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Ein Modell des neuen Badehauses von Stararchitekt Matteo Thun wurde jüngst im Gemeinderat präsentiert.

Bad Wiessee und seine Zukunftspläne 

Das Jodbad wieder sexy machen

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Bad Wiessee will das Image des Kurorts hinter sich lassen und zu einem attraktiven Gesundheits-Standort werden. Wie die Gemeinde das schaffen will, erläuterte sie am Donnerstag bei einem Pressegespräch.

Bad Wiessee – Mit einem einstimmigen Votum hat der Gemeinderatin seiner April-Sitzung Helmut Karg von HKH Management mit der Entwicklung und Vermarktung des „künftigen Bad Wiessee“ beauftragt. Dabei überraschte die Gemeinde auch mit einem klaren Bekenntnis zum bestehenden – und zwischenzeitlich schon einmal tot gesagten – Badepark. Gemeinsam mit dem edlen Badehaus aus der Feder von Stararchitekt Matteo Thun soll er künftig das Herzstück bilden von Bad Wiessee.

„Diese Einheit würde ich mir wünschen“, sagte Karg am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Wiesseer Rathaus. Dass es dafür dringend einer – zumindest äußerlichen – Sanierung des Badeparks bedarf, untermauerte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block): „Ein Facelifting muss in jedem Fall sein.“

Gesundheit dank Jodschwefelwasser: Bad Wiessee möchte künftig vor allem die Selbstzahler, die schon jetzt 80 Prozent des Klientels ausmachen, für die Anwendungen im Jodbad gewinnen. Dazu allerdings muss sich einiges ändern. Stichwort: Wannenbäder. „Sich ins Wasser zu legen, ist heute nicht mehr sexy“, gab Karg zu bedenken. „Unsere Aufgabe ist es, das wieder sexy zu machen.“ Derjenige, der für die Behandlung selbst bezahle, müsse künftig einen Mehrwert erhalten gegenüber dem Kassenpatienten. „Vergleichbar mit Economy- und Business-Class im Flugzeug“, erklärte Karg. Das kann beispielsweise der Kräutertee sein, der dem Gast nach der Behandlung gereicht wird, oder die entspannende Massage nach dem Bad.

Denkbar wäre auch eine Kombination der unterschiedlichen Leistungen beider Einrichtungen. Warum nicht vor dem Wannenbad noch auf einen Saunagang in den benachbarten Badepark?

Karg hat für Bad Wiessee eine klare Vision: Die Gemeinde steht künftig für Gesundheit und Vitalität. So soll es sich in der Wahrnehmung der Gäste etablieren. Ob dabei die Begriffe „Badepark“ und „Jodschwefelbad“ weiterhin eine Rolle spielen, sei fraglich, so Karg. Zugleich betonte er aber: Die „Marke Jodschwefelwasser“ dürfe auch in Zukunft nicht verwässern. Die Quellen mit ihrer Heilwirkung seien ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal, „auf dem in den letzten Jahren einfach zu viel herumgetrampelt wurde“.

Dass die Interimslösung im Obergeschoss des Badeparks, wo momentan die Jodschwefel-Anwendungen verabreicht werden, so rasch wie möglich durch Dauerhaftes ersetzt werden müsse, hatte Karg schon im Gemeinderat deutlich gemacht. „Sie ist nicht dazu geeignet, die Motivation der Mitarbeiter zu fördern“, wiederholte er am Donnerstag.

Vor allem die Technik in dem Provisorium lässt zu wünschen übrig. Derzeit, so berichtete Jodbad-Chefin Renate Zinser, werde gerade an der Optimierung der Lüftung und der Wassertemperatur gearbeitet. Zinser erklärte mit Blick aufs geplante Badehaus aber auch: „Jetzt haben wir eine Perspektive – da halten wir noch eineinhalb Jahre durch.“ Und sie freute sich, dass Bad Wiessee mit seinen Zukunftsplänen bei anderen Kurorten mittlerweile große Anerkennung finde: „Wir werden da als Pioniere wahrgenommen.“

gab

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