Das Sportbecken im Wiesseer Badepark. Foto: tp
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Das Sportbecken im alten Wiesseer Badepark ist längst nicht mehr in Betrieb. Die Bürger im Tegernseer Tal hoffen auf einen baldigen Neubau.

Talweite Fraktionssprecher-Sitzung

Badepark: Tal-Gemeinden nähern sich in Finanzierungsfrage an

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Bad Wiessee will einen neuen Badepark. Doch bevor es an die konkreten Planungen geht, müssen die Nachbargemeinden ins Boot geholt werden. Eine Treffen verlief jetzt offenbar viel versprechend.

  • Bad Wiessee will zügig einen neuen Badepark bauen
  • Für den Schwimmbetrieb wünscht sich die Gemeinde eine finanzielle Beteiligung der Nachbarn
  • Bei einem talweiten Treffen hat man sich jetzt offenbar angenähert

Bad Wiessee – Die Voraussetzungen sind klar definiert: Um den Betrieb eines kommunalen Schwimmbades dauerhaft stemmen zu können, setzt Bad Wiessee auf die finanzielle Unterstützung der vier anderen Talgemeinden. Stichwort: Defizitvereinbarung. Sogar im Bürgerentscheid vom September, als sich die Wiesseer mit einer deutlichen Mehrheit von knapp 88 Prozent für den Neubau des Badeparks ausgesprochen hatten, ist eine Beteiligung verankert. „Bevor wir weitermachen, brauchen wir eine Entscheidung der anderen Talgemeinden“, bestätigt der Wiesseer Bürgermeister Robert Kühn (SPD).

Wiesseer Bürgermeister will für nötige Transparenz sorgen

Um alle Kollegen in Sachen Badepark auf den gleichen Wissensstand zu bringen, lud Kühn nun die Bürgermeister und Fraktionssprecher der vier Nachbarorte zu einer gemeinsamen Sitzung in den Postsaal ein. Der Verlauf der Zusammenkunft stimmt ihn zuversichtlich: „Ich glaube, wir konnten die Erwartungshaltungen erfüllen“, sagt Kühn. Bad Wiessee habe offen dargestellt, wie es zu der Entscheidung für ein neues Bad gekommen sei und warum dafür Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro im Raum stünden. „Die Transparenz“, so will es der neue Rathaus-Chef, „soll nicht an den Grenzen von Bad Wiessee aufhören.“

Einigkeit: Das Tegernseer Tal will nicht auf ein Hallenbad verzichten

Laut Kühn kam es anschließend zu einer ordentlichen und „leidenschaftslosen“ Diskussion – eine Sachlichkeit, die in diesem Fall zu begrüßen sei, wie der Bürgermeister betont. In einem waren sich die Vertreter der Talgemeinden dabei offenbar einig: Das „kommunale Schwimmen“ müsse für die Tal-Bevölkerung unbedingt erhalten bleiben. Im Klartext: Das Tegernseer Tal will auch künftig nicht auf ein eigenes Hallenbad verzichten. Weil ein solcher Schwimmbetrieb erfahrungsgemäß defizitär ist, hat die Gemeinde Bad Wiessee den Nachbarn einen konkreten Vorschlag unterbreitet. Wie der genau lautet, wollte Kühn nicht verraten – fest steht aber schon länger: Es kann nur um eine Unterstützung des reinen Schwimmbetriebs gehen.

Diesen Vorschlag, so der Wunsch der Wiesseer, sollen die Gemeinderäte von Rottach-Egern, Gmund und Kreuth sowie der Stadtrat Tegernsee nun möglichst zügig in ihren Gremien beraten (Kühn: „Wir haben einen straffen Zeitplan“).

Positive Signale aus Rottach-Egern: „Fundierter und guter Vorschlag“

Aus Rottach-Egern kommen nach der Sitzung positive Signale: Gabriele Schultes-Jaskolla, die derzeit aufgrund der Quarantäne-Lage im Rathaus als Dritte Bürgermeisterin die Amtsgeschäfte von Rottach-Egern leitet und zudem Fraktionssprecherin der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) ist, spricht von einem „fundierten und guten Vorschlag“ der Wiesseer. Auf dieser Basis könne man die finanzielle Beteiligung nun konstruktiv im Gemeinderat diskutieren. Schultes-Jaskolla sicherte zu, dass Rottach-Egern das Thema so schnell wie möglich angehen werde – vielleicht schon in der Dezember- oder Januar-Sitzung. Für die Bürgermeister-Stellvertreterin ist klar: „Wir brauchen im Tal ein Hallenbad, das langfristig auf qualitativ guten Füßen steht.“ Die Entscheidung Bad Wiessees für den Neubau sei daher zu begrüßen.

Lesen Sie hier: Defizit-Vereinbarung? Tegernseer würden nur fürs Sportbecken mitzahlen

Den Eindruck, dass sich Bad Wiessee und die anderen Gemeinden auf einer vertrauensvollen Basis wieder angenähert haben, bestätigt auch Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Er will das Thema bei seinen Kollegen nun erst einmal „setzen lassen“ und eruieren, ob in den Fraktionen noch Fragen zur Causa Badepark offen sind. „Die müsste Bad Wiessee dann beantworten.“ Anschließend wolle er das Thema – gut vorbereitet – im Stadtrat diskutieren.

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