Das Brückenwiderlager und der neue Weg sind am Söllbach nicht zu übersehen.
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Das Brückenwiderlager und der neue Weg sind am Söllbach nicht zu übersehen.

Wege- und Brückenbau wegen Umbau der Saurüsselalm?

Staunen über Baustelle im Wiesseer Söllbachtal

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Die Saurüsselalm im Wiesseer Söllbachtal soll schon bald als Einkehr für Wanderer dienen. Jetzt sorgen eine nahe Baustelle und ein neuer Weg für Rätselraten.

Bad Wiessee – Was läuft da im Wald bei Bad Wiessee? Wanderer und Radfahrer auf dem beliebten Forstweg im Söllbachtal staunen über einen neuen Weg, der – bachaufwärts auf der rechten Seite – bergauf in den Wald abzweigt. Und nicht nur das: Auch an der Überwindung des Söllbachs wird gearbeitet – ein Widerlager für eine Brücke ist schon betoniert und deutlich sichtbar.

„Handelt es sich da etwa um einen Forstweg, der zur Saurüsselalm führt? Und gibt es dafür eine Genehmigung?“, wundert sich Fritz Joachim aus Moosrain.

Großgrundbesitzer Haslberger will Alm in Gastwirtschaft umbauen

Tatsächlich befindet sich unweit der Baustelle die Söllbachaualm, auch Saurüsselalm genannt. Bekanntlich will Großgrundbesitzer Franz Haslberger die im Söllbachgebiet liegende Saurüsselalm in eine Gaststätte für Wanderer umrüsten. Schon Anfang des Jahres sollte es soweit sein, doch die Eröffnung verzögert sich. Vor Kurzem hieß es noch, bis Herbst. Das Genehmigungsverfahren dauert immer noch an, begründete das Landratsamt Miesbach die Verzögerung.

Auf erneute Nachfrage heißt es nun, dass es gegenüber dem Sachstand vom 11. Juni noch keine neuen Erkenntnisse in Sachen Saurüsselalm gebe. Und auch was den Wegebau betrifft, kann Vanessa Schallmoser von der Pressestelle keine Informationen liefern.

Bau von Wirtschaftswegbrücke schon seit Jahren genehmigt

In der Gemeinde Bad Wiessee weiß Bauamtsleiter Anton Bammer schon mehr. Bei der Brücke handle es sich vermutlich um jene Wirtschaftswegbrücke, für die Franz Haslberger schon im Jahr 2006 erstmals einen Antrag gestellt hat. „Im Oktober 2020 wurde dieser Antrag dann zum fünften Mal verlängert. Er gilt bis Oktober 2022“, erklärt Bammer. Was den Weg betrifft, so gehe er nicht davon aus, dass dieser neu gebaut wurde. „Vermutlich wurde ein vorhandener Weg ertüchtigt“, glaubt Bammer. Man müsse den Sachverhalt jedoch prüfen. Ohne sich festzulegen, handle es sich jedoch wohl um Privatwegebau. Also einen Weg, den Franz Haslberger durch seinen eigenen Wald baut.

Fakt ist: Auch die Bayerischen Staatsforsten sind nicht involviert. „Wir wissen nichts vom dem Wegebau“, betont Forstbetriebsleiter Jörg Meyer auf Nachfrage.

gr

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