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„Sprachlos“ über Gebaren: Antragsteller scheitert in Bad Wiessee mit Neubau-Plänen

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Mit einem Bauantrag für dieses Gelände befasste sich zum wiederholten Mal der Bauausschuss.
Mit einem Bauantrag für dieses Gelände befasste sich zum wiederholten Mal der Bauausschuss der Gemeinde Bad Wiessee. © Thomas Plettenberg

Mit einem Bauvorhaben an der Hirschbergstraße haben es die Wiesseer Gemeinderäte schon mehrfach zu tun bekommen. Der Antrag wurde erneut abgelehnt. Zudem gab‘s deutliche Kritik am Antragsteller.

Bad Wiessee – Mit einem überarbeiteten Antrag auf Vorbescheid befasste sich kürzlich der Bauausschuss des Wiesseer Gemeinderats. Konkret ging es um die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit Ladenfläche und einer Tiefgarage an der Hirschbergstraße.

Antragsteller plant an Hirschbergstraße neuen Fahrradladen und Wohnungen

Die Pläne waren bereits mehrfach eingereicht worden, wie Bauamtsleiter Anton Bammer im Gremium erläuterte. Die vorangegangene Version war im März 2021 behandelt worden. Sie sah im Erdgeschoss eine Ladenfläche für einen Fahrradladen vor, in den übrigen Geschossen aber nurmehr fünf Wohnungen und damit eine weniger als in einem früheren Entwurf. Die Zufahrt zum Grundstück sollte, wie schon im Bestand, über die Hirschbergstraße erfolgen. Ein Nebengebäude an der Grundstücksgrenze sollte abgebrochen werden, um hier ein Zufahrtsgebäude für die Tiefgarage zu erstellen. Zur Münchner Straße hin war eine 2,2 Meter breite Zufahrt für Fahrräder geplant. „Eine Bordsteinabsenkung wurde ebenfalls gewünscht, aber abgelehnt“, erklärte Bammer. Auch die Zufahrtsbreite wurde auf zwei Meter begrenzt.

Statt fünf stehen nun wieder sechs Wohnungen im Entwurf

Der aktuelle Antrag sieht für das Gebäude zwar unverändert eine Grundfläche von 21,5 mal zwölf Metern vor. Statt des ursprünglich nur mit 5,7 Metern Wandhöhe geplanten nördlichen Gebäudeteils ist jetzt auch hier die seitliche Wandhöhe mit 9,7 Metern an den Rest des Gebäudes angeglichen. Auf der Ostseite ist mittig ein Quergiebel geplant. Und schließlich werden wieder sechs Wohneinheiten beantragt.

Tiefgarage soll nun zwei Ebenen und einen Autoaufzug bekommen

Die Festsetzungen des Bebauungsplans seien eingehalten, sagte der Bauamtschef, musste allerdings neuerlich darauf hinweisen, dass in dem entsprechenden Teil des Grundstücks Kanalleitungen verlegt sind, die mit der Planung kollidierten. Auch die Planung der Tiefgarage hat sich im neuen Entwurf verändert. Sie soll statt ursprünglich einer nun zwei Ebenen und statt einer Zufahrt einen Autoaufzug erhalten, der in das bestehende Garagengebäude integriert wird.

Die Verwaltung äußerte hierzu jedoch Zweifel. In der Praxis scheine es kaum möglich, die Garage in ihrer bestehenden Form so umzufunktionieren, dass der Lift darin Platz finde, sagte Bammer. Tatsächlich werde wohl das an der Grundstücksgrenze befindliche Gebäude abgebrochen und neu errichtet werden müssen, wobei dann ein Grenzabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten wäre. Für die Fahrradzufahrt Richtung Münchner Straße wurde in der aktuellen Planung wiederum eine Gehwegabsenkung beantragt. „Das wurde bereits in der letzten Umplanung abgelehnt und erscheint nach wie vor nicht erforderlich“, war das Fazit der Bauverwaltung.

CSU-Gemeinderat Sareiter: Hier wird der Bogen eindeutig überspannt

Seit Jahren beschäftige der Bauherr den Ausschuss mit seinen Anträgen, monierte Florian Sareiter (CSU): „Die Bordsteinabsenkung behandeln wir geschätzt zum 429. Mal.“ Hier werde der Bogen eindeutig überspannt, auch mit Blick auf eine zweigeschossige Tiefgarage. Auch auf die Schwarzbauten auf der Nordseite des Grundstücks wies Sareiter hin. Diese hätten bereits abgerissen werden sollen: „Das war die Voraussetzung, dass man wieder ins Doing kommt.“

SPD-Gemeinderätin Martini „sprachlos“ über Vorgehen des Antragstellers

Klaudia Martini (SPD) war „sprachlos“ über das Vorgehen des Antragstellers. Angesichts von 28 Parkplätzen für sechs Wohnungen und einen Laden argwöhnte sie, hier werde vielleicht auch Parkraum für ein gegenüberliegendes Autohaus geschaffen. Peter Kathan (CSU) befürchtete, die Abfahrt mittels Auto-Aufzug könnte Parkern zu mühsam sein und sie zum Parken an der Straße verleiten, wodurch die Parkplatz-Problematik dort noch verschärft werde.

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Stefan Gernböck

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