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Das Haus Rheinland war lange ein Hotel. 2014 hat die Gemeinde Bad Wiessee es gekauft. Derzeit dient das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft.  

Schäden durch Setzungen 

Schimmel im Flüchtlingsheim: Haus Rheinland schließt zum Jahresende

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32 Geflüchtete sind im Haus Rheinland in Bad Wiessee untergebracht. Doch Setzungen haben schwere Schäden verursacht. Das stellt die Gemeinde nun vor Probleme. 

Bad WiesseeIm Haus Rheinland, derzeit Unterkunft für 32 Geflüchtete, macht sich Schimmel breit. 2014 hatte die Gemeinde Bad Wiessee das ehemalige Gästehaus mit 25 Zimmer für 1,15 Millionen Euro gekauft, derzeit vermietet sie es als Flüchtlingsunterkunft an den Freistaat. Jetzt sind zwei Zimmer wegen des Schimmelbefalls unbewohnbar. Eine Lösung ließ sich schnell finden: Die Bewohner der betroffenen Zimmer wurden innerhalb des Hauses umgesiedelt. „Es besteht keine Gefahr für die Gesundheit“, versichert Hilmar Danzinger, Geschäftsleiter der Gemeinde. Lediglich an zwei, drei Stellen sei Schimmel festgestellt worden. Das Gebäude biete angesichts seiner Größe genügend Ausweichmöglichkeiten.

Haus Rheinland in Bad Wiessee: Flüchtlingsheim nur noch bis zum Jahresende

Mehr als eine kurzfristige Lösung ist ohnehin nicht gefragt: Als Flüchtlingsheim steht das Haus nur noch bis zum 31. Dezember 2019 zur Verfügung. Dann läuft der Mietvertrag aus und wird nicht mehr erneuert. Dies habe die Gemeinde dem Landratsamt bereits mitgeteilt, meint Danzinger.

Was danach mit dem Haus passiert, ist derzeit offen. Zunächst ist zu klären, ob ein Erhalt lohnt. Das Problem liegt, wie so oft in Bad Wiessee, im schwammigen Boden. „Es hat Setzungen gegeben“, erklärt Bürgermeister Peter Höß. Wie sie entstanden sind, wird derzeit von Gutachtern untersucht. Deutlich ist, was die Bewegungen im Erdreich angerichtet haben. Es gab Wasserrohrbrüche, die nicht gleich entdeckt wurden. Der Grundwasserspiegel sank, weshalb die Holzpfähle, auf denen das ehemalige Hotel steht, teils freiliegen. Im nassen Holz wuchs Schimmel, der sich ausbreitet. Ob die Schäden zu beheben sind oder ein Abriss wirtschaftlicher kommt, klärt derzeit ein Gutachter. Mit Ergebnissen rechnet Höß bis zum Ende des Monats. „Natürlich wollen wir auch auf keinen Fall riskieren, dass die Bewohner des Hauses gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind“, versichert Höß.

Landratsamt sucht nach neuer Bleibe für Flüchtlinge in Bad Wiessee 

Das Landratsamt sucht derzeit schon nach einer neuen Bleibe für die im Haus Rheinland Untergebrachten. Dass der Schimmelbefall eine ganz eilige Lösung erzwingt, ist nicht zu erwarten. „Wir gehen davon aus, dass in dieser Unterkunft vorläufig weiter Geflüchtete untergebracht werden können“, erklärt Pressesprecher Birger Nemitz.

Während die Mitarbeiter des Landratsamts nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten Ausschau halten, hat Ursula Grühn, Mit-Eigentümerin des seit Oktober 2018 geschlossenen Hotels Ritter, eine Idee: Zumindest ein Teil des Hotels könnte als Flüchtlingsunterkunft dienen. Auf ihre diesbezüglichen Angebote an die Behörden habe sie bisher aber noch nicht einmal eine Antwort erhalten, erklärt sie in einer E-Mail an die Redaktion.

Hotel Ritter als Flüchtlingsheim derzeit keine Option

Aktuell ist die Nutzung des Hotels für das Landratsamt keine Option. Denn so einfach es scheint, Flüchtlinge dort einzuquartieren, wo bis vor Kurzem noch zahlende Gäste wohnten, so schwierig gestaltet sich dies in der Realität. Trauriges Beispiel ist das Tegernseer Hotel Bastenhaus. Vor mehr als drei Jahren als Flüchtlingsheim gepachtet, steht es wegen der Notwendigkeit einer teuren Sanierung noch immer leer. Im Hotel Ritter könnte es ähnliche Probleme geben. „Der Brandschutz – besonders in den oberen beiden Etagen – müsste dringend ertüchtigt werden“, erklärt Pressesprecher Nemitz. Dem Landratsamt sei das Objekt bisher aber noch gar nicht für die Unterbringung von Geflüchteten angeboten worden.

Lesen Sie auch: Haus Rheinland: Ab jetzt nur noch volljährige Flüchtlinge  und Flüchtlinge in Haus Rheinland: Blick hinter die Kulissen

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