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Hier lagen die Nerven oft blank: Tegernseer Dreifachtrunhalle, damals als Asyl-Notunterkunft.

Polizei veröffentlicht interessante Statistik

Asylbewerber bringen Verbrechen ins Tal? Es spricht nichts dafür

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Diese Zahlen könnten die Rufe der rechten Mahner entkräften: Tatsächlich haben die vielen Asylbewerber seit Sommer 2015 im Tegernseer Tal wenig an der Kriminalitätsstatistik geändert. 

Die Polizei Bad Wiessee hat am Gründonnerstag ihre Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Interessanteste Erkenntnis: Obwohl seit Sommer 2015 mehrere hundert Asylbewerber im Tegernseer Tal gewohnt haben, hat sich die Kriminalitätsrate weder signifikant erhöht - noch kann man Asylbewerber für überdurchschnittlich viele Straftaten verantwortlich machen. 

Die einzige Zahl, wo Täter ohne deutsche Staatsbürgerschaft und mit laufendem Asylverfahren herausstechen, ist die der Körperverletzungen. Insgesamt wurden 161 Delikte, davon 132 der vorsätzlichen und 36 der gefährlichen Körperverletzung, registriert. Von 169 Tatverdächtigen haben 76 keine deutsche Staatsbürgerschaft, etwa die Hälfte davon sind Asylbewerber. Aber: Beim Großteil dieser Delikte handelt es sich um Gewaltverbrechen von Asylbewerbern gegen Asylbewerbern. Die Rede ist von Streits und Schlägereien in den Massenunterkünften - bis zum Frühjahr die Tegernseer Turnhalle und danach die Traglufthalle Rottach-Egern. 

Konkret geht die Polizei auf die Massenschlägerei in der Rottacher Traglufthalle von Juni ein. Die Rädelsführer wurden kurz danach verlegt. 

Die Ausschreitungen in den Sammelunterkünften ist auch auf die dort unangenehmen Lebensbedingungen zurückzuführen, wie Robert Kopp, Polizeipräsident von Oberbayern-Süd, jüngst anmerkte. Verschiedenste Ethnien, die auf engstem Raum ohne Privatsphäre zusammenleben müssen - da ist Krawall vorprogrammiert. 

Seitdem die großen Sammelunterkünfte aufgelöst wurden, seien auch die Gewaltdelikte durch Asylbewerber drastisch zurückgegangen. Wörtlich aus dem Sicherheitsbericht zitiert: „Die Zahl der Einsätze, die beiden größten Unterkünfte Tegernsee und Rottach-Egern mit eingerechnet, verringerte sich von 66 im Jahr 2015 auf 17 im Jahr 2016.“

Als wesentlich auffälliger beschreibt die Polizei den signifikantenAnstieg von Graffiti im Tal. „Im Zeitraum von September bis Dezember wurden allein 33 Sachbeschädigungen durch Graffiti registriert“, schreibt die Polizei. Allgemein sind die Sachbeschädigungen ein wenig angestiegen. Von 95 im Jahr 2015 auf 116 Fälle 2016. Eigentumsdelikte wie Wohnungseinbrüche oder Fahrraddiebstähle sind laut Polizei ebenfalls rückläufig, um etwa 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, auch wenn sie gefühlt gestiegen sein mögen.

Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zu 2015 um 4,5 Prozent gesunken. (total: von 950 auf 900 Delikte im Jahr 2016).

kmm

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