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Das Haus Ursula am Lindenplatz soll einem Neubau weichen. Nach der Ablehnung der Pläne durch den Gemeinderat tüftelt der Investor gerade an einem neuen Konzept.

„Einstimmige Ablehnung ist für uns ein Desaster“

Haus Ursula: Jetzt äußert sich der Investor

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Bad Wiessee - Mit einem einstimmigen Votum hat der Wiesseer Gemeinderat die Neubau-Pläne fürs Haus Ursula abgelehnt. Für den Investor kam das kategorische Nein völlig überraschend, wie er nun sagt.

Drei Vollgeschosse, eine Tiefgarage auf zwei Ebenen, ein 41 Meter langer Gebäuderiegel zur Südseite hin mit geringen Abstandsflächen zur öffentlichen Verkehrsfläche: Die Pläne, die das Unternehmen Bavaria Wohnbaupartner aus Ottobrunn dem Gemeinderat jüngst für den Lindenplatz präsentierte, stießen auf breite Ablehnung. Da half es auch nichts, dass Bauamtsleiter Helmut Köckeis („das würde das Ortsbild in positiver Weise aufwerten“) und Wiessees Städteplaner Eberhard von Angerer im Grundsatz eine Lanze für die Pläne brachen. Die Gemeinderäte sprachen von einem „viel zu massiven Baukörper“ und von „Gewinnmaximierung“.

Eine Vorhaltung, die der Investor so nicht stehen lassen möchte. Gegenüber der Tegernseer Zeitung betont Torsten Graf, Managing Partner von Bavaria Wohnbaupartner: „Wir wollen hier etwas wirklich Schönes machen und wollten von Anfang an eine gute Lösung mit der Gemeinde finden.“ Dass die Neubau-Pläne – laut Graf das Ergebnis einer dreimaligen Umplanung – vom Gemeinderat dennoch einstimmig abgeschmettert wurden, sei für das Unternehmen „ein Desaster“. Und darüber hinaus für ihn nicht nachvollziehbar.

So habe es den über 40 Meter langen Baukörper an dieser Stelle in der ursprünglichen Planung des Bauträgers gar nicht gegeben. „Da hatten wir die Gebäude zur Südseite hin geöffnet“, schildert Graf. Außerdem sei hier im ersten Entwurf ein attraktiver Innenhof vorgesehen gewesen. „Unser Ziel war es nie, einen Tanker nach Bad Wiessee zu setzen“, sagt der Investor. Der lange Gebäuderiegel zur Straße hin sei vielmehr das Ergebnis einer Rücksprache mit Eberhard von Angerer und dessen städtebaulichem Konzept geschuldet gewesen.

Und wie geht es für den Investor nun weiter? „Wir sind nicht beleidigt und ziehen uns auch nicht zurück“, versichert Graf. Vielmehr wolle man das Projekt am Lindenplatz – vom Neubau bis hin zur Vermietung und dem Verkauf der Läden und Wohnungen – auch weiterhin verwirklichen. Die Architekten würden aktuell an einem neuen Entwurf tüfteln, der dann wieder auf der ursprünglichen Planung beruhe. „Wir hoffen, dass das dann die Zustimmung des Gemeinderats findet.“

Fest steht schon jetzt: Die umstrittene zweigeschossige Tiefgarage ist aus dem neuen Plan gestrichen und soll nur noch auf einer Ebene verwirklicht werden. Durch „offene Baukörper“ könne man wieder mehr Parkplätze an der Oberfläche unterbringen, hofft Graf.

Eberhard von Angerer, der die Gemeinde Bad Wiessee seit vielen Jahren als Experte bei der Ortsplanung begleitet, bestätigt auf Nachfrage, dass das lang gestreckte Gebäude in der abgelehnten Planfassung auf seiner Empfehlung beruhe. „Das war für uns eine ganz logische Anordnung“, sagt der Städteplaner. Zumal sich in der näheren Umgebung ähnlich lange Gebäude befänden. Schon in der Gemeinderatssitzung wurden in diesem Zusammenhang etwa das Hotel Post und das Hotel Ritter genannt.

Ein weiterer Knackpunkt bei dem Projekt sind die Stellplätze. 63 Stück wären laut Gemeindesatzung erforderlich. Auch hier hofft Graf auf ein Entgegenkommen Bad Wiessees: Die Gemeinde verlangt bisher für kleine Wohnungen mit beispielsweise 30 Quadratmetern 1,5 Stellplätze, für große Wohnungen mit über 100 Quadratmetern 2,0 Parkplätze. Ein „grobes Missverhältnis“, wie Köckeis bei der Sitzung meinte.

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