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Beim Einsetzen der Linden haben (v.l.) die Bauhof-Gärtner Olaf Kirchner und Matthias Hartmann sowie die Planer Eberhard von Angerer und Lenz Strohschneider gemeinsam angepackt.

Neuer Lindenplatz in Bad Wiessee

Baum des Jahres schlägt seine Wurzeln

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Bad Wiessee - Die Winter-Linde ist der Baum des Jahres 2016. Da passt es gut, dass die Gemeinde Bad Wiessee im Zuge der Verschönerung ihres Lindenplatzes soeben vier Bäume dieser Gattung gepflanzt hat.

Schon in der mitteleuropäischen Mythologie hat die Linde eine Rolle gespielt. In ihr verehrten die Germanen etwa die Erdmutter Freya, Göttin des Glücks und der Liebe. Und auch heute noch wird die Linde wegen ihrer vielen guten Eigenschaften hoch geschätzt, wie Johanna Vogl (48) zu berichten weiß. Die Landschaftsarchitektin aus Weilheim hat gemeinsam mit dem Wiesseer Bauhof-Gärtner Matthias Hartmann das Grünkonzept für den neuen Lindenplatz erarbeitet. Bestandteil davon war auch die Pflanzung von vier neuen Winter-Linden, die auf die Schnelle geordert wurden, um sie noch im Herbst einsetzen zu können. Am Donnerstag und am Freitag wurden die Bäume am neuen Lindenplatz gepflanzt.

Zwischen fünf und sechs Metern sind die vier Neuzugänge hoch – an Stattlichkeit lässt es das Quartett also noch vermissen. Doch das wird sich ändern, sagt Landschaftsarchitektin Vogl. „Was die Linde ausmacht, ist die Tatsache, dass sie sehr groß und stattlich werden kann“, erklärt sie. Außerdem habe sie einen gleichmäßigen Kronenaufbau, eigne sich also hervorragend als Solitärbaum – sprich sie kann als einzelnes Exemplar eine Bepflanzung optisch dominieren. Auf diese Weise kehrt der Wiesseer Lindenplatz quasi zurück zu seinen Wurzeln.

Für Vogl und die anderen Fachleute war es übrigens keine große Frage, den „Baum des Jahres 2016“ ins Grünkonzept für den Lindenplatz einzubauen. „Es gibt gar nicht so viele heimische Bäume, die für den städtischen Raum geeignet sind“, sagt Vogl. Die Linde dagegen sei ein relativ robuster Baum – „ihre Zweige sind nicht so leicht zu brechen“. Ein gutes Beispiel dafür, wie genügsam Tilia cordata ist, ist die bekannte und uralte Tassilolinde in Wessobrunn. „Die ist innen hohl, aber der Rest an Stamm und Borke reicht aus, um das Geäst zu versorgen“, erzählt die Landschaftsarchitektin.

Ob die Linden in Bad Wiessee ein ähnlich stattliches Alter erreichen, bleibt abzuwarten. Doch Vogl ist überzeugt, dass die Bürger und ihre Gäste an den Bäumen viel Freude haben werden. „Die Linde ist eine der ganz wenigen Sommerblüher“, berichtet die 48-Jährige. Der süße Duft ihrer Blüten sei etwas ganz Besonderes.

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