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Abriss geht weiter: Nach ein paar Wochen Stillstand sind am Bussi Baby die Bagger wieder zugange.  

Abbrucharbeiten am Personalhaus des Hotels Bussi Baby

Hotel Bussi Baby: Zugeständnisse wegen Fledermäusen 

Die Abrissarbeiten am Personalhaus des Hotels Bussi Baby gehen weiter. Auch nur, weil Inhaber Korbinian Kohler einige Zugeständnisse machte – zugunsten von Fledermäusen.

Bad Wiessee– Der Zeitplan stand, und er war eng getaktet. Ende August hätte Korbinian Kohler das neue Personalhaus am Hotel Bussi Baby gerne in Betrieb genommen. Dann hätten seine Angestellten vom Gästehaus Mahler in den Neubau umziehen und die Renovierung des Erstgenannten beginnen können. Doch der Zeitplan ist dahin: Das Landratsamt hat die Abrissarbeiten gestoppt. „Jetzt haut’s mir nach hinten alles zusammen“, sagt Kohler. Zur Verzögerung komme ein noch nicht bezifferbarer finanzieller Schaden.

Der Grund für den Baustopp waren: Fledermäuse. Nicht etwa ein nachgewiesenes Vorkommen im Bussi-Baby-Anbau, sondern ein potenzielles. „Eine Biologin hat vor einem halben Jahr ein Gutachten gemacht, in dem es heißt: Grundsätzlich könnte es sein, dass Fledermäuse da sind“, sagt Kohler. Und weil das so ist, durfte er erst mal nicht abreißen. Der Bauherr findet: „Das Landratsamt reagiert viel stärker als die Biologin.“

Die Behörde sieht das anders. Besagte Biologin habe bestätigt, dass Fledermäuse und deren Schutz „an den Abbruchgebäuden ein relevantes Thema darstellen. Weitere Untersuchungen sollten im Mai bis Juli 2020 folgen“. Damit hätte man feststellen können, ob – und wenn ja, welche – Fledermäuse das Gebäude tatsächlich nutzen. Ein Abriss hätte demzufolge einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz bedeutet. Denn dieses verbietet die Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Daher der Stopp der Abrissarbeiten.

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Fledermäuse im Personalhaus Bussi Baby: „Artenschutz mit absurden Ausmaßen“

Dass diese nun doch weitergehen, liegt an einer Alternative für die Fledermäuse. 26 Fledermaus-Kästen hat Kohler am Bussi Baby anbringen lassen, damit die Tiere sich bei Bedarf einnisten können. Die Lösung hat dem Landratsamt zufolge die Regierung von Oberbayern vorgeschlagen. Doch das ist nur der eine Teil. Der andere besteht in der Genehmigung des Neubaus. „Im neu entstehenden Gebäude sollen in verschiedener Art und Weise für Fledermäuse wieder nutzbare Strukturen und Quartiere eingebaut werden“, schreibt die Pressestelle des Landratsamts. Kohler konkretisiert: „Ich soll das gesamte Dachgeschoss des Neubaus exklusiv für die Fledermäuse reservieren.“ Auch hinter die Holzverschalung sollen die Tierchen schlüpfen können. „Absurde Ausmaße“, findet Kohler, der zudem befürchtet, dass weder die Gäste des Bussi Baby, noch seine Angestellten sonderlich begeistert davon sein werden, „mit Fledermäusen unter einem Dach zu wohnen“. Entsprechende Signale habe er schon erhalten.

Kein Problem, sagt dazu das Landratsamt. „Fledermäuse bewohnen sehr häufig Wohngebäude des Menschen und tun dies in den allermeisten Fällen weitgehend unbemerkt.“ Oft würden die Quartiere nur eine kurze Zeit genutzt. Zudem sei „die aktive Schaffung von Fledermausquartieren an Neubauten ein bewährtes und vielfach angewandtes Verfahren im Artenschutz“. Bei der Realschule Miesbach seien zum Beispiel Kästen für den Großen Abendsegler eingebaut.

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dak

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