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Mit seinen Ponys lebt Josef Lederer noch immer auf dem Hotelgelände.

Josef Lederer zieht wieder vor Gericht

Der Kampf ums Wiesseer Geisterhotel geht weiter

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Bad Wiessee - Josef Lederer (76), einst Eigentümer eines noblen Hotels, hat alles verloren. Aber er kämpft. Mit nimmermüder Energie treibt er drei Klagen gegen Gemeinde, Landratsamt und Kreissparkasse voran. Es geht um Millionen.

Drei Ponys, eine zugige Wohnung in einem Nebengebäude seines einstigen Luxushotels: So lebt Josef Lederer. „Bis zum Abriss kann er dort wohnen bleiben“, sagt Thomas Strüngmann. Wie berichtet, hat der Tegernseer Unternehmer das Traditionshotel in Bestlage im Dezember 2015 gekauft. Ihm gehört auch das nahe Spielbankgelände mitsamt dem Haus des Gastes. Sein Ziel ist es, ein neues Hotel zu realisieren. „Wir haben erste Gespräche mit Interessenten aufgenommen“, erklärt Strüngmann. Wie viel Zeit die Planung in Anspruch nehmen wird? Da will sich Strüngmann lieber nicht festlegen und zitiert stattdessen Konfuzius: „Wer einen langen Weg gehen will, muss viele kleine Schritte gehen.“ 

Um das Lederer kümmert sich seit Dienstag Thomas Maier als Bevollmächtigter. Er ist Mitarbeiter der Immobilienabteilung im Büro der Familie Strüngmann und hat schon die schwierigen Verhandlungen mit der Firma RDR zu Ende gebracht. Der RDR hatte Lederer sein Hotel einen Tag vor der Zwangsversteigerung im Oktober 2011 verkauft, für 6,2 Millionen Euro. Maier hat Lederer seinen Besuch angekündigt. 

Fotos: Rundgang durch ein Geisterhotel - das Lederer in Bad Wiessee

Hotel Lederer in Bad Wiessee - Fotos

Lederer wird ihn wohl durch das vollständig eingerichtete Hotel führen. Im Juni 2013 überflutete ein Hochwasser das Parterre, setzte den Nachtclub und das Schwimmbad unter Wasser. Das Inventar gehört nach wie vor Lederer. Nach einer Einschätzung der Regierung von Oberbayern vom 30. April 2015 ist die Einrichtung allerdings inzwischen völlig wertlos, wie auch die Gebäude selbst. So steht es in einer schriftlichen Stellungnahme von Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz zu einer Klage, die Lederer beim Verwaltungsgericht eingereicht hat.

200.000 Euro wegen Hochwasser

Lederer verlangt einen Ausgleich für die Hochwasserschäden. 200.000 Euro hält Lederer für angemessen. „Man muss das endlich in Ordnung bringen, sonst kann man das Hotel doch nie mehr betreiben“, sagt Lederer, der nie aufhören wird, um das Hotel zu kämpfen, das sein Leben war. Das Landratsamt hat sich laut Nemitz intensiv mit den Anträgen Lederers beschäftigt, in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern. Er habe sie als Gewerbetreibender gestellt, aber kein Gewerbe mehr betrieben, berichtet Nemitz. Dem dringenden Rat, alle Schäden als Privatperson anzumelden, sei Lederer nicht gefolgt. Er beharre auf seinem Handeln als Unternehmer. Das Wesen von Lederers angeblichem Gewerbe, so Nemitz, bestehe demnach im Besitz des Inventars des seit 2009 nicht mehr genutzten Hotels. Die Entschädigung für Gewerbetreibende hat die Regierung Lederer verweigert. „Eine Erstattung für Schäden von Herrn Lederer als Privatperson ist schon erfolgt“, erklärt Nemitz. Lederer klagt gegen die Ablehnung. Vermutlich im Sommer werde das Verwaltungsgericht die Verhandlung anberaumen, meint er. „Die haben ja viel zu tun, darum dauert das so lange.“ 

Drei Millionen Euro Entschädigung 

Noch viel mehr am Herzen liegt ihm die Entschädigungsklage gegen die Gemeinde Bad Wiessee und die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, die er am Landgericht München I führen will. Es geht um drei Millionen Euro. Diese Summe ist die Differenz zwischen den 6,2 Millionen Euro, die Lederer für sein Hotel bekommen hat und der Summe, die er seiner Meinung nach hätte erzielen können: 9,2 Millionen Euro. Gemeinde und Geldinstitut hätten sich gegen ihn verschworen, um seinen Besitz Strüngmann zuzuspielen, meint Lederer. Ob die Klage zugelassen wird, ist noch offen. Am 15. Februar hat Lederer einen Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt. Eine Entscheidung dazu liegt noch nicht vor. 

300.000 Euro Abgabe nach Verkauf 

Klage Nummer drei wird am Donnerstag am Verwaltungsgericht verhandelt. Dabei geht es im Kern um 300.000 Euro Fremdenverkehrsabgabe, erhoben von der Gemeinde Bad Wiessee anlässlich des Verkaufs des Hotels an RDR. Laut Lederer beruht die Berechnung auf der Annahme des Finanzamts, er habe beim Verkauf 2,4 Millionen Euro Gewinn gemacht. Eine völlig fehlerhafte Schätzung sei das, meint Lederer: „Mir ist ja nichts geblieben.“ Den Widerspruch gegen den Bescheid hat er allerdings zu spät eingereicht. Seine Versuche, sich per Eilantrag trotz der Fristversäumnis gegen den Bescheid zu wehren, wurden schon in zwei Instanzen von den Gerichten abgewehrt. Auch am Donnerstag dürfte es nur um die Fristversäumnis gehen, nicht um die Erhebung der Fremdenverkehrsabgabe selbst. Dass Lederer abgabepflichtig ist, steht für Wiessees Kämmerer Franz Ströbel außer Frage. Bezahlt hat er bislang nichts.

Lesen Sie auch: Rundgang durch ein Geisterhotel

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