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„Bad Wiessee macht sich auf den Weg“

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Von: Gabi Werner

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Ein neues Kita-Zentrum inklusive Personalwohnungen soll auf dem Areal bei der Grundschule entstehen. Es ist das größte Projekt, das die Gemeinde 2022 anpacken möchte.
Ein neues Kita-Zentrum inklusive Personalwohnungen soll auf dem Areal bei der Grundschule entstehen. Es ist das größte Projekt, das die Gemeinde 2022 anpacken möchte. © Thomas Plettenberg

Schon jetzt blickt Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (SPD) voller Stolz auf dieses „Herzensprojekt“: Im Frühjahr soll der Bau des neuen Kita-Zentrums bei der Grundschule beginnen. Auch sonst stehen 2022 in der Gemeinde Großprojekte auf der Agenda, die in eine neue Zukunft weisen sollen.

Bad Wiessee – Über 12 Millionen Euro schwer – und dringend nötig: So lässt sich der geplante Neubau von Kindergarten und Krippe in Bad Wiessee in aller Kürze beschreiben. Neben 100 Kindergarten- und rund 60 Krippenplätzen werden in dem Komplex auch Personalwohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Für Bürgermeister Kühn eine runde Sache, welche die Investition auch rechtfertige. „Wir bewegen uns da preislich in einem Super-Rahmen“, sagt er. Die Gemeinde wolle bei dem „Wahnsinns-Projekt“ keine Zeit verlieren. Die Planungen, so Kühn, gingen in großen Schritten voran. In diesem Jahr solle definitiv der Spatenstich erfolgen.

Projekte in Bad Wiessee 2022: der Badepark

Auch bei einem zweiten Großprojekt der Gemeinde soll eine erste konkrete Maßnahme sichtbar werden: Nachdem ein Schadstoffgutachten keine alarmierenden Ergebnisse zutage gefördert hatte, soll heuer der alte Badepark endgültig abgerissen werden. „Die Arbeiten werden über den Winter ausgeschrieben“, berichtet Kühn. Rund um den geplanten Neubau des Schwimmbads hatte man in der Öffentlichkeit zuletzt allerdings wenig gehört. Kühn versichert aber: „Die Planungen laufen im Hintergrund auf Hochtouren.“ Die Gemeinde, so betont Kühn, werde hier nichts mit heißer Nadel stricken, sondern berate sich mit Bäder-Experten. „Der Schuss muss sitzen.“

Ein „Schuss“, der angesichts der Pandemie finanziell überhaupt machbar ist? Schließlich hatten sich schon der Abriss des alten Bads und damit auch das Gesamtprojekt wegen Corona nach hinten verschoben. Kühn bleibt in dieser Sache vage. Corona spiele natürlich bei allen Projekten hinein: „Wir können ja nicht so tun, als ob alles so weiterläuft wie vor zwei Jahren – das wäre fahrlässig.“ Welche finanziellen Auswirkungen die Krise habe, könne die Gemeinde derzeit gar nicht absehen. Die Realisierung von Projekten stehe daher immer unter Finanzierungsvorbehalt.

Vorhaben in Bad Wiessee: die Pergola am Seeufer

Definitiv vorangehen soll es beim „Herzstück“ (Kühn) der Gemeinde. An der Seepromenade wird eine neue, zeitgemäße Pergola entstehen – das alte Bauwerk wurde vor einigen Wochen abgerissen. Für die Fertigstellung hat der Bürgermeister einen fixen Zeitpunkt im Blick: Bis zur 100-Jahr-Feier der Gemeinde im Juli soll die neue Pergola stehen. Das moderne Bauwerk hat für den Rathaus-Chef Symbolcharakter. „Es soll zeigen, dass sich Bad Wiessee auf den Weg macht.“

Die Neugestaltung der Seepromenade steht schon seit Langem auf der Agenda Bad Wiessees, der alte Gemeinderat hatte die Maßnahme aber stets an die Realisierung des Strüngmann-Hotels am Seeufer geknüpft. Dass die Gemeinde nun – losgelöst von diesem Großprojekt – mit der Neugestaltung beginnt, zeugt nach Ansicht Kühns von einem neuen Selbstbewusstsein. Zugleich betont der Bürgermeister: Die Gemeinde warte inzwischen dringend darauf, dass auch Investor Thomas Strüngmann endlich den Startschuss gibt für sein Hotel. „So toll das Projekt sein wird, wir werden sehr ungeduldig“, sagt Kühn. Schon im Vorwort des jüngsten Gemeindeboten war der Bürgermeister in dieser Sache recht deutlich geworden.

Gleiches dürfte wohl für das Areal des ehemaligen Jodschwefelbads gelten. Nachdem das Schweizer Unternehmen SME von seinen Plänen für ein Hotel inklusive Gesundheitszentrum längst abgerückt ist und das Gelände abstoßen möchte, ist ein neuer Investor laut Kühn weiterhin nicht in Sicht. Der Gemeinde droht dort eine langfristige Brache.

Ein Projekt, in das die Gemeinde ebenfalls involviert ist, das sich aber nicht übers Knie brechen lässt, ist die umfangreiche Sanierung des Baustadels in Abwinkl, der der örtlichen Wasserwacht als Rettungsstation dient. Weil das Gebäude denkmalgeschützt ist, müsse man sich hier mit einer Reihe von Experten und Fachbehörden abstimmen, sagt Kühn. „Wir sind aber weiter dran.“

Bad Wiessees Vorhaben für 2022: Schaffung von günstigem Wohnraum wird angepeilt

Auch das Kommunalunternehmen (KU) der Gemeinde, zuständig für die gemeindlichen Wohnungen, Sanierungen und Neubauten, möchte nicht nachlassen. Als nächstes sollen die beiden Mehrfamilienhäuser an der Hagngasse abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden. „Auch hier soll wieder günstiger Wohnraum entstehen“, kündigt Kühn an.

Der Jahreswechsel

ist Gelegenheit, nach vorne zu blicken. Was wird 2022 trotz der andauernden Pandemie möglich, was muss aus finanziellen und coronabedingten Gründen gestrichen werden? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

Das hat Gmund in 2022 vor.

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