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Alkoholverbot an Wiesseer Seepromenade: Die Vermieter atmen auf - Gmund könnte nachziehen

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Von: Gabi Werner

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Die Seepromenade in Bad Wiessee soll Gästen und Einheimischen Erholung bieten. In der Nacht fanden hier zuletzt aber regelmäßig Saufgelage statt.
Die Seepromenade in Bad Wiessee soll Gästen und Einheimischen Erholung bieten. In der Nacht fanden hier zuletzt aber regelmäßig Saufgelage statt. © Archiv Thomas Plettenberg

Mit einem Alkoholverbot möchte Bad Wiessee nächtliche Saufgelage an der Seepromenade unterbinden. Die Vermieter begrüßen das Durchgreifen des Bürgermeisters – und hoffen, dass der Spuk damit vorbei ist.

Bad Wiessee – Der örtliche Kur- und Verkehrsverein – Vertreter zahlreicher Vermieter in Bad Wiessee – kennt das Problem der nächtlichen Feierei nur allzu gut. Seit Beginn der Hauptsaison habe man mit den Exzessen am See zu kämpfen, macht Vorsitzender Daniel Strillinger deutlich. „Das Thema ist hochgekocht, unsere Vermieter haben sich massiv beschwert.“

Nächtliches Gegröle, eine vermüllte Seepromenade, im Wasser versenkte Bänke und Himmelsliegen: Für Bürgermeister Robert Kühn (SPD) war die Situation nicht länger tragbar – er hat daher auf eigene Faust gehandelt und ein Alkoholverbot für die Wiesseer Seepromenade erlassen. Es gilt für die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr. Damit hat die Polizei nun eine Handhabe, Feiernde des Platzes zu verweisen.

Lärm hat Gäste regelmäßig aus dem Schlaf gerissen

Strillinger ist dankbar, dass sich der neue Bürgermeister der Sache so schnell angenommen hat. „Ich bin eigentlich kein Freund von Verboten“, sagt der Vorsitzende, der gemeinsam mit seiner Frau Maria den Steinbrecherhof in Altwiessee betreibt. In diesem Fall aber hätten die Zustände keine andere Wahl gelassen. Durch den Lärm seien Gäste aus dem Schlaf gerissen worden, andere hätten aus Angst vor Belästigungen lieber auf ihren abendlichen Spaziergang am See verzichtet. Für Strillinger ein Unding: Schließlich kämpfe man gerade zu Corona-Zeiten um jeden einzelnen Gast.

Thema verfolgt Vermieter schon den zweiten Sommer

Dass die Situation nicht erst heuer aus dem Ruder gelaufen ist, berichtet unterdessen Herma Katharina Ottl, Vermieterin der gleichnamigen Ferienwohnungen direkt an der Seepromenade. „Das Thema verfolgt uns nun schon den zweiten Sommer“, macht Ottl deutlich. Vielfach habe sie sich deshalb bereits bei Gemeinde und Polizei gemeldet, die Vermüllungen auf Fotos dokumentiert. „Für unsere Gäste ist das eine unzumutbare Belastung“, sagt sie über die nächtliche Feierei, bei der stets auch viel Alkohol im Spiel sei.

Die Vermieterin ist daher froh und erleichtert, dass Bürgermeister Kühn konsequent gehandelt und das Alkoholverbot erlassen habe. „Für uns war es ein Aufatmen, als wir das in der Zeitung gelesen haben“, sagt Ottl, die sich von der neuen Verordnung und den damit verbundenen Kontrollen eine klare Verbesserung der Situation verspricht. „Es wäre gut, wenn das talweit gelten würde.“

Gmund will mögliches Alkoholverbot im Gemeinderat diskutieren

Tatsächlich gibt es bereits in Tegernsee und Rottach-Egern ähnliche Verordnungen. Einzig die Gemeinde Gmund, wo laut Polizei mit der Uferanlage in Seeglas ein weiterer Hotspot für Feierlustige liegt, hat bislang noch kein Alkoholverbot ausgesprochen. Doch auch das könnte sich demnächst ändern. „Es gibt in Seeglas nächtliche Feiern und wir sehen dort auch Handlungsbedarf“, räumt der Gmunder Rathaus-Geschäftsleiter Florian Ruml auf Nachfrage ein. Auch hier mache man sich bereits Gedanken über ein Alkoholverbot. „Es ist hausintern aber derzeit nicht geplant, das per Notverordnung durch den Bürgermeister zu machen“, erklärt Ruml. Stattdessen werde sich der Gemeinderat mit dem Thema befassen.

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