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Neue hochpreisige Seifen hat das Jodbad Ende 2018 rausgebracht. „Damit hätten wir auch baden gehen können“, meint Leiterin Renate Zinser. 

„Haben das Beste daraus gemacht“

Interimslösung: Jodbad-Chefin legt erstaunliche Zahlen vor

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Die Interimslösung fürs Wiesseer Jodschwefelbad war im Gemeinderat stark umstritten. Doch der Schritt hat sich offenbar ausgezahlt. Jodbad-Chefin Renate Zinser konnte jetzt erstaunliche Zahlen präsentieren.

Bad Wiessee – An Weihnachten 2016 haben Renate Zinser (57) und ihre Mannschaft das altehrwürdige Jodschwefelbad verlassen und sind in ihr Behelfsdomizil im Obergeschoss des Badeparks umgezogen. Hier sollten die Anwendungen so lange weitergehen, bis nebenan das neue, moderne Badehaus steht. Nun ist das neue Flaggschiff der Gemeinde beinahe fertig – und die Geschäftsführerin blickt zufrieden auf die Übergangszeit zurück.

„Ich finde, wir haben das Beste aus der Interimslösung gemacht“, erklärte Zinser jüngst im Gemeinderat und konnte diese Aussage auch mit Zahlen untermauern. 2018 habe das Jodbad einen Gesamterlös von 295.000 Euro erwirtschaftet, allein aus den Anwendungen erzielte es einen Umsatz von 277.000 Euro. Das liege deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres und – was viel bemerkenswerter ist – auch deutlich über dem, was im alten Jodbad-Gebäude erwirtschaftet wurde.

Lesen Sie hier: Im Badepark: Jodbäder in vergessenen Räumen

In dem betagten Kurmittelhaus betrugen die Erlöse zuletzt zwischen 250.000 und 280.000 Euro. Und der positive Trend setzt sich fort. Auch 2019 zeichne sich wieder eine Umsatzsteigerung ab – allein im Monat November um 20 Prozent, berichtet die Geschäftsführerin.

„Ich bin froh, dass Sie damals so entschieden haben, die Zahlen geben Ihnen recht“, meinte Zinser an die Adresse der Gemeinderäte. Die Interimslösung war damals im Gremium stark umstritten, letztlich sprachen sich die Mitglieder bei einer Sitzung im Sommer 2016 aber mehrheitlich dafür aus. Warum die Zahlen trotz Provisorium und schwieriger Rahmenbedingungen in dem Behelfsdomizil eine positive Entwicklung nahmen, hat laut Zinser verschiedene Gründe. „Der Ort fängt an, sich mit seinem Jodbad und dem Thema Gesundheit zu identifizieren“, glaubt sie. Das liege vor allem an dem neuen Badehaus, dessen Entstehung die Wiesseer Bürger mit wachsendem Stolz verfolgten.

Das Badehaus von Matteo Thun fand im Sommer 2016 nur eine dünne Mehrheit 

Es wurden aber auch ganz konkrete Maßnahmen ergriffen, um das Geschäft mit dem Heilwasser anzukurbeln. So wurde etwa der Einheimischen-Rabatt fortgeführt und auf einen weiteren Monat (November) ausgedehnt. Darüber hinaus hat das Jodbad Ende 2018 neue Seifen auf den Markt gebracht. „Das war eine mutige Entscheidung“, sagt Zinser. Denn die Seifen seien nicht nur qualitativ hochwertig, sondern auch hochpreisig. Ein Stück kostet immerhin 21 Euro.

Dennoch ließen sich die Abnehmer nicht lange bitten. 2018 wurden nach Angaben Zinsers 20.000 Euro durch den Seifen-Verkauf eingenommen, 2019 sogar über 30.000 Euro. Dass die Seifen von der Marketing-Agentur Hirschfänger zudem ein neues Design und neue Werbeslogans verpasst bekamen („Die neuen Soap-Stars von Bad Wiessee“) habe sein Übriges beigetragen.

Unabhängig von den Zahlen sei es wichtig gewesen, dass der Badebetrieb in Bad Wiessee ohne Unterbrechung weitergehen konnte, betont Zinser. Somit habe das Jodbad die meisten Stammgäste halten können. Dennoch ist die Geschäftsführerin froh, dass sich die Zeit der Übergangslösung langsam dem Ende entgegen neigt.

Das neue Badehaus soll am 15. April seine Pforten für zahlende Gäste öffnen. Damit zum Start alles reibungslos läuft, ist ab Mitte März eine intensive Testphase geplant. „Das geschieht in einzelnen Stufen“, kündigt die Jodbad-Leiterin an. Zunächst wird die Technik auf Herz und Nieren geprüft, dann dürfen die Mitarbeiter der gemeindlichen Einrichtungen die ersten Bäder nehmen, anschließend ausgesuchte Stammgäste.

gab

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