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Auf der Auer-Alm wurde der Führungsstab weitergereicht: (v.l.) Heike Kneidl, Bobby Schaarschmidt, Sepp Prestel, Cilly Beil (ehemalige Schriftführerin), Andreas Guillon und Wiessees Bürgermeister Peter Höß.

Mitbegründer Sepp Prestel gibt den Chefposten ab

Der Wiesseer Auer-Alm-Verein hat einen neuen Präsidenten

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20 Jahre lang - seit es den Auer-Alm-Verein in Bad Wiessee gibt - war Sepp Prestel dessen Präsident. Nun gab der 67-Jährige den Führungsstab ab. Und zwar an seinen Wunschkandidaten.

Bad Wiessee – Der Auer-Alm-Verein hat Kultstatus. Zumindest bei vielen Bürgern im Tegernseer Tal und – natürlich – auf der Auer-Alm selbst. Heuer im Februar feierten die Mitglieder das 20-jährige Bestehen ihrer Gemeinschaft, die 1998 aus einer spontanen Idee heraus entstanden war (wir berichteten). Die Gründungsväter nahmen das Jubiläumsjahr zum Anlass, um einen Generationswechsel einzuläuten: Bei der Jahreshauptversammlung übergab Präsident Sepp Prestel (67) das oberste Amt an seinen Wunschnachfolger.

Einen Verein wie diesen, sagt Andreas Guillon (45), könne man keinesfalls sterben lassen. Deshalb zögerte der Familienvater aus Bad Wiessee auch nicht lange, als Präsident Prestel im Sommer auf ihn zukam und ihn darum bat, den Chefposten beim Auer-Alm-Verein zu übernehmen. „Ich habe mit meiner Familie geredet, und die haben mir die nötige Rückendeckung zugesagt“, erzählt Guillon, der darüber hinaus aktives Mitglied bei der Rottacher Bergwacht ist und die Jugend im Wiesseer Trachtenverein betreut.

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Somit wurde Guillon nun bei der Jahreshauptversammlung auf der Wiesseer Auer-Alm einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Ebenso wie Prestel hängte auch Kassier Bobby Schaarschmidt – ebenfalls seit der Vereinsgründung im Amt – seinen Posten an den Nagel. Seine Nachfolge trat Heike Kneidl aus Moosrain, eine gelernte Bankkauffrau, an.

Guillon versprach noch bei der Versammlung, den Verein „ganz im Sinne“ seines Vorgängers weiterzuführen. Will heißen: Auch künftig stehen die Geselligkeit, vor allem aber die Wohltätigkeit beim Auer-Alm-Verein im Vordergrund. Seit der Gründung und bis heute zahlen die Mitglieder einen Jahresbeitrag in Höhe von fünf Euro (früher zehn D-Mark). Die Hälfte davon erhält die Bergwacht als Spende, darüber hinaus gibt es jedes Jahr eine Hauptversammlung, bei der jedes anwesende Mitglied eine Halbe Freibier bekommt. Sollte dann noch Geld übrig sein, so beschlossen es seinerzeit die Gründer, würden damit wohltätige Organisationen bedacht.

Was damals kaum einer für möglich hielt: Der Verein legte eine rasante Erfolgsgeschichte hin. Bereits nach einer Woche zählte er 142 Mitglieder, heute hat sich die Zahl bei etwa 2200 eingependelt. Das wohl berühmteste Mitglied war der frühere Bundespräsident Johannes Rau.

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Auch Guillon selbst ist ein Mitglied der ersten Stunde. Er trat schon kurz nach der Gründung dem Verein bei, den er nun leiten wird. Sein Ziel ist es, weitere Unterstützer und Mitglieder zu gewinnen. „Fünf Euro Jahresbeitrag, das tut keinem weh“, sagt der neue Präsident. Aber gemeinsam könne man Großartiges erreichen. So hat der Verein seit seinen Anfängen bereits Sachspenden im Wert von mehr als 200.000 Euro geleistet. Die Zuwendungen kommen Schulen, Kindergärten, sozialen Vereinen oder Rettungsorganisationen in der Region zugute. „Sie bleiben dort, wo ein Großteil unserer Mitglieder wohnt“, sagt Guillon. Nämlich im Tegernseer Tal, im gesamten Landkreis Miesbach, aber auch in Gaißach und Lenggries.

Die Gründung des Vereins war somit eine echte Pionierleistung, für die die Verantwortlichen noch einmal entsprechend gewürdigt wurden: Auf Vorschlag von Auer-Alm-Besitzer Alois Fichtner hin wurde Sepp Prestel noch bei der Versammlung zum Ehrenpräsidenten ernannt. Den langjährigen Kassier Bobby Schaarschmidt machte der neue Vorstand – sozusagen als erste Amtshandlung – zum Ehrenmitglied.

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