Spielarena Bad Wiessee
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Muss derzeit geschlossen bleiben: Die Spielarena befindet sich im zweiten Lockdown. Wie es langfristig mit dem Gebäude weitergeht, ist unklar. Der Betreiber hofft auf eine Verlängerung seines Pachtvertrags.

Josef Niedermayer hofft auf Pachtverlängerung

Spielarena in Bad Wiessee: Aufgeben gibt’s nicht

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Josef Niedermayer braucht derzeit einen langen Atem. Zum zweiten Mal befindet sich seine Spielarena in Bad Wiessee im Lockdown. Weitermachen möchte der 70-Jährige trotzdem.

  • Der Pachtvertrag für die ehemalige Tennishalle endet im Oktober 2021.
  • Josef Niedermayer will Vertrag für die Spielarena verlängern.
  • Der Zustand des Gebäudes wirft Fragen auf.

Bad Wiessee – „Wir haben geöffnet“ stand noch bis vor Kurzem in großen Lettern auf der Homepage der Wiesseer Spielarena. Eine Fehlinformation, wie sich schnell herausstellte. So wie alle anderen Freizeiteinrichtungen auch musste der Indoor-Spielplatz von Josef Niedermayer mit Inkrafttreten des zweiten Lockdowns Anfang November seine Schotten wieder dichtmachen. Für Niedermayer bedeutet das: totaler Stillstand. „To Go“ und „Click & Collect“ sind für seine Spielarena schließlich keine Optionen.

Aufgeben will der Betreiber trotzdem nicht. „Bis zum Sommer kann ich das noch durchstehen“, sagt Niedermayer mit Blick auf die Krise. Er hofft, zumindest nach Ostern seine Spielarena wieder öffnen zu dürfen. Vorher werde das Infektionsgeschehen dies wohl nicht zulassen, glaubt Niedermayer. Indoor-Spielplätz seien schließlich Orte, wo sich viele Kinder treffen – „da will die Regierung kein Risiko eingehen“.

Zögerliche Nachfrage nach dem ersten Lockdown

Auch den ersten Wochen und Monaten nach der Wiedereröffnung sieht der Inhaber und Gründer der Wiesseer Spielarena skeptisch entgegen. Die Besucher – das habe der zurückliegende Sommer gezeigt – kämen in Pandemie-Zeiten eher zögerlich in Einrichtungen wie die seine. „Das werden wohl erst einmal Nullrunden oder leichte Minusrunden werden“, fürchtet Niedermayer und erinnert an die Situation im Sommer, als die Einrichtung nach dem ersten Lockdown endlich wieder aufmachen durfte: Fünf Geburtstage wurden in diesen Monaten durchschnittlich an den Wochenenden in der Spielarena gefeiert – zu normalen Zeiten sind es laut Niedermayer 25. „Die Leute haben einfach Angst gehabt.“

Pachtvertrag endet im Oktober 2021

Niedermayer selbst gibt sich kämpferisch. „Klagen nutzt nichts – irgendwann wird sich die Situation schon wieder normalisieren“, meint er. Und dann will der 70-Jährige am liebsten noch ein paar Jahre dran hängen. Eigentlich endet sein Pachtvertrag mit der Gemeinde, der die einstige Tennishalle und heutige Spielarena gehört, zum Oktober 2021. „Mein Ziel wäre es, noch einmal einen Fünf-Jahres-Vertrag zu bekommen“, erklärt Niedermayer, der sich mit seinen 70 Jahren noch fit genug fühlt für die Aufgabe. Auch die Spielarena selbst wäre laut dem Betreiber für die Zukunft gerüstet. Nachdem ihm der TÜV während der Corona-Krise einen Besuch abgestattet hatte, seien alle Gerätschaften gewartet und in Ordnung gebracht worden, versichert Niedermayer.

Die Zeichen dafür, dass der Pächter weitermachen kann, stehen nicht schlecht. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat auf Drängen der CSU-Fraktion beschlossen, dass Bürgermeister Robert Kühn das Gespräch mit Niedermayer über einen neuen Mietvertrag suchen solle.

Vertragsentwurf liegt vor

Dies ist auch geschehen, berichtet Rathaus-Chef Kühn auf Nachfrage unserer Zeitung. Relativ zügig nach dem Gemeinderatsbeschluss habe man die Verhandlungen mit dem Spielarena-Betreiber aufgenommen. „Es liegt auch bereits ein Vertragsentwurf vor“, erklärt Kühn. Um die Vereinbarung unter Dach und Fach zu bringen, gelte es aber, noch ein paar finale Fragen, die vor allem dem Alter und dem Zustand des Gebäudes geschuldet seien, zu klären. „Corona hat das Ganze ein wenig verlangsamt“, räumt der Bürgermeister ein.

Um welchen Zeitraum das Pachtverhältnis mit Niedermayer verlängert werden könnte, dazu wollte sich Kühn noch nicht äußern. „Die Gemeinde befindet sich in einer Zwickmühle“, erläutert er. Zum einen sei man sich im Gemeinderat einig, dass man das Angebot einer Spielarena erhalten wolle, zum anderen wisse man nicht, wie sich die Situation auf dem Areal an der Wilhelminastraße weiter entwickle. Schließlich existieren große Hotel-Planungen auf dem benachbarten Grundstück des früheren Jodbads. Kühn: „Wir brauchen hier eine gewisse Flexibilität.“ Die Gemeinde müsse also einen Weg finden, um sich einerseits eine „Exit-Möglichkeit“ zu bewahren und andererseits dem Betreiber die nötige Sicherheit zu garantieren.

Traglufthalle zusammengebrochen

Bis zur Unterschrift muss sich Niedermayer also seinen Optimismus bewahren. Und das, obwohl ihm die jüngsten Schneefälle einen weiteren Rückschlag bescherten: Unter der Schneelast brach nämlich die Tennis-Traglufthalle neben der Spielarena zusammen. Mit dem Wiederaufbau will Niedermayer warten, bis der Schnee abgetaut ist. Wegen Corona, sagt er, könne er die Halle derzeit ja eh nicht vermieten.

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