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Josef Niedermayer, Betreiber der Spielarena, kann aufatmen. Die Gemeinde möchte mit ihm über einen neuen Pachtvertrag verhandeln.

Bürgermeister soll Pachtvertrag aushandeln

Neuer Gemeinderat setzt starkes Zeichen „pro Spielarena“

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Lange Jahre war die Zukunft der Spielarena in Bad Wiessee ein strittiges Thema. Jetzt hat der neue Gemeinderat ein Zeichen gesetzt: Einstimmig beschloss er, dass es einen neuen Pachtvertrag geben soll.

Bad Wiessee – Josef Niedermayer kann wieder optimistisch in die Zukunft blicken. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Betreiber der Spielarena nach der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Nicht nur, dass Niedermayer an diesem Wochenende nach der Corona-Zwangspause seinen Außenbereich für Besucher wieder öffnet, jetzt hat er auch eine Perspektive für die nächsten Jahre.

Der Pachtvertrag Niedermayers mit der Gemeinde läuft noch bis zum September 2021. Ex-Bürgermeister Peter Höß hatte ihn im Alleingang gekündigt. Daraufhin stellte die CSU wiederholt einen Antrag zur Rettung der Spielarena und forderte darin, mit dem Betreiber über eine Pachtverlängerung für einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren zu verhandeln. Dieser Antrag kam nun bei der jüngsten Sitzung, die wegen der Corona-Pandemie erneut im geräumigen Postsaal stattfand, auf den Tisch.

Lesen Sie hier: Vertrag mit Spielarena-Betreiber überraschend gekündigt

Der Appell von CSU-Fraktionssprecher Florian Sareiter war eindringlich: Er bitte seine neuen und auch die alten Gemeinderatskollegen darum, dem Antrag der CSU zu folgen und „sich prägnant für diese einzigartige Einrichtung auszusprechen“. Die Kündigung durch Peter Höß sei nicht nachvollziehbar, seine Hoffnung liege nun auf dem neuen Gremium, sagte Sareiter. Seine Fraktion hatte neben der Aufnahme der Vertragsverhandlungen auch die Vorlage der Kostenberechnung für eine Fassaden-Neugestaltung eingefordert – eine solche Kalkulation war bereits im März 2019 beschlossen worden.

Gemeinderäte wollen sich noch nicht auf Vertragslaufzeiten festlegen

Bernd Kuntze-Fechner (SPD) räumte ein, dass die Spielarena „für uns alle eine wichtige Einrichtung ist“. Er erinnerte aber auch daran, dass bereits bei Vertragsschließung im Jahr 2009 klar gewesen sei, dass die Gemeinde irgendwann auf das Grundstück zurückgreifen werde. Zu neuen Vertragslaufzeiten wollte sich Kuntze-Fechner daher noch nicht festlegen – „das muss zusammenpassen“.

Auch der neuen Vize-Bürgermeisterin Birgit Trinkl (Wiesseer Block) ging der Antrag der CSU „einen Tick zu weit“. Auch sie wollte an diesem Abend noch keine Entscheidung zu Zeiträumen und Sanierungsmaßnahmen an dem Gebäude treffen. „Die Richtung ist die richtige, mir wäre aber wohler, du könntest erst einmal mit Herrn Niedermayer verhandeln“, sagte sie in Richtung Bürgermeister Robert Kühn (SPD).

Grünen-Gemeinderat: Investor SME soll Rede und Antwort stehen

Ähnlich sah es Johannes von Miller (Grüne). Das alte Gebäude sei nicht sanierbar, erklärte er, und regte „eine vernünftige Lösung mit Augenmaß“ an. Unterdessen brachte Fraktionskollege Karl Schönbauer die benachbarte und brach liegende Baustelle ins Spiel: „Was passiert mit SME?“, wollte er wissen. Schließlich könne auch das Einfluss auf die Zukunft der Spielarena haben. Die Investoren müssten endlich Rede und Antwort stehen.

Schließlich fand der neue Gemeinderat einen gemeinsamen Nenner. Einstimmig wurde Bürgermeister Kühn damit beauftragt, den Betreiber der Spielarena zum Gespräch einzuladen. Zugleich erhielt die Verwaltung den Auftrag, einen rechtssicheren Entwurf eines neuen Pachtvertrags ausarbeiten zu lassen. Dieser solle „eine für beide Seiten angemessene Vertragsdauer“ beinhalten. Sogar ein Zeitplan wurde skizziert: Demnach soll der Vertragsentwurf dem Gemeinderat möglichst am 23. Juli vorgestellt werden, der unterschriebene Vertrag solle bis spätestens 10. September dieses Jahres vorliegen.

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Das Thema Fassadengestaltung ließ der Gemeinderat komplett fallen – „die hierbei eingesparten finanziellen Mittel wären mutmaßlich besser in einem betreiberfreundlichen Pachtzins aufgehoben“, hieß es in der Beschlussvorlage.

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