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Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn sitzt am Ratstisch und spricht zu Bürgern.
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Stand den Bürgern Rede und Antwort: Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (vorne). Foto: thomas plettenberg

BürgerInfo bei Rathauschef

Badepark: Kühn wirbt für Neubau-Pläne

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Nicht nur, aber in der Hauptsache um den Bürgerentscheid zum Badepark ging es beim Bürgerdialog mit Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn. 25 Gäste ließen sich über das nächste Großprojekt im Tal aufklären.

Bad Wiessee – Gleich zu Beginn machte Robert Kühn (SPD) deutlich, dass es seitens der Gemeinde wünschenswert wäre, wenn die Wiesseer hinter dem 30 Millionen Euro teuren Neubau stehen und im September im Sinne des Ratsbegehrens votieren würden. Falls am Ende des Bürgerentscheids doch ein „Nein“ stehen sollte, würde Bad Wiessee mit den anderen Tal-Gemeinden über eine Defizitvereinbarung verhandeln und danach entscheiden, wann der Badepark wiedereröffnet werde – wohlwissend, dass die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls in den nächsten zwei Jahren enorm hoch sei. Der marode Bade-Park beschere der Gemeindekasse jährlich eine Million Euro Verlust.

Wenn sich eine Gemeinde wie Bad Wiessee keinen Badepark leisten kann, dann kann es keine.

Hilmar Danzinger

An Kühns Seite unterstrichen auch Betriebsleiter Karl Maurer, Gemeinde-Geschäftsleiter Hilmar Danzinger und Bäderspezialist Helmut Karg die Notwendigkeit eines Neubaus. Maurer erklärte: „Die Technik ist Stand 1990. Die Halbwertszeit ist erreicht. Man fährt nur noch auf Sicht bis zum nächsten Schaden.“ Mit der Entlüftungstechnik beispielsweise könne man keine Wärme zurückgewinnen. Neue Anlagen könnten 85 Prozent der Energie zurückführen, sodass man insgesamt knapp 50 Prozent der Energiekosten einsparen könnte. Dass nicht nur gespart, sondern auch an der Einnahmenschraube gedreht werden muss, glaubte Geschäftsleiter Danzinger, der zugleich betonte, dass Bad Wiessee finanziell nicht so schlecht dasteht, wie das immer dargestellt würde. „Wenn sich eine Gemeinde wie Bad Wiessee keinen Badepark leisten kann, dann kann es keine.“

Bad Wiesseer Bürgermeister strebt ein Bad mit Sauna, Wellness und vielem mehr an

Bürgermeister Kühn betonte mit Blick auf die Preisstruktur, dass nicht angedacht sei, einfach den Preis zu erhöhen, sondern ein Angebot zu schaffen, das eine Preiserhöhung wert sei. Damit konterte er den Einwand eines Bürgers, der erhöhten Gästezahlen bezweifelte, die der Finanzierung und Preisgestaltung zugrundeliegen. Ein attraktives Bad mit Saunen, Wellnessbereich, Spaß- und Kinderbecken, Räumen für Gruppenstunden und einem Gastrobereich, so Kühn, würde auch mehr Gäste anziehen, die zudem bereit seien, marktkonforme Preise zu bezahlen. Die Preise für die Sportschwimmer, Schüler und Vereine sollen derweil maßvoll angepasst werden. „Wir wollen etwas für Bad Wiessee entstehen lassen und nach vorne gehen“, bekräftigte Kühn, und Gemeinderat Johannes von Miller (Grüne) sprach von einem Leuchtturmprojekt.

Badepark soll mit attraktiven Angebot höhere Preise rechtfertigen

Eine Bürgerin schlug vor, dass man auch mit einer guten Energiebilanz und dem Faktor Klimaneutralität werben könnte. Bäderspezialist Karg gab an, dass man im Arbeitskreis Badepark durchaus über innovative Technik wie die Wärmegewinnung aus dem Seewasser durch Wärmepumpen nachdenke. Blitz-Gemeinderat Stefan Niedermaier aus Rottach-Egern bat, die anderen Tal-Gemeinden bei dem Projekt mitzunehmen und nicht nur hinterher bei den Defiziten zur Kasse zu bitten: „Wir kommen talweit nicht um ein vernünftiges Schwimmbad herum. Wir sollten da auch talweit etwas zustande bringen.“ Warum also nicht eine Genossenschaft oder ein talweites Kommunalunternehmen für alle kommunalen Bäderbetriebe – also auch das Warmbad in Rottach-Egern und das Freibad in Kreuth – bilden? Kühn hatte eingangs vor einer Beteiligung der anderen Talgemeinden an den Baukosten gewarnt. Dies sei förderschädlich. Jetzt wies er darauf hin, dass es auch dafür erst einmal einen positiven Bürgerentscheid und im Anschluss eine offene Diskussion brauche. Und selbst wenn dieser positiv ausfällt, könne die Gemeinde immer noch die Notbremse ziehen, meinte Kühn.

Badepark Bad Wiessee: Im September stimmen die Bürger ab

Von Miller gab noch zu bedenken: „Wir wissen schließlich auch nicht, wie sich das mit Corona verhält und ob es in Zukunft überhaupt noch öffentliche Schwimmbäder geben wird.“

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