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Auf einem gemeindlichen Grundstück nördlich des Badeparks soll das Heizkraftwerk entstehen. Sowohl die Anlieger als auch zwei CSU-Gemeinderäte sind gegen diesen Standort. 

CSU-Duo kann nicht überzeugen - Erhitzte Gemüter im Gemeinderat

Heizkraftwerk: Antrag fällt mit Pauken und Trompeten durch

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Es bleibt dabei: Bad Wiessee hält am vorgesehenen Standort fürs geplante Heizkraftwerk beim Badepark fest. Der Antrag zweier CSU-Mitglieder, das nochmal zu überdenken, fiel durch. Und erhitzte die Gemüter.

Bad Wiessee - Mit einem eigenen Hackschnitzel-Heizwerk möchte Bad Wiessee ein Nahwärmenetz fürs neue Kurviertel aufbauen. Doch der Standort beim Badepark ist heiß umstritten. Neben den Anliegern haben auch die CSU-Gemeinderäte Ingrid Versen und Kurt Sareiter Bedenken angemeldet und den Antrag gestellt, alternative Grundstücke zu prüfen.

Die beiden CSUler argumentieren in erster Linie damit, dass die Gemeinde ansonsten das letzte freie Grundstück beim Badepark verbaue und somit eine Erweiterung des Schwimmbads künftig nicht mehr möglich sei. Zudem fürchten sie Belästigungen durch den Lkw-Verkehr und „stundenlange Rauchwolken“ (Sareiter).

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend kam das Thema nun zur Sprache – allerdings nicht ohne Vorgeplänkel. Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) ließ nämlich zunächst darüber abstimmen, ob der Antrag überhaupt auf die Tagesordnung kommt. Denn: Ein bereits gefasster Beschluss könne nur dann neu gefasst werden, wenn „neue Tatsachen oder gewichtige neue Gesichtspunkte“ hinzu gekommen seien, wie Geschäftsleiter Hilmar Danzinger bei der Kommunalaufsicht in Erfahrung gebracht hatte. „Das sollte schon korrekt ablaufen“, sagte der Bürgermeister und beharrte auf dieses Vorgehen.

Antragstellerin Versen brachte das auf die Palme: „Das ist eine ganz linke Sache, die hier abgeht“, zürnte sie. Und Mitstreiter Kurt Sareiter sprach von einem „theoretischen Larifari“, das hier abgezogen werde, um eine Debatte über den Antrag zu verhindern. Schließlich stimmten bis auf zwei Gemeinderäte (darunter Höß) alle Gremiums-Mitglieder dafür, den Antrag zu behandeln.

Das geschah dann aber in aller Kürze. Bernd Kuntze-Fechner (SPD) erklärte, dass er das Kraftwerk an dieser Stelle nach wie vor für sinnvoll halte („es gibt keinen sachlichen Grund, das anders zu sehen“). Und Rolf Neresheimer (ranBW) versuchte, die Argumente der beiden CSU-Kollegen zu entkräften. Eine Erweiterung des Badeparks nach Norden hin sei bisher bei allen Sitzungen des zuständigen Arbeitskreises verworfen worden. Thomas Erler, erst seit kurzem für die CSU im Wiesseer Gemeinderat, räumte zwar ein, dass er gewissen Bedenken habe, den Zweckbau inmitten des neuen Badviertels („das soll ja ein Schmuckkästchen werden“) zu verwirklichen. Letztlich hätten ihn aber die wirtschaftlichen und technischen Vorteile dieses Standorts überzeugt. „Ich würde dem schweren Herzens zustimmen“, meinte Erler.

Am Ende konnten Versen und Sareiter ihre Kollegen nicht überzeugen. Der Antrag der beiden CSU-Gemeinderäte fiel mit 12:2 Stimmen durch (die CSU-Gemeinderäte Florian Sareiter und Georg Erlacher waren abwesend). Ob das Biomasse-Heizwerk tatsächlich realisiert wird, hängt letztlich aber noch davon ab, ob sich genügend Großabnehmer finden. Hotel-Investor SME hat bereits abgewunken, die Familie Strüngmann, die bekanntlich am Seeufer ein Großprojekt verwirklicht, ist noch unentschlossen.

gab

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