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Sitzkreis im Wald: Gemeinsam bereiten (v.l.) Lukas Finkenzeller, Moritz von Löwis, Stefan Finkenzeller, Niki und Silvia von Löwis das Waldstück für den künftigen Kindergarten vor.

Spielen und Lernen unterm Blätterdach

Bad Wiessee soll einen Waldkindergarten bekommen

  • Gabi Werner
    VonGabi Werner
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Bad Wiessee - Fünf Familien, eine gemeinsame Idee: Dank einer Elterninitiative wird in Bad Wiessee bald ein Waldkindergarten entstehen. Ein passendes Grundstück haben sich die Gründer schon gesichert.

Lukas, der dreijährige Sohn von Jennifer und Stefan Finkenzeller aus Bad Wiessee, soll möglichst viel im Freien spielen – mit Dingen, die sich in der Natur so finden. Und weil der Sprössling bald in den Kindergarten kommt, reifte bei den Finkenzellers – und auch bei einigen befreundeten Familien aus Wiessee und Rottach-Egern – der Wunsch nach einem alternativen Betreuungskonzept. Die Eltern haben sich zum Verein Waldkraxler zusammengetan und treiben seit einem Jahr die Gründung eines Waldkindergartens in Bad Wiessee voran.

Die größten Hürden sind bereits genommen. Das Schwierigste sei es gewesen, eine passende Wald- und Wiesenfläche zu finden, berichtet Jennifer Finkenzeller. „Wir haben uns viele Grundstücke angeschaut.“ Letztlich wurde die intensive Suche belohnt: Fündig wurden die Waldkraxler oberhalb des Sportzentrums an der Hagngasse. „Es handelt sich um einen abwechslungsreichen Mischwald auf einer kleinen Anhöhe, der viel Platz zum Spielen und Entdecken bietet“, teilt der Verein mit. Die Pachtverträge mit den jeweiligen Grundstücksbesitzern wurden bereits geschlossen.

Sollte das Wetter einmal überhaupt nicht mitspielen, dürfen die kleinen Waldforscher einen Raum im Sportzentrum nutzen. Der soll auch als Bring- und Abholpunkt dienen. Wie der Kita-Alltag im Wald funktionieren könnte, hat sich die Elterninitiative bereits bei anderen Einrichtungen angeschaut. „Wir haben die Waldkindergärten in Tölz und Wall besucht“, erzählt Jennifer Finkenzeller. Läuft alles nach Plan, öffnet im April 2016 der Wiesseer Waldkindergarten.

Das derzeitige Konzept sei auf eine Betreuung von maximal 15 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren ausgelegt, berichten die Waldkraxler. Aufgrund der kleinen Gruppengröße müssen die Eltern auch etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Beiträge sind laut Verein „geringfügig höher“ als bei den anderen örtlichen Kindergärten.

Derzeit sind die Eltern dabei, ihr Waldstück für die künftigen Zwecke herzurichten. „Einige Bäume mussten gefällt werden“, sagt Finkenzeller. Und Gefahrenquellen, wie sie in einem Wald naturgemäß lauern, wurden entfernt. „Alles in Absprache mit dem Förster und dem Landratsamt“, versichert die 37-jährige Mutter. Und auch nach der Inbetriebnahme des Waldkindergartens wollen die Waldkraxler ihr „Baby“ nicht aus der Hand geben. Die Eltern werden auch künftig als Betreiber auftreten.

Was jetzt noch fehlt, ist das Fachpersonal für die Betreuung des Nachwuchses. Derzeit sucht der Verein eine Erzieherin oder einen Erzieher sowie eine Kinderpflegerin/-pfleger. Interessierte können jederzeit mit dem Verein Kontakt aufnehmen (08022/9159071). Auch Eltern, die ihre Kinder gerne in den künftigen Waldkindergarten schicken würden, können sich bei der Initiative melden. Schon jetzt scheint das Interesse groß, wie Finkenzeller berichtet: „Wir haben bereits viele Anfragen."

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