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Freut sich auf die bevorstehende Fertigstellung der Tegernsee Villen: Planquadrat-Geschäftsführer Thomas Hofer.
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Gärtner legen derzeit die Grünanlagen zwischen den Tegernsee Villen an.
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Rundgang durch die Wohnanlage.
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Wohnhaus in der Anlage.
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Blick in eine der größten Wohnungen.
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Wege werden gepflastert.

Ehemaliger Wiesseer Brennerpark

Lange umstrittene Luxus-Anlage wird bezogen: Ein Besuch bei den Tegernsee Villen 

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Während der Bauphase haben die Tegernsee Villen in Abwinkl noch für große Empörung gesorgt. Jetzt ist die Wiesseer Luxus-Wohnanlage fast fertig und zeigt ihr Gesicht.

Bad Wiessee – Thomas Hofer (44), Geschäftsführer des Salzburger Unternehmens Planquadrat, lehnt am Balkongeländer einer 380-Quadratmeter-Wohnung im Haus „Tegernsee“. Die Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn – nicht wegen der Mühen, die hinter ihm liegen, sondern, weil die Sonne heute über ihm scheint. „Wir sind ganz happy“, sagt Hofer mit einem Strahle-Lächeln im Gesicht. „Jetzt sieht man die ganze Dimension der Anlage.“

Die Tegernsee Villen, ein Luxus-Wohnprojekt, das für viel Furore gesorgt hat. Weil das Wiesseer Gastronomen-Ehepaar Brenner und die Rottacher Familie Radmer mit ihren ambitionierten Plänen für den Brenner Park letztlich aus Vermarktungsgründen scheiterten, war Planquadrat im August 2015 zum Zug gekommen. „Ich war damals in Bad Wiessee auf der Suche nach einem Grundstück, und so kam der Kontakt zustande“, erinnert sich Hofer. Er modifizierte die Pläne, verabschiedete sich vom anfangs propagierten „Rundum-Service“ für die Wohnungsbesitzer und begann, auf dem 15.000 Quadratmeter großen Areal, auf dem früher die Schlemmerklinik stand, neun Häuser mit 38 Wohnungen zu bauen.

Die Eigentumswohnungen haben Größen zwischen 75 und 380 Quadratmetern. Wer eine will, muss mindestens 700.000 Euro locker machen. „Sechs Wohnungen sind noch frei“, weiß Hofer und berichtet, dass es sich bei den Käufern überwiegend um Personen ab 45 Jahren handle. Ja, es seien auch Kunden aus Rottach-Egern und München darunter, aber hauptsächlich auswärtiges Klientel, das sich in Zukunft hier in Abwinkl niederlassen wolle. Vorerst würden etwa 40 Prozent hier ihren Zweitwohnsitz anmelden und die Wohnungen zu Urlaubszwecken nutzen, sagt Hofer. 60 Prozent hätten hier jedoch ihren Hauptwohnsitz.

So wie die beiden Wohnungsbesitzer, die bereits eingezogen sind, während ringsum noch an fast allen Ecken und Enden gearbeitet wird. Rein äußerlich hat die Wohnanlage der Extraklasse schon ein Gesicht: Sie wirkt homogen, auch durch die Farbgebung der Holzverschalung, die einheitlichen Fensterläden, die Holzbalkone ringsum und die großen Fenster. Auf den geschwungenen Spazierwegen durch die Anlage werden letzte Pflastersteine eingeklopft, Gärtner rollen Rasen aus und pflanzen tonnenweise Büsche, Bäume und Sträucher. Drinnen in den Häusern, die nach den umliegenden Bergen benannt sind, geben sich Handwerker die Klinken in die Hände, um die Wünsche der Wohnungsbesitzer umzusetzen. Luxus-Standard und modernster Wohnstil sind hier angesagt, inspiriert von Bergen, See und Tegernseer Traditionen. Nicht zu vergessen die Tiefgarage mit 115 Plätzen, die das komplette Areal unter den Häusern ausfüllt und Zugänge in jedes Haus ermöglicht. Sogar ein Fitnessstudio über zwei Etagen mit Sauna ist vorhanden und ein Empfangsgebäude, in dem die Hausverwaltung ihr Büro hat, Mülltonnen für die Abholung bereitgestellt werden oder die Paketbox installiert ist.

„Wo bitte sind hier die Abstände zu eng?“, frägt Hofer, während er wieder von einem Balkon hinunter auf den Spazierweg und hinüber auf das knapp 20 Meter entfernte, nächste Wohnhaus blickt. Natürlich sei der Anblick schockierend gewesen, als die fünf Meter tiefe Baugrube der Tiefgarage noch nicht ganz zu, alle Häuser eingerüstet, überall Kräne und Baufahrzeuge zu sehen waren und dichtes Gedränge herrschte. Sogar im Gemeinderat war gegen das Projekt gewettert worden.„So etwas darf nie wieder passieren“, hatte etwa Kurt Sareiter (CSU) die Ratstisch-Runde beschworen.

Wurden Fehler gemacht? Was den Bebauungsplan betrifft, so habe man lediglich beim hintersten Haus eine Abweichung wegen der Abstandsfläche zulassen müssen, erinnert sich Bauamtsleiter Helmut Köckeis. Auch das Fällen von Bäumen sei mit der Naturschutzbehörde abgestimmt worden. „Ansonsten kann ich mich an keine Einwände aus der Bevölkerung während der Genehmigungsphase erinnern“, sagt Köckeis.

Thomas Hofer ist froh, dass das Projekt Tegernsee Villen mit einem Finanzvolumen von 50 Millionen Euro spätestens im August ganz geschafft sein wird. Er blickt hinüber nach Tegernsee, wo Planquadrat das nächste Projekt verwirklicht: das Quartier Tegernsee. Hier entstehen ein 122-Zimmer-Hotel in außergewöhnlicher Bohnenform und drei Gebäude mit 85 Wohnungen. Finanzvolumen: 70 Millionen Euro. 40 Prozent der Wohnungen seien schon verkauft, vor allem die insgesamt 21 Wohnungen im günstigeren „Tegernseer Modell“ würden einen enormen Zulauf erfahren.

Kritik und teils persönliche Angriffe vor allem im Internet haben dem Österreicher bei beiden Projekten zu schaffen gemacht. „Das war schon verletzend, und in dieser Heftigkeit habe ich das auch noch nie erlebt.“ Was die Wiesseer Anlage betrifft, so lade er jeden Kritiker ein, sich ein Bild von der Anlage zu machen. Jetzt, da die Tegernsee Villen ihr wahres Gesicht zeigen.

gr

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