+
Schuttberge türmen sich noch immer auf der Baustelle am Lindenplatz. Links ist der Schaden am Nachbargrundstück zu sehen: Nach Regenfällen hat sich dort das Pflaster abgesenkt. 

Bauherr äußert sich

So steht‘s um das ewige Baustellen-Ärgernis am Lindenplatz

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
    schließen

Die Baustelle am Lindenplatz in Bad Wiessee ist ein ewiges Ärgernis. Der Zeitplan für den Neubau ist längst aus den Fugen geraten. Doch jetzt soll‘s zügig weitergehen, versichert der Bauherr.

Bad Wiessee – Ein riesiger Kies- und Schutthaufen, daneben eine gewaltige Baugrube. Der Platz im Wiesseer Ortszentrum, wo einst das Haus Ursula stand, ist derzeit keine Zierde. Ein Zustand, mit dem die Wiesseer schon geraume Zeit leben müssen: Im Frühjahr 2018 ließ der Eigentümer des Geländes, die Firma MW Eigenheimbau aus Ismaning, das alte Gebäude abreißen. Damals hieß es, das neue Wohn- und Geschäftshaus werde voraussichtlich im Herbst 2019 bezugsfertig sein.

Hier finden Sie den Artikel: Überraschender Eigentümer-Wechsel beim Haus Ursula - Hotel-Mobiliar wird verschenkt

Stattdessen blickten die Wiesseer lange auf eine Brache. Auf Nachfrage räumte Werner Wendler, Geschäftsführer und Bautechniker bei der MW Eigenheimbau GmbH, zwar nun Schwierigkeiten auf der Baustelle ein, erklärte aber auch, dass man nun zügig mit den Rohbauarbeiten beginnen werde. „In den nächsten zwei Wochen kann die Baufirma mit der ersten Hälfte der Tiefgarage loslegen“, sagt Wendler.

Lesen Sie hier: Abriss in Bad Wiessee beginnt: Abschied vom Haus Ursula

Das Problem der Baustelle liegt – wie so oft in Bad Wiessee – im Untergrund. Instabiler Seeton bremste die Bautrupps aus. Und dann habe man Pech mit einem Erdbauunternehmen gehabt, berichtet Wendler. Die Firma sei beauftragt gewesen, den Bodenaustausch durchzuführen und den Untergrund zu verdichten. Letzteres sei aber – entgegen der vertraglichen Vereinbarung – nicht geschehen, sagt der Geschäftsführer. Mittlerweile habe man sich von dem Unternehmen getrennt – „wir haben die Sache unserem Anwalt übergeben“, erklärt Wendler. Eine neue Firma müsse nun die Mängel beheben, was wiederum vier Wochen Verzögerung bedeute.

Undichter Untergrund ruft Gewerbeaufsichtsamt auf den Plan

Offenbar war es auch das Thema Untergrund, das am vergangenen Mittwoch das Gewerbeaufsichtsamt (GAA) bei der Regierung von Oberbayern auf den Plan rief. Das Amt ist unter anderem zuständig für den Arbeitsschutz und damit für die Sicherheit der Beschäftigten vor Ort. War die Sicherheit auf der Baustelle am Lindenplatz etwa nicht gewährleistet? Mussten die Bauarbeiten eingestellt werden?

Das Gewerbeaufsichtsamt selbst gibt dazu mit Verweis auf die „Geheimhaltungspflicht“ bei privaten Objekten keine Auskünfte. Das Amt bestätigte auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung lediglich, dass die Gewerbeaufsicht „vor Ort tätig geworden ist“. Auch Gemeinde und Landratsamt verweisen auf die Zuständigkeit der Regierung von Oberbayern.

Auch am Nachbargrundstück ist bereits ein Schaden entstanden

Bleibt also nur die Nachfrage beim Bauherrn selbst. Und der betont: Von einem behördlich angeordneten Baustopp könne keine Rede sein. Die Arbeiten, so Wendler, könnten ganz normal weiterlaufen. Lediglich in der Baugrube unmittelbar an der Spundwand dürfe nicht mehr gearbeitet werden, so lange oben keine Böschung angelegt sei. „Das ist die ganze Geschichte“, betont der Bauherr.

Das Projekt sorgte schon öfter für Unmut: Baustelle am Lindenplatz: „Anblick ist unerträglich“

Die unschönen Folgen des nicht verdichteten Untergrunds haben sich im Übrigen auch auf ein Nachbargrundstück ausgewirkt: Weil nach Regenfällen die Spundwand der Baustelle nachgegeben hat, habe sich dort auf einem zwei Meter breiten Grundstücksstreifen das Pflaster gesenkt, räumt Wendler ein. „Das wird aber von uns repariert.“

Wendler widerspricht zudem Gerüchten, wonach sein Unternehmen das Projekt in Bad Wiessee wieder abstoßen wolle. „Das ist alles ein Schmarrn“, beteuert er. Ende des Jahres, so der Plan, solle das neue Wohn- und Geschäftshaus fertig sein. Und auch Sohn Marco Wendler, ebenfalls Geschäftsführer bei MW, erklärt: Das Projekt werde durchgezogen – „koste es, was es wolle“.

gab

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare