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Die Fassade des früheren Kirchenwirts, dem jetzigen Hotel Bussi Baby.

Neues Wiesseer Hotel von Korbinian Kohler kurz vor der Eröffnung

Umstrittenes Hotel-Projekt am Tegernsee: Jetzt kriegt Bussi Baby auch noch eine Peepshow

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Mit dem Namen Bussi Baby für den früheren Kirchenwirt hat Korbinian Kohler für viel Gerede gesorgt. Er wird im Gespräch bleiben, denn nach dem „Grand Opening“ am 22. Juni gibt’s sogar eine Peepshow.

Bad Wiessee – Das dreistöckige Haus ist eine einzige Baustelle. Von oben bis unten, außen und innen. Überall Handwerker, offene Leitungen, Gerüste, Abdeckplanen. Korbinian Kohler (49) bleibt äußerlich gelassen, obwohl er zugibt: „So knapp wie diesmal war’s noch nie.“ Er spielt damit auf die pompöse Eröffnung der Spa-Welt in seinem Hotel Bachmair Weissach an, als noch Minuten vor Einlass der Gäste die Handwerker zu Gange waren.

Das Musterzimmer kann Hotelier Korbinian Kohler schon präsentieren. 

Im Bussi Baby wird’s nicht anders sein. Ab 11. Juni können die 42 Zimmer des Drei-Sterne-Superior-Hotels zum Preis zwischen 100 Euro und  200 Euro gebucht werden, „allerdings vorab mit reduzierter Gastronomie“, sagt Kohler. Nach der Eröffnungsparty am 22. Juni mit geladenen und illustren Gästen, wird’s ernst. Dann soll der Betrieb unter Leitung von Andreas Schulz (35), dem langjährigen Mitarbeiter Kohlers, voll laufen.

In all dem Gewirr, das hier noch herrscht, ist ein Musterzimmer schon fertig: Vor der Zirbenholz-Wand, die ihren Duft wegen des frisch verlegten, karierten Teppichbodens noch nicht entfalten kann, die dezent-schlichte Einrichtung. Sie wurde von Kohler und der Designerin Nora Witzigmann geschaffen und gibt dem „hippen“ Hotel seine Handschrift. Feine Seidenstoffe, wie sie für den traditionellen Schalk von Trachtlerinnen verwendet werden, umhüllen Kissen und zieren die Garderobe. An der Wand das Plakat eines Löwen mit der Aufschrift „Bussi Baby“. Dass von den Balkonen ringsum der Blick auf Berge, See, Kirche und Driving Range des Golfclubs möglich ist, macht den Inhaber besonders stolz. „Dieses Hotel war total unterschätzt“, sagt Kohler. Er habe sich schon immer gedacht, dass man was daraus machen könnte. Seitdem er Familie Steiger das 1906 erbaute Haus 2017 abgekauft hat, macht er was daraus, und zwar mit einem Riesenaufwand. „Ich dachte anfangs, ich könnte nur renovieren, doch tatsächlich haben wir das Hotel

komplett entkernt.“ Allein die Erfüllung des Brandschutzes sei eine Mammut-Aufgabe gewesen, teilweise mussten drei Schichten alter Decken abgetragen werden. Auch der Seitentrakt mit 27 Personalzimmern umgebaut. Wie hoch der finanzielle Aufwand ist, will Kohler nicht sagen, er stellt aber klar: Öffentliche Gelder wie im Fall seines Haupthotels werde es diesmal nicht geben.

Etliche alte Elemente bleiben dennoch erhalten – etwa das schmiedeeiserne Treppengeländer oder die bayerische Einrichtung im künftigen, öffentlich zugänglichen „Thai-Stüberl“, wo sich ein thailändisches Restaurant befindet. Weil sich sportliche, unkonventionelle, weitgereiste Gäste zwischen 20 und 35 Jahre hier wohlfühlen und dank modernster Technik auch tagen sollen, passt die Kooperation mit Christoph von Preysing perfekt: Im Haus wird eine „Mai-Liabba-Suite“ eingerichtet, benannt nach dem Label des feierlustigen Fischers vom Tegernsee. Ersatz für das ursprünglich angekündigte „High-End-Bettenlager“, das aus Brandschutzgründen nicht möglich ist? „Vorerst“, sagt Kohler und sorgt mit einer anderen Ankündigung schon mal dafür, dass sich die Gerüchteküche wieder warmlaufen kann: „Ab der Eröffnung wird es eine Peepshow hier geben.“ Details bleiben noch geheim.

Lesen Sie auch, wie es zu dem Namen Bussi Baby kam sowie alles über den Staatszuschuss für den Luxus-Spa.

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