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Der Badepark soll vom Spaßbad zur stillen Wohlfühloase werden. Die Rutsche stirbt schon mal.

Projektentwickler im Wiesseer Gemeinderat

Badepark: „Mit Familien verdienen Sie kein Geld“

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Der Badepark soll zur Wohlfühloase werden – aber kein Spaßbad mehr sein. So sieht es jedenfalls Projektentwickler Helmut Karg. Er will Badepark und Badehaus zu einer Einheit verschmelzen

Bad Wiessee– Die Baugenehmigung fürs neue Badehaus ist erteilt, die Erdarbeiten haben gerade begonnen. Mit Volldampf geht die gemeindliche Jodbad-Gesellschaft daran, Raum für heilsame Bäder zu schaffen. Nach dem bisherigen Konzept war die Nähe zum Badepark rein geografischer Natur. Inhaltlich und auch organisatorisch gab’s keine Gemeinsamkeiten. Der Badepark steht für sportliches Schwimmen und Familienspaß, das Jodbad für medizinische Anwendungen in Badewannen.

Erst im April hatte der Gemeinderat Helmut Karg von HKH Management beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Eigentlich für die Zukunft des Badehauses, dessen Planung im Vorfeld für heftige Debatten gesorgt hatte (wir berichteten). Karg machte früh deutlich, dass der Badepark in die Entwicklung mit einbezogen werden muss.

Bei der Sitzung am Donnerstagabend wurde er konkreter. Dabei sollte es eigentlich noch nicht ums Konzept gehen, sondern lediglich um die Bildung eines Arbeitskreises, der mit Karg die Planung entwickelt. Jede Gruppierung war aufgefordert, einen Vertreter zu entsenden. Doch Karg zeigte schon einmal auf, wohin seiner Einschätzung nach die Reise gehen sollte. „Wir brauchen größtmögliche Homogenität“, findet Karg. Badepark und Badehaus dürften keine getrennten Einheiten bleiben. „Die müssen thematisch zusammenrücken“, erklärte Karg. Das betrifft auch das Personal: „Das ist eine Mannschaft, die wir nach vorn bringen wollen.“

Damit die Verschmelzung glückt, braucht es einen Verbindungsgang zwischen den Gebäuden. Die sollen nach Auffassung von Karg auch einen gemeinsamen Eingang bekommen. Und gemeinsame Funktionsbereiche. Zum Beispiel eine Umkleide im Badepark für Nutzer des Jodbads. Denn bisher, so Karg, kämen Patienten in Straßenkleidung bis zur Wanne, legten nur während der Anwendung ab und zögen sich danach gleich wieder an. Das will Karg ändern. „Wir müssen erreichen, dass der Gast Lust verspürt, in der Einrichtung zu verweilen“, machte er deutlich. Wer eine medizinische Anwendung im Badehaus gebucht hat, soll sich deshalb wie der Badepark-Gast entkleiden und im Bademantel durch den Verbindungsgang in Richtung Wannen marschieren. Bisweilen könne dies schwierig sein, räumte Karg ein. „Manche kommen mit nicht so schönen Hautkrankheiten. Die wollen vielleicht nicht im kurzen Bademantel herumwandern.“ Aber insgesamt müsse es das Ziel sein, die Kundschaft im Bad zu halten.

Dazu muss der Badepark seinen Schwerpunkt verändern. Stichwort: Wohlfühlcharakter. Heißt auch: weg vom Spaßbad. Dabei, so Karg, müssten Familien mit Kindern „da noch reinpassen“. Schließlich habe die Gemeinde ihm eben dies zur Vorgabe gemacht. Aber die Gemeinde müsse einen Schwerpunkt setzen, um die Einrichtung wirtschaftlich zu führen. „Mit Familien verdienen Sie kein Geld“, merkte er an. Darum die Gewichtung auf Genussbaden. „Es wird aber kein Schild mit Kindern drauf geben, auf dem steht: ’Wir müssen draußen bleiben’“, versicherte Karg.

Im Gemeinderat gab’s überraschte Gesichter. Bürgermeister Peter Höß (FWG) versuchte, Verständnis für den Kurs zu wecken. Um auch künftig Schwimmen für alle anbieten zu können, müsse die Gemeinde einen Schritt in die von Karg genannte Richtung unternehmen, so Höß. Weiter diskutiert wurde dies an diesem Abend nicht. Das wird Aufgabe des Arbeitskreises sein, der mit Karg den Kurs entwickelt. Mit dabei sind: Markus Trinkl (FWG), Bernd Kuntze-Fechner (SPD) Florian Sareiter (CSU), Rolf Neresheimer (ranBW) und Beate Meister (frei). Auch die Öffentlichkeit will Karg einbinden.

Ein Schritt zur Verschmelzung von Badepark und Badehaus ist unter Kargs Regie übrigens schon erfolgt: Das Badehaus-Gebäude wird entgegen der bisherigen Planung so gedreht, dass die Verbindung möglich ist.

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