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Im Bereich des Schulhauses, wo schon die bestehende Kinderkrippe untergebracht ist, soll zusätzlich ein Container für den Nachwuchs errichtet werden.

Gemeinde will schnellstens zwölf neue Plätze schaffen

Akuter Mangel an Krippenplätzen: Auch Wiessee greift zur Container-Lösung

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Es ist höchste Eisenbahn. Die Gemeinde Bad Wiessee muss schnellstmöglich neue Krippenplätze schaffen. Um Zeit zu gewinnen, greift man nun auch hier zu einer Notlösung: Vorläufig soll es ein Container richten.

Bad Wiessee – Die Kinderbetreuungsstudie spricht eine deutliche Sprache. Bis zum Jahr 2021 werden der Gemeinde Bad Wiessee 10 bis 15 Krippenplätze fehlen – Tendenz steigend. Das hat die Firma MUC Consulting im Auftrag der Kommune ermittelt. Im Kindergarten sieht es nicht besser aus. „Wir haben dringenden Handlungsbedarf“, machte Rathaus-Geschäftsführer Hilmar Danzinger jetzt im Gemeinderat deutlich. Für das Gremium stellte sich die Frage: Will man bei der Kinderbetreuung eine schnelle Lösung? Oder bevorzugt man ein umfangreiches Konzept – dann aber mit einem Zwischenschritt?

Tegernsees evangelischer Pfarrer Martin Weber, verantwortlich für die Trägerschaft der Wiesseer Kinderkrippe, hatte seine Vorstellungen bereits im Vorfeld deutlich gemacht. Er würde einen Anbau an der Grundschule, wo schon die bestehende Krippe untergebracht ist, favorisieren. Im Laufe der Sitzung wurde aber klar, dass diese Lösung im Gremium keinen Gefallen findet.

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„Dieser Anbau ärgert uns in zwei Jahren furchtbar“, meinte Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Zumal dies auch nur eine Notlösung und bei Weitem nicht der gewünschte große Wurf wäre. Und auch für Fritz Niedermaier, Fraktionssprecher des Wiesseer Blocks, kam ein Anbau am Schulhaus nicht in Frage. Das Ensemble werde dadurch „verschandelt“. Niedermaier schlug stattdessen vor, den großen Parkplatz auf der Westseite der Schule zu überplanen und hier eine Tiefgarage samt Kinderkrippe und Wohnungen fürs Betreuungspersonal hochzuziehen.

Die Idee fand allgemeinen Anklang. Dennoch kam man im Gemeinderat zu dem Schluss, dass es eine schnellere Lösung brauche, um den akuten Krippenplatz-Mangel zu beheben. „Das Thema brennt extrem unter den Nägeln“, gab Florian Sareiter (CSU) zu bedenken. Er sei daher für die kurzfristigste aller Lösungen – einen Container.

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Markus Trinkl (Wiesseer Block) schloss sich dem an. „Zackig einen Container holen und draufsetzen“, lautete seine Empfehlung. Dann könne man auch in Ruhe abwarten, was bei den Untersuchungen des Kindergartengebäudes herauskomme. Wie berichtet, ist der katholische Kindergarten Maria Himmelfahrt an der Hagngasse stark in die Jahre gekommen. Derzeit ermitteln Gutachter, ob das Gebäude überhaupt noch sanierungsfähig ist oder ob sich ein Abriss empfiehlt.

Bekommt Bad Wiessee langfristig gesehen also eine Kindertagesstätte, in der sowohl Krippe als auch Kindergarten untergebracht sind? Während Rolf Neresheimer (ranBW) für einen attraktiven Neubau warb und vorschlug, auch Sponsoren wie die Firma Athos an Bord zu holen, warnte Kurt Sareiter (CSU) vor allzu kühnen Träumereien: Ein gemeinsames Gebäude bedeute auch, dass man ein großes Grundstück benötige. „Das ist auch eine finanzielle Sache“, meinte Sareiter. „Wir müssen realistisch bleiben.“

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Zunächst beschloss das Gremium einstimmig, die Verwaltung mit einer Kostenkalkulation für die Aufstellung eines Containers bei der Grundschule zu beauftragen. Ziel sei es, noch in diesem Jahr zwölf zusätzliche Krippenplätze entstehen zu lassen. Die Planung von Pfarrer Weber – so heißt es im Beschluss – werde derzeit nicht weiter verfolgt. Sofern er wolle, könne er diese aber dennoch gemeinsam mit seinem Architekten in der nächsten Sitzung vorstellen.

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