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Das Holzfäller-Museum sorgt für Ärger im Wiesseer Gemeinderat. 

"Menschlich voll daneben"

Holzfäller-Museum: Versen soll sich entschuldigen

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Bad Wiessee - Bad Wiessee bekommt ein Holzfällermuseum - mitten im Wald und nur zu Fuß zu erreichen. Gemeinderätin Ingrid Versen glaubt, dass es nur als Beschäftigung für "zwei Damen" eröffnet wird. Jetzt soll sie sich entschuldigen.

Zum geplanten Holzfällermuseum in der Zeiselbach-Winterstube hatte Ingrid Versen (CSU) im Gemeinderat deutliche Worte gefunden. Das erzürnt ihren SPD-Kollegen Bernd Kuntze-Fechner. Er war bei der Sitzung nicht dabei, ärgert sich aber über die bei uns veröffentlichte Äußerungen Versens so sehr, dass er eine Entschuldigung verlangt. Zudem will er prüfen lassen, ob Versen gegen die Gemeindeordnung verstoßen hat.

Ingrid Versen.

Im Kern geht es um die Aussage Versens, das Museum werde nur eingerichtet, „weil zwei Damen von der Gemeinde beschäftigt werden müssen“. Gemeint sind Petra Wagner und Maria Huber, Ehefrau von Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD). Die beiden waren früher bei der Mittagsbetreuung tätig und kümmern sich nun um das Museumsprojekt. Für Kuntze-Fechner ist die Aussage Versens „menschlich voll daneben“. Die öffentlichen Aussagen einer Gemeinderätin seien ein Skandal. „Die Behauptungen sind auch sachlich falsch, aber das kann der parteipolitisch getrübte Blick der Kollegin vielleicht nicht wahrnehmen“, heißt es in einem Offenen Brief, den Kuntze-Fechner an die Medien verschickt hat. 

Versen selbst sieht keinen Grund für eine Entschuldigung. Sie habe die Namen der beiden Frauen nicht genannt, erinnert Versen. Fakt sei, dass die CSU erst durch Anfragen aus der Bevölkerung vom Holzfällermuseum erfahren habe. Angesichts der Kosten sei die CSU der Meinung, dass die Umbauten eingestellt werden sollen. Bad Wiessee brauche nicht für viel Geld ein Museum im Wald errichten, das kein WC habe und nur zu Fuß erreicht werden könne, findet Versen. Zumal es im nahen Ruhpolding ein Holzknechtmuseum gebe. 

Das Museums-Projekt wird im Gemeinderat noch einmal debattiert. Eine rechtliche Beanstandung von Versens Äußerungen durchs Landratsamt erfolgt nicht. Wie dessen Pressesprecher Birger Nemitz erklärt, liegt dort gar keine Bitte auf Überprüfung vor. Das Amt habe sich angesichts der Debatte dennoch mit dem Fall befasst. Ergebnis laut Nemitz: Die Äußerungen Versens seien noch durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

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