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Betreuungsplätze sind Mangelware am Tegernsee. Besonders akut ist die Lage bei den Kinderkrippen.

Die Kommunen müssen handeln

Akuter Mangel am Tegernsee: An Krippenplätzen fehlt’s hinten und vorn

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Krippenplätze sind derzeit Mangelware am Tegernsee. Auch die Kommunen haben erkannt, dass sie handeln müssen. Gemeinsam mit der evangelischen Kirche tüftelt man an Lösungen für das Problem.

Bad Wiessee/Tegernsee – Wer am Tegernsee einen Krippenplatz für seinen Nachwuchs benötigt, hat unter Umständen Pech. Der Bedarf konnte heuer bei Weitem nicht gedeckt werden, rund 40 Kinder stehen aktuell noch bei der evangelischen Kirchengemeinde Tegernsee auf der Warteliste. Eine Situation, die sich rasch ändern soll, wie Pfarrer Martin Weber auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung erklärt. Man sei bereits mit den Kommunen Tegernsee und Bad Wiessee im Gespräch, „um möglichst schnelle Lösungen anbieten zu können“. Die evangelische Kirche betreibt talweit gleich mehrere Betreuungseinrichtungen für die Kleinsten und sieht sich seit einiger Zeit mit stetig ansteigenden Anmeldezahlen konfrontiert.

Tatsächlich wird sich der Gemeinderat Bad Wiessee am Donnerstag, 12. September, in der ersten Sitzung nach der Sommerpause Gedanken darüber machen, wie mit der Situation weiter umzugehen ist. Die „starke Unterdeckung von Krippenplätzen im Tegernseer Tal“ steht dann auf der Tagesordnung. Beginn der Beratungen ist um 18 Uhr im Rathaus.

Lesen Sie hier über die Situation in Gmund: Kinderkrippe muss schon wieder wachsen

„Die Situation in Bad Wiessee ist angespannt“, räumt Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD) im Vorfeld ein. Wie viele Krippenplätze genau in dem Kurort fehlen, kann er zwar nicht sagen. „Aber es sind nicht zu wenige.“ Vermutlich werde man in Bad Wiessee um eine bauliche Maßnahme nicht herum kommen, meint Huber, der derzeit den im Urlaub weilenden Peter Höß (Wiesseer Block) vertritt.

Ob die derzeitige Krippe bei der Schule erweitert wird oder eine andere Lösung in Betracht kommt, müsse nun der Gemeinderat diskutieren. Fest steht: Eltern haben seit 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Sollten sie diesen einklagen, habe die Gemeinde ein „dickes Problem“, glaubt Huber.

Der Zweite Bürgermeister würde sich eine langfristige, zukunftsfähige Lösung wünschen. Möglicherweise sogar die Bündelung von Krippe und Kindergarten unter einem Dach. Nachdem auch die Erneuerung des katholischen Kindergartens Maria Himmelfahrt dringend ansteht und derzeit geprüft wird, liegt dieser Gedanke für Huber nahe. „Man sollte sich überlegen, eine große Einheit zu bilden“, sagt er. Schon in Kürze soll laut Huber das Gutachten der TÜV-Stelle vorliegen, das eine Aussage darüber liefern wird, ob das Kindergarten-Gebäude noch sanierungsfähig ist oder besser abgerissen wird.

Tegernsee rüstet Volkshochschul-Raum für die Kinderkrippe um

Auch im Tegernseer Rathaus möchte man möglichst schnell etwas gegen den akuten Mangel an Krippenplätzen unternehmen. Dort sind die Kinder im Reisbergerhof untergebracht. Um mehr Platz für den Nachwuchs zu schaffen, werde man einen Raum der ebenfalls hier ansässigen Volkshochschule (vhs) umrüsten und dann der Betreuungseinrichtung zuschlagen, berichtet Bürgermeister Johannes Hagn (CSU).

Obwohl der Raum der vhs dann – zumindest teilweise – nicht mehr zur Verfügung steht, sieht Hagn darin die beste Lösung. „Wir wissen ja nicht, wie nachhaltig der Bedarf ist“, meint der Bürgermeister. Eine größere Baumaßnahme komme daher vorläufig nicht in Frage. „Die Alternative wäre ein Container, aber das ist die schlechteste Lösung.“ Sollte der Bedarf weiter steigen, stünden im Reisbergerhof noch weitere Räumlichkeiten für die Krippe zur Verfügung, zum Beispiel im Dachgeschoss. „Da haben wir noch Luft“, sagt Hagn.

Hier finden Sie die Artikel: Schaftlacher Kindergarten fast fertig: Ende Oktober ist Einzug

und Kindergarten: Ferien-Betreuung gibt’s erst ab 2019

gab

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