An dieser Stelle im Kurpark Abwinkl soll das neue Vereinsheim der Wiesseer Trachtler entstehen.
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An dieser Stelle im Kurpark Abwinkl soll das neue Vereinsheim der Wiesseer Trachtler entstehen.

Gemeinde von Projekt begeistert

Am Waldfestplatz in Abwinkl: Wiesseer Trachtler bauen sich neues Zuhause

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der Trachtenverein Bad Wiessee packt trotz Corona-Krise ein Großprojekt an: Auf dem Waldfestplatz in Abwinkl möchte er eine neue Vereinshütte bauen. Die Gemeinde ist begeistert – und zieht mit.

Bad Wiessee – Aus seiner bisherigen Hütte an der Söllbachtalstraße ist der Wiesseer Heimat- und Volkstrachtenverein quasi „herausgewachsen“. Die Nachwuchsarbeit bei den Trachtlern boomt, die Zahl der Mitglieder wächst. „Eine schöne Sache“, wie Rathaus-Geschäftsführer Hilmar Danzinger in der jüngsten Gemeinderatssitzung anmerkte. Darüber hinaus ist die alte Hütte inzwischen renovierungsbedürftig.

Für die Gemeinde wird ein interessantes Baugrundstück frei

Folglich braucht der Verein ein neues Zuhause: Im Kurpark Abwinkl, wo im Sommer auch die Waldfeste der Vereine gefeiert werden und ohnehin bereits kleinere Hütten und Ausstattung vorhanden sind, soll ein etwa doppelt so großes Vereinsheim entstehen. Vorteil für die Gemeinde: Der Erbpacht-Vertrag für das bisherige Hütten-Areal am Söllbach wäre damit hinfällig, ein rund 500 Quadratmeter großes Baugrundstück würde frei werden. Gemeinderat Wilhelm Dörder (FWG) sprach deshalb von einer „Win-win-Situation“.

Die alte Vereinshütte an der Söllbachtalstraße hat ausgedient: Sie ist zu klein geworden und wäre zudem renovierungsbedürftig.

Nachdem Vereinsvorsitzender Georg Erlacher und sein Vize Alois Fichtner beide für die CSU im Gemeinderat sitzen, konnten sie im Gremium Werbung in eigener Sache machen. Die Idee sei nicht nur, ein neues Zuhause für die Trachtler zu schaffen, sondern auch den Platz dort unten zu beleben, erklärte Erlacher. Sei es nun ein Frühschoppen mit Musik oder andere Geselligkeiten – „wir könnten da schon was ausrichten“, meinte Erlacher.

Verein finanziert Bau aus eigener Kraft, Gemeinde steuert Dachmaterial bei

Stemmen würde der Verein den Neubau aus eigener Kraft – und mit Unterstützung der Kommune. Der Gemeinderat sagte in der Sitzung nicht nur zu, einen Pacht- und Nutzungsvertrag für das Grundstück zu schließen, sondern auch die Kosten für das Dach-Material in Höhe von maximal 40.000 Euro zu übernehmen. Überhaupt gilt es für den Vorstand nun, die Finanzierung des Projekts abzuklären. Erlacher: „Das muss tipptopp vorbereitet sein.“ Auch Christian Kausch, den man am Tegernsee eigentlich als Tourismus-Chef kennt, der aber zugleich Zweiter Schriftführer bei den Trachtlern ist, betont gegenüber unserer Zeitung, dass es sich hier um eine „Rieseninvestition“ handle. Neben verstärkter Mitgliederwerbung werde es daher auch Spendenaufrufe geben.

Uneingeschränkte Zustimmung für die neue Trachtenhütte

Im Gemeinderat stieß das Vorhaben jedenfalls auf uneingeschränkte Zustimmung. Kurt Sareiter (CSU), selbst seit fast 50 Jahren Mitglied im Verein, meinte: „Die Jugendarbeit ist enorm wichtig – so etwas muss man unbedingt unterstützen.“ Und auch Klaudia Martini (SPD) stellte die Zustimmung ihrer Fraktion in Aussicht und wünschte „gutes Gelingen“.

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Neben dem Neubau der Hütte soll im Abwinkler Kurpark auch die Situation der öffentlichen Toiletten verbessert werden. Zweite Bürgermeisterin Birgit Trinkl (FWG) erinnerte daran, dass der Medical Park versprochen habe, dieses Projekt auf seine Kosten umzusetzen. „Wir sollten fragen, ob sie sich nicht beteiligen möchten“, schlug Trinkl vor. Und Johannes von Miller (Grüne) hakte nach, ob die neue Trachtenhütte nicht komplett in Holzbauweise entstehen könnte. „Es ist noch nicht in Stein gemeißelt, dass sie gemauert wird“, entgegnete Erlacher.

Nächsten Donnerstag geht‘s schon um den Bauantrag

Fest steht: In Sachen Trachtenheim geht es jetzt Schlag auf Schlag. Nach der Grundsatzentscheidung im Gemeinderat, der sich einstimmig und unter Enthaltung der beiden Vereinsvorsitzenden für das Projekt aussprach, stimmt am nächsten Donnerstag, 22. April, bereits der Bauausschuss über den konkreten Bauantrag ab.

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