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Diebstahl und Sachbeschädigung an Wiesseer Promenade: 19-Jähriger kann sich vor Gericht nicht mehr erinnern

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Im Juli 2020 soll der Jugendliche die Scheibe eines Kiosk zerstört haben. (Symbolbild)
Im Juli 2020 soll der Jugendliche die Scheibe eines Kiosks an der Wiesseer Seepromenade zerstört haben. (Symbolbild) © Thomas Plettenberg

Einst hatte er selbst bei der Polizei eine klare Aussage gemacht, vor dem Amtsgericht Miesbach konnte sich der 19-jährige Angeklagte auf einmal nicht mehr erinnern.

Bad Wiessee – Teils Glück, teils Pech hatte jetzt ein 19-jähriger Azubi aus Bad Wiessee am Amtsgericht Miesbach. Gegen ihn liefen gleich zwei Strafverfahren, eines wegen Sachbeschädigung und eines wegen vierfachen Diebstahls, die in einer Verhandlung miteinander verbunden wurden.

Was die Sachbeschädigung betraf, war bereits der zweite Gerichtstermin nötig. Dem Auszubildenden wurde vorgeworfen, im Juli 2020 spätabends eine Scheibe des Kiosks an der Wiesseer Seepromenade mit einer Flasche eingeworfen zu haben. Er hatte das zu Prozessbeginn bestritten: Es habe sich nicht um eine Bierflasche, sondern um einen Mülleimer gehandelt, den er sich mit Freunden spaßeshalber zugeworfen habe. Der Eimer sei versehentlich im Fenster gelandet. Ein Freund hatte die Version durch seine Zeugenaussage bestätigt (wir berichteten).

Diebstahl und Sachbeschädigung: 19-Jähriger kann sich vor Gericht nicht mehr erinnern

Der nun geladene zweite Freund zeichnete sich durch ein bemerkenswert schlechtes Gedächtnis aus. Erst gab der 18-jährige Wiesseer an, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können, woraufhin ihn Richter Klaus-Jürgen Schmid mit dem polizeilichen Protokoll konfrontierte. Darin hatte der Wiesseer angegeben, der 19-Jährige habe das Fenster absichtlich eingeworfen; er selbst habe daraufhin die Polizei informiert. Bereits ein Jahr zuvor habe der 19-Jährige schon eine Scheibe am Pavillon an der Seepromenade demoliert. Doch der Vorhalt verbesserte das Erinnerungsvermögen des wortkargen Zeugen nicht. Er konnte sich vorgeblich nicht einmal erinnern, bei der Polizei gewesen zu sein, geschweige denn etwas ausgesagt zu haben. Er zweifelte gar an, ob die Unterschrift auf dem Protokoll von ihm stamme. Das Gericht stellte die Sache schließlich vorläufig ein.

Weniger glimpflich kam der 19-Jährige beim Diebstahlsprozess davon. Dreimal soll er im vergangenen Jahr in Bad Wiessee Kfz-Kennzeichen im Wert von jeweils 46 Euro von Autos abmontiert und gestohlen haben. Außerdem soll er an der Sanktjohanserstraße ein zur Abholung durchs Straßenbauamt bereitliegendes Umleitungsschild im Wert von 60 Euro mitgenommen haben. Der Angeklagte stritt ab, die Nummernschilder abgenommen zu haben. Er habe sie bei einer Baustelle im Gebüsch neben einer Mülltonne gefunden und mitgenommen. Als Zeugin wurde eine 50-jährige Haushamerin vernommen. Nach einem Bekanntenbesuch in Bad Wiessee habe sie das vordere Nummernschild ihres Autos vermisst, danach Scherereien bei der Beschaffung eines Ersatzkennzeichens gehabt. Erst nach fünf Monaten sei das Schild wiedergefunden worden.

Bad Wiesser am Amtsgericht Miesbach angeklagt: 300 Euro Strafe und Schadensersatz

Der Staatsanwalt wertete die Aussage des Angeklagten als Schutzbehauptung und forderte eine Geldstrafe und Schadenersatz. Der 19-Jährige war damit nicht einverstanden. Er finde das ungerecht, erklärte er und bestritt weiterhin seine Schuld, zumal es keine Beweise gäbe.

Richter Schmid erkannte schließlich auf Unterschlagung der drei Kennzeichen und Diebstahl des Umleitungsschilds, den der Angeklagte bereits bei der Polizei eingeräumt hatte. Schmid verhängte eine Geldstrafe von 250 Euro und 50 Euro Schadenersatz für die Haushamerin: Selbst wenn er die Schilder gefunden habe, hätte er sie zum Fundamt bringen müssen.

Von Stefan Gernböck

Das Internet macht vieles möglich. Der Versuch, mittels standardisierter Vordrucke die Maskenpflicht an Schulen zu Fall zu bringen, gehört nicht dazu. Mit solchen Vorstößen sah sich das Amtsgericht Miesbach konfrontiert.

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