+
Der Abriss ist besiegelt: Der in die Jahre gekommene Badepark soll verschwinden. An seiner Stelle wird laut Gemeinderats-Beschluss ein neues Multifunktionsbad für 30 Millionen Euro entstehen. 

Gemeinde fasst Grundsatzbeschluss

Für 30 Millionen Euro: Bad Wiessee bekommt einen neuen Badepark

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
    schließen

Jetzt ist es beschlossene Sache: Der alte Badepark in Bad Wiessee wird abgerissen und durch ein „multifunktionales Hallenbad“ ersetzt. Kostenpunkt: rund 30 Millionen Euro.

Bad Wiessee – Dass der Badepark in seiner jetzigen Form ein Auslaufmodell und nicht mehr lange überlebensfähig ist, steht schon länger fest. Auch hatte sich bereits abgezeichnet, dass eine Sanierung des betagten Bades wohl keinen Sinn mehr macht. Kurz vor der Kommunalwahl im März hat der alte Wiesseer Gemeinderat nun noch Nägel mit Köpfen gemacht. Wie die Gemeinde am Donnerstag mitteilte, hat das Gremium in einer nicht-öffentlichen Sondersitzung beschlossen, den Badepark durch einen Neubau zu ersetzen. Die Entscheidung fiel mit 15:0. Ihr voraus ging laut Protokoll eine „intensive Diskussion“.

Reines Sportbad bringt nicht die gewünschten Erträge

Dabei wurde auch klar: Der Bau eines reinen Sportbades würde zwar günstiger kommen, lasse aber weitaus geringere Erträge erwarten. Um den „neuen Badepark“ wirtschaftlich betreiben zu können, setzt Bad Wiessee daher auch künftig auf die Schwerpunkte Sauna, Wellness und Gastronomie. Die Rede ist von einem „multifunktionalen Hallenbad“.

Lesen Sie hier: Badepark: Auf der Suche nach 20 Millionen

Obgleich eine endgültige Aussage der anderen Tal-Gemeinden zu einer finanziellen Beteiligung an einem Neubau noch aussteht, war nach Ansicht der Wiesseer die Zeit reif für eine Entscheidung. Die Arbeitsgruppe „Badepark“ habe in den vergangenen beiden Jahren ein Dutzend Mal getagt, die Beraterfirma HKH Management habe das Projekt intensiv betreut – somit seien sämtliche Fakten auf dem Tisch gelegen, „die das Gremium für eine Entscheidung benötigt“, heißt es in der Beschlussfassung. Zudem würden – „dank zahlreicher mutiger Entscheidungen“ – die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde diese Investition zum jetzigen Zeitpunkt zulassen.

Hier finden Sie den Artikel: Abriss oder Sanierung des Wiesseer Badeparks: Helfen die Nachbarn mit?

Im Beschluss sind die Kosten klar verankert. Demnach sollen die gesamten Baukosten, inklusive Sicherheitsreserve, bei rund 30 Millionen Euro liegen. Die Möglichkeit einer Luxus-Variante, die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ebenfalls durchgespielt worden war, hätte inklusive Abriss sogar zwischen 36 und 46,5 Millionen Euro verschlungen. Allerdings sei von Beginn an klar gewesen, dass diese „Maximalplanung“ nicht finanzierbar sei und lediglich als Grundlage für die Weiterentwicklung des Projekts diene. Vielmehr sei es das Ziel gewesen, „einen Kostenrahmen zu erreichen, der zwar die Wirtschaftlichkeit des Betriebs sichert, aber auch eine sorgenfreie Finanzierung durch die Gemeinde sicherstellt“.

Finanzierungs-Beteiligung der Nachbargemeinden ist noch zu klären

Und wie geht’s nun konkret weiter? Helmut Karg von HKH, der als Bäderspezialist die Gemeinde in Sachen Badehaus und Badepark berät, wird nun alle Vorbereitungen für einen Architektenwettbewerb treffen. Dabei soll ihn auch eine – gegebenenfalls neu zu gründende – Arbeitsgruppe unterstützen. Parallel dazu wurde die Rathaus-Verwaltung damit beauftragt, die Fördermittelfähigkeit des anvisierten Neubaus zu prüfen. Und noch zwei weitere Punkte gilt es zu klären: zum einen die finanzielle Beteiligung der Nachbargemeinden am Schwimmbetrieb des neuen Bades, zum anderen die Parkplatz-Problematik. Derzeit gebe es einen Fehlbestand von mehreren Dutzend Parkplätzen, heißt es in dem Beschluss. Diesen Mangel zu beheben, sei wesentlich „für den Erfolg des Gesamtprojekts“.

Auch interessant: Interimslösung: Jodbad-Chefin legt erstaunliche Zahlen vor

gab

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Gmund – Andreas Schubert ist Fernfahrer fürs Leben - es ist eine Sucht, sagt er. Dabei hätte er schon mal fast aufgehört. Ein Porträt des Stars der DMAX Kultserie …
Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Neue Lint-Züge nerven die Anwohner: „Das ist infernalischer Lärm“
Die neuen Lint-Züge, die seit Mitte Juni unter dem Namen Bayerische Regiobahn (BRB) durchs Oberland fahren, rauben vielen Gmundern Schlaf und Nerven. Der Grund ist …
Neue Lint-Züge nerven die Anwohner: „Das ist infernalischer Lärm“
Tankstelle wächst um drei Wohnungen
Das Ensemble rund ums Autohaus Kathan in Bad Wiessee bekommt Zuwachs. Jetzt befasste sich der Bauausschuss mit der Aufstockung.
Tankstelle wächst um drei Wohnungen
Kindern die Natur vertraut machen
Kindern die Natur vertraut machen

Kommentare