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Auf dieser Premium-Fläche am Wiesseer Seeufer soll die Hotelanlage der Familie Strüngmann entstehen. 

Firma Athos zeigt Entwürfe aus Mexiko

Debatte um Strüngmann-Hotel: „Für uns Oberbayern eine ganz neue Welt“

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Wie wird das Strüngmann-Hotel an der Wiesseer Seepromenade einmal aussehen? Im Gemeinderat präsentierten die Planer jetzt einige Vorentwürfe. Sie stießen nicht nur auf Wohlwollen.

Bad Wiessee – Ein Architekturbüro aus dem fernen Mexiko, ein Landschaftsplaner aus der Schweiz. Die Familie Strüngmann setzt bei ihrem Hotelprojekt in Bad Wiessee auf internationales Flair. „Das ist für uns Oberbayern eine ganz neue Welt, die wir hier betreten“, kommentierte Markus Trinkl (Wiesseer Block) im Gemeinderat die von Athos-Architekt Urs Fridrich vorgelegten Entwürfe.

Sie zeigten viel Holz, großflächige Verglasungen, aber auch Mauern an den einzelnen Suitenhäusern, die manchen Gemeinderat stutzen ließen. Kurt Sareiter sprach gar von einem „Wandverhau“, der ihm so gründlich missfalle. Auch Gemeinderats-Kollegin Klaudia Martini (SPD) übte Kritik an den Entwürfen des mexikanischen Büros Manuel Cervantes und des Landschaftsarchitektur-Büros enea aus der Schweiz. Sie störte sich vor allem an der Darstellung der Umgebung, die so nicht den Realitäten entspreche. Sie sei dankbar, dass Athos so viel wie möglich visualisiere, „aber bitte kommen Sie nicht mit Bildern daher, die so nicht zutreffen“.

Lesen Sie hier: Durchbruch fürs Strüngmann-Hotel: So lief die Sondersitzung in Bad Wiessee

Athos-Geschäftsführer Thomas Maier hakte ein: „Was wir hier zeigen, ist nicht das Endprodukt“, versicherte er. Vielmehr wolle man den Gemeinderat an den einzelnen Entwicklungsschritten der Architektur teilhaben lassen. Ein Vorgehen, das Florian Sareiter, CSU-Bürgermeisterkandidat, zu würdigen wusste. Die Art und Weise, wie Athos die Gemeinderäte informiere, sei mustergültig. „Machen Sie weiter so!“

Club-Haus für Kinder entsteht doch nicht in sensibler Seeuferzone

Tatsächlich ging es bei der Sitzung nicht um die Feinheiten der Architektur, sondern darum, den geänderten Flächennutzungsplan und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Strüngmann-Areal in die zweite Auslegungsrunde zu schicken. Nachdem er die – überwiegend unproblematischen – Stellungnahmen aus der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung abgearbeitet hatte, tat der Gemeinderat dies jeweils mit nur einer Gegenstimme (Ingrid Versen, CSU).

Parallel zu den Planungen läuft in Bad Wiessee bereits der große Abbruch

Im Vorfeld hatte Athos noch einmal Hand angelegt an der Planung und ein Gebäude, an dem sich sowohl der Gemeinderat als auch Behörden gestört hatten, komplett entfernt. Der ursprünglich in der Seeuferzone geplante Kinderclub ist verschwunden und soll nun stattdessen in dem Verwaltungsgebäude der Anlage nahe der Wohnhäuser untergebracht werden. Der Haken: Dazu muss der ohnehin im Nachhinein eingeplante zweigeschossige Bau noch um sechs Meter verlängert werden.

Klaudia Martini (SPD) fühlt sich an „Salamitaktik“ erinnert

„Das sehe ich kritisch“, meinte Martini und fühlte sich „an die berühmte Salami-Taktik“ erinnert. Am Ende war der Gemeinderat dennoch bereit, diese Kröte zu schlucken, wollte aber im Beschluss festgehalten haben, dass nun „die absolute Obergrenze“ der Bebauung erreicht sei.

Diese Mehrung der Kubatur könne er noch vertreten, sagte Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD). „Für mich ist das aber der letzte Schritt.“ Er erinnerte daran, dass es auf dem Grundstück am See schon viel massivere Planungen gegeben habe, „die uns die Sicht zum See gänzlich versperrt hätten“. Dagegen sei das Strüngmann-Hotel kleinteiliger, übersichtlicher und moderner. „Wir waren mal das Weltbad Bad Wiessee“, betonte Huber. Mit dieser Architektur schaffe man es vielleicht, an die alte Blüte anzuschließen.

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Bebauungsplan und Flächennutzungsplan werden nun erneut öffentlich ausgelegt. Die Firma Athos hofft auf den endgültigen Satzungsbeschluss im März. Sie peilt noch für dieses Jahr den Baubeginn für die Hotelanlage mit rund 90 Zimmern, Wellnessbereich und öffentlichem Biergarten an.

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