+
Beachbar Leda & Schwan: Tagsüber sonnt man sich in den Liegestühlen, abends gibt‘s eine Party.

Die wahren Öffnungszeiten und Hintergründe

Anwohner-Ärger über Beachbar Leda & Schwan: Was wir wissen

  • schließen

Die kultige Beachbar in der Hotelruine Lederer macht wieder auf. Promt kommt die Polizei - und weiß auch nicht so genau, was erlaubt ist. Was passiert ist und wie es weitergeht:

Bad Wiessee – Eine Beachbar in Bad Wiessee, kann das funktionieren? Als Katharina Reisberger, Dominikus Eham und Max Rampf vergangenen Sommer ihr Leda & Schwan am ehemaligen Hotel Lederer aus dem Boden stampften, war es doch spannend, wie Nachbarn, Gastgeber und Gäste auf das jüngere Publikum so direkt an der Seepromenade reagieren.

Und man staunte nicht schlecht: Leda & Schwan machte auf, ohne dass Anwohner und Kurgäste Protestmärsche organisierten. Und das Betreiber-Trio hat seine Bar in der Hotelruine richtig gut hingekriegt. Wer vergangenes Jahr da war, weiß das. Bei den Gästen mag anfangs die Tal-Schickeria ein bisschen arg vorgeherrscht haben. Aber das ist eben die Peergroup der nicht unprominenten Betreiber. Je länger die Bar offen hatte, desto gemischter wurde das Publikum, desto professioneller der Service. 

Hin und wieder gab’s auch Partys, hin und wieder wurde es lauter. Der Protest hielt sich in Grenzen. Vielleicht auch, weil die Bar ein klares Ablaufdatum hat. Bald wird, wie berichtet, die Familie Strüngmann das alte Lederer abreißen und was schickes Neues hinbauen und dann ist auch Leda & Schwan Geschichte. Lange war unklar, ob die drei überhaupt Lust haben, die aktuelle Saison aufzumachen. Vielleicht haben sich lärmempfindliche Nachbarn einfach gedacht: Den Sommer stehen wir durch. Dann war’s das.

War es aber nicht. Reisberger & Co. haben Geschmack an ihrer Bar gefunden und machen auch diesen Sommer unregelmäßig auf, zuletzt vergangenes Wochenende. Und das fanden die Nachbarn dann nicht mehr so lustig. Jemand rief die Polizei. Ob jetzt, um gleich zu Beginn Grenzen aufzuzeigen, oder weil es tatsächlich recht lange laut war, sei dahingestellt.

Klar ist, dass die Stimmung hörbar gut war und das bis nach Mitternacht. Auch die Gäste haben sich nach Aussagen der Anwohner bei ihrer Abreise nicht besonders rücksichtsvoll benommen. Stichwort: laute Musik aus dem Auto und krachende Türen.

Klar ist auch, dass die Bar eigentlich nur bis 22 Uhr auf haben darf. So lautet die Genehmigung. Umso ominöser, dass der Streife am Samstagabend eine Genehmigung bis 1 Uhr vorgelegt wurde – laut Polizei auch noch von einem Mitarbeiter der Gemeinde. Im Rathaus weiß man davon nichts und bemüht sich um Aufklärung. Nebenbei dürfte die Gemeinde so eine Genehmigung gar nicht erteilen. Das ist Sache des Landratsamts. Und da kennt man auch nur die 22-Uhr-Regelung. Sie gilt bis 31. Dezember. Bis dahin wird das Hotel aber wohl sowieso nicht mehr stehen.

Abgesehen davon bringt es Wiessees Bürgermeister Peter Höß ganz gut auf den Punkt: „Das ist nach wie vor ein tolles Engagement, was die drei aus dieser Ruine gemacht haben. Und es ist schön, dass das so gut angenommen wird.“ Aber Wiessee ist halt auch nicht München, nicht mal Holzkirchen, sondern eben Wiessee. Von den Anwohnern seien am Samstag massive Beschwerden gekommen. Deshalb gelte das Prinzip gegenseitiger Rücksichtnahme. Seitens der Gäste als auch der Betreiber. Die geloben Besserung. „Wir wollen ein gutes Miteinander mit unseren Nachbarn“, sagt auch Reisberger. Wenn sich alle daran halten, sollte das auch klappen. Vergangener Sommer hat ja eben gezeigt: Eine Beachbar in Wiessee – das funktioniert durchaus.

kmm

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zum Abschied der 91 Schüler singen die Schulleiter sogar ein Lied
Mindestens sechs Jahre haben die 91 Schüler an der Realschule in Gmund verbracht. Mit dem Abschluss werden sie nun auf ihren weiteren Weg entlassen. Ein Abschied mit …
Zum Abschied der 91 Schüler singen die Schulleiter sogar ein Lied
Orthopädische Klinik sucht Alternativ-Grundstücke
Die Orthopädische Klinik in Tegernsee soll wachsen. Doch bei den Planungen ist mit heftigem – auch juristischem – Gegenwind zu rechnen. Die Rentenversicherung wappnet …
Orthopädische Klinik sucht Alternativ-Grundstücke
Der „Jedermann“ kehrt zurück 
Der „Jedermann“ geht am Tegernsee in seine zweite Spielzeit. Die ist geprägt von der besseren Bühne und kleinen, auf den Zeitgeist zielenden Aktualisierungen in der …
Der „Jedermann“ kehrt zurück 
Gemeinde rät von Benutzung des Radwegs ab, den sie neu gebaut hat
Der Lückenradweg zwischen Finsterwald und Dürnbach sollte eigentlich für mehr Sicherheit sorgen. Doch Gmunder fürchten um ihr Leben und selbst im Gmunder Rathaus rät man …
Gemeinde rät von Benutzung des Radwegs ab, den sie neu gebaut hat

Kommentare