Die Wannenbäder im neuen Jodbad erfreuen sich großer Beliebtheit – ganz im Gegensatz zu den Sprühbädern. Beim Angebot will man möglicherweise nachjustieren. Foto: Archiv TP
+
Die Wannenbäder im neuen Jodbad erfreuen sich großer Beliebtheit – ganz im Gegensatz zu den Sprühbädern. Beim Angebot will man möglicherweise nachjustieren.

Geschäftsführer und Bürgermeister erklären, wie es zum Personalwechsel kam

Kündigungen: Badepark-Mitarbeiter jetzt im Jodbad

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
    schließen

Der Start des neuen Jodschwefelbads fiel in eine schwierige Zeit. Neu eingestellte Mitarbeiter mussten wieder gehen.

Bad Wiessee – Das neue Jodschwefelbad hat eine denkbar schwierige Zeit für seinen Start erwischt. Im Juni, mitten im Corona-Jahr 2020, hat das neue Flaggschiff der Gemeinde Bad Wiessee seinen Betrieb aufgenommen. Als neuer Geschäftsleiter ist Helmut Karg seit Anfang Oktober damit beauftragt, das Bad auf den richtigen Kurs zu bringen. In seinem Bericht, den er jetzt erstmals in dieser Funktion im Wiesseer Gemeinderat vorlegte, war auch die Rede von personellen Veränderungen und Kündigungen. Was es damit auf sich hat, erklärt der neue Jodbad-Chef auf Nachfrage unserer Zeitung. Er betont: „Da ist niemand mit der Keule durchgegangen.“

Personal wechselte vom Badepark ins Jodbad

Der Wechsel beim Personal habe vor allem mit der Schließung des benachbarten Badeparks – ebenfalls ein Betrieb der Gemeinde – zu tun, erklärt der Geschäftsführer. Nachdem Ende September per Bürgerentscheid das Schicksal des alten Badeparks endgültig besiegelt worden war, stellte sich für die Gemeinde die Frage, wo sie langjährige und treue Mitarbeiter der Freizeiteinrichtung anderweitig unterbringen könne. „Wir haben versucht, die bestmögliche Lösung hinzubekommen“, betont auch Bürgermeister Robert Kühn (SPD) – und ist überzeugt, dass dies im Sinne der Badepark-Mannschaft gelungen ist. Im Klartext: Ein Teil der Badepark-Belegschaft wechselte ins neue Jodschwefelbad. Dafür allerdings mussten Mitarbeiter weichen, die erst kurz zuvor im Rahmen der Eröffnung des neuen Jodschwefelbads eingestellt worden waren. Etwa sieben bis acht Angestellte seien davon betroffen gewesen, konkretisiert Karg. „Das passierte alles im Rahmen der Probezeit.“

Dass die Enttäuschung bei einer Kündigung immer groß sei – egal, wie lange derjenige im Betrieb ist –, räumen die Verantwortlichen ein. „Das sind nie schöne Situationen“, sagt Kühn. Allerdings habe die Gemeinde hier nach sozialen Gesichtspunkten auswählen müssen – „das ist auch unsere Verpflichtung“, erklärt der Bürgermeister.

Was die von Helmut Karg ebenfalls in seinem Bericht erwähnten Kündigungsschutzklagen und Abfindungsleistungen betrifft, so stellen sowohl der Bürgermeister als auch der neue Jodbad-Chef klar: Hier handle es sich lediglich um Einzelfälle, die nichts mit besagtem Austausch der Mitarbeiter zu tun hätten. Kühn: „Das steht auf einem ganz anderen Blatt.“

Wannenbäder gut ausgelastet, Sprühbäder wenig genutzt

Der Rathaus-Chef betont noch einmal, dass die Gemeinde froh sei, mit Karg nun einen Geschäftsführer an der Hand zu haben, der die Zahlen im neuen Jodbad klar analysiere und auf den Tisch lege. Dabei hat sich unter anderem herausgestellt, dass die Wannenbäder sehr gut ausgelastet seien, bei den Sprühbädern allerdings das Gegenteil der Fall sei. Karg stellte deshalb schon bei der Gemeinderatssitzung die Frage in den Raum, ob die Sprühbäder nicht reduziert und durch andere Nutzungen ersetzt werden sollten. Kühn bestätigte nun, dass man die Entwicklung weiterhin beobachten und beim Angebot notfalls nachjustieren werde. „Wenn etwas nicht läuft, müssen wir Konsequenzen ziehen und es ändern.“ Dabei gehe es aber keineswegs um große Umbaumaßnahmen in dem soeben eröffneten Bad – ein Ersetzen der Sprüh- durch Wannenbäder etwa wäre mit kleinem Aufwand umsetzbar. „Das ist kein Hexenwerk“, macht der Wiesseer Bürgermeister deutlich.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare