rechnet damit, dass der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan im Januar fasst. Kurz darauf soll dann auch der Info-Abend für die Bürger stattfinden. Mitte 2017 dürfte der Bebauungsplan rechtsgültig sein – was bedeutet, dass der Investor loslegen kann. Projektentwickler Maier von Strüngmanns Familienbüro Athos hatte schon im Juni erklärt, 2018 solle Baubeginn sein. Das gilt weiterhin.

Im Herbst 2017 ist demnach mit dem Abriss aller Bauten zu rechnen, die der Strüngmann’schen Planung am Seeufer im Wege stehen: Das sind das alte Hotel Lederer, das Haus des Gastes und das Hotel Wittelsbach. Ebenfalls im Herbst wird auch das nicht weit entfernt liegende Jodschwefelbad-Areal abgebrochen. Eigentlich hätte der Abriss im Januar beginnen wollen, wurde aber kurzfristig in den Oktober verschoben. Auf dem Areal plant das Unternehmen Sports Medicine Excellence group (SME) ein Gesundheitshotel mit OP-Trakt und Personalhaus.

Es sind große Projekte, die in Bad Wiessee noch viel Staub aufwirbeln werden. Höß ist daran gelegen, die Planung mit Bedacht voranzutreiben – auch wenn sich sportlich gesteckte Zeitpläne am Ende nicht halten lassen. Darin ist er sich mit Strüngmanns Büro einig. Auf einen Monat früher oder später, so Athos-Sprecher Andreas Göbel, komme es nicht an.

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