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Mit Volldampf gehen die Arbeiten am Jodbad der voran. Diese Woche werden die Holzwände eingehoben. Um nicht in Verzug zu geraten, hatte die Gemeinde die Baustelle vom Schnee befreit – und das drei Mal . 

Badehaus-Bau schreitet voran, Zeitplan für Badepark-Sanierung offen

Badepark: Auf der Suche nach 20 Millionen 

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Überall Schnee – aber nicht auf der Badehaus-Baustelle. Dort gehen die Arbeiten mit Volldampf weiter. Offen ist, wann die Sanierung des Badeparks beginnt.

Bad Wiessee– „Dreimal haben wir die Baustelle komplett ausgeschaufelt“, berichtet Interims-Bürgermeister Robert Huber (SPD). Zweimal machte Neuschnee alle Mühen zunichte. Doch inzwischen passt die Witterung, die Arbeiten schreiten voran. In diesen Tagen werden die hölzernen Wände des neuen Jodbads eingehoben. Wie berichtet, war das Erdgeschoss noch vor dem großen Schneefall fertig geworden.

„Wir setzen alles daran, den Fertigstellungstermin zu halten“, sagt Huber. Am 17. Dezember soll das neue Badehaus an die Gemeinde übergeben werden. Danach beginnt der Probebetrieb. Für den nimmt sich das Jodbad-Team mit Geschäftsführerin Renate Zinser viel Zeit. Schließlich muss alles perfekt sein, wenn die ersten zahlenden Gäste das edle neue Jodbad erleben. Es soll eine Zeitenwende einläuten. Bad Wiessee will sein angestaubtes Image loswerden und wieder in die erste Liga der Gesundheitsorte aufsteigen. Helfen soll die neu engagierte Werbe-Agentur Hirschfänger, die schon erste Broschüren für die Jodbad-Eröffnung erstellt hat.

Die PR-Strategen haben jetzt auch die Homepage für den Badepark erneuert. „Die alte Seite war ja furchtbar“, findet Huber. Frisch und edel kommt der neue Internet-Auftritt daher, mit sorgsam ausgewählten Fotos. Eine Außenaufnahme ist nicht dabei. Das wundert nicht: Die Fassade des Badeparks wirkt reichlich altbacken. So richtig auffallen wird dies, wenn das vom Büro des Stararchitekten Matteo Thun entworfene Badehaus fertig ist.

Nicht nur deshalb ist der Gemeinde längst klar, dass an einer Komplettsanierung des Badeparks kein Weg vorbei führt. Projektentwickler Helmut Karg hat mit einem Arbeitskreis des Gemeinderats ein Konzept erarbeitet. Inzwischen liegt eine detaillierte Planung von Architekt Herbert Wagenpfeil vor, die Huber jedoch unter Verschluss hält. Dies deshalb, weil das Ganze 20 Millionen Euro kostet und bisher völlig offen ist, wie die Gemeinde diese Summe stemmen soll. „Wir wollen den Leuten ja nicht die Zähne lang machen, und dann können wir es nicht bezahlen“, erklärt Huber seine Zurückhaltung.

Klar ist allerdings auch, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, die Sanierung anzupacken. Dabei ist die Fassade nicht das größte Problem. Es hakt bei der Technik, die schwer in die Jahre gekommen ist. Es bleibe vielleicht ein Zeitfenster von eineinhalb bis zwei Jahren, so Huber: „Dann müssen wir uns einig sein, was wir wollen.“

Aktuell klopft Huber die Finanzierungsmöglichkeiten für die Sanierung ab. Zuschüsse werden wohl eher spärlich fließen, das hat ein Besuch bei der Regierung von Oberbayern deutlich gemacht. Auch ein Gespräch mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden über eine mögliche Unterstützung hat schon stattgefunden. „Es ist allen bewusst, dass wir den Badepark brauchen“, berichtet Huber. Schon wegen des Schulschwimmens. 

An den Rand der finanziellen Möglichkeiten bringt der Badepark Bad Wiessee schon jetzt. Jedes Jahr verursacht der Betrieb ein Minus von etwa einer Million Euro. Im Haushalt 2019 kalkuliert die Gemeinde mit einem Defizit von 1,4 Millionen Euro.

Aktuell werden auch die Jodbäder im Badepark verabreicht. Wenn das Jodbad-Team im Dezember in den Neubau umzieht, werden die Räume im Obergeschoss frei. Das bedeutet Leerstand. Investieren wird die Gemeinde in den Badepark erst mal nichts mehr, wie Huber erklärt. Es lohnt nicht. Denn wenn die Sanierung erfolgt, bleibt im Innern des Badeparks nichts mehr, wie es war. Aber auch eine andere Alternative ist denkbar, wie Huber erklärt: „Vielleicht reißen wir auch ab und bauen neu.“

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