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Die Zusatzzeichen, d ie das Radeln auf dem Fußgängerweg am See erlauben, kommen an den neuralgischen Stellen wieder weg.

Erste Konsequenzen für Radler - Gemeinderat diskutiert Lösung

Rasende Radler an der Seepromenade erhitzen die Gemüter

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An der Wiesseer Seepromenade kommen sich flanierende Spaziergänger und flotte E-Biker zusehends in die Quere. Um Druck aus dem Kessel zu nehmen, reagiert die Gemeinde jetzt - mit ersten Konsequenzen für Radler.

Bad Wiessee– Im Sommer 2017 hatte der Gemeinderat Bad Wiessee mit knapper Mehrheit beschlossen, die komplette Seepromenade für Radfahrer frei zu geben. Eine Entscheidung, die sich offenbar rächt. Angeblich kommt es seither vermehrt zu Konflikten zwischen schnellen Radlern und Spaziergängern, die am Ufer flanieren. Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) will deshalb die Notbremse ziehen und die Promenade an den Engstellen für die Fahrradfahrer wieder sperren. Jetzt kam das Reizthema im Gemeinderat auf den Tisch – und löste eine hitzige Debatte aus.

Der Rathaus-Chef – einst einer der Befürworter der Freigabe – brachte das Thema selbst aufs Tapet. Man müsse jetzt keine „Hopplahopp-Entscheidung“ treffen, meinte Höß. Allerdings habe er aufgrund diverser Vorfälle eine erste Maßnahme bereits beschlossen: Die Zusatzzeichen „Radfahrer frei“, die 2017 im Bereich zwischen dem Strandbad Grieblinger und dem Dorfplatz an den jeweiligen Zugängen zur Seepromenade installiert worden waren, kämen wieder weg. Wo es nur einen Weg am Ufer gibt, wäre das Radeln damit wieder tabu.

Eine Entscheidung, wie der Gemeinderat mit dem Thema künftig umgehen möchte, fiel an diesem Abend nicht. Trotzdem erhitzten sich die Gemüter. „So kann es nicht weitergehen, das ist zu gefährlich“, meinte CSU-Fraktionssprecher Kurt Sareiter, der schon immer ein Gegner der Freigabe war. Er fand die „provisorische Lösung“ des Bürgermeisters okay, appellierte aber, möglichst schnell nach der Sommerpause zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen. Auch seine Fraktions-Kollegin Ingrid Versen sah dringenden Handlungsbedarf und formulierte ihre Sorge noch drastischer: „Warten wir auf den ersten Toten – dann machen wir eine Sondersitzung hier.“

Bernd Kuntze-Fechner (SPD) konnte die ganze Dramatik nicht nachvollziehen. Er sprach sich dafür aus, die Radfahrer jetzt nicht ad hoc vom See zu verbannen. Er hielt es für eine „wichtige Errungenschaft“, dass auch Zweiradfreunde mit ihrem Gefährt an den See kommen.

Fritz Niedermaier (Wiesseer Block) schlug vor, dem Beispiel Gmunds zu folgen und Fachleute zurate zu ziehen. „Es gibt Möglichkeiten, eine fahrradfreundliche Gemeinde zu werden“, meinte er. Der Trend des Radelns nehme immer weiter zu – „auf diesen Zug sollten wir aufspringen, nicht runterhupfen“, fand Niedermaier. Auch Bürgermeister Höß regte an, nach der Sommerpause die zuständigen Experten von Polizei und Landratsamt in die Diskussion einzubinden.

Bis dahin aber bleibt es dabei: Die zehn Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ an den kritischen Stellen der Seepromenade werden erst einmal abmontiert. 

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