Tiger aus dem alten Badepark bekommt neue Heimat im Wiesseer Kindergarten.
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Um ihn sicher zum Kindergarten zu bringen, wurde der Tiger auf eine Traktorschaufel verladen. Initiiert hatte das Ganze der Elternbeirat.

Großer Flohmarkt noch in Planung

Riesenfreude: Badepark-Tiger findet neues Zuhause im Wiesseer Kindergarten

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Im alten Badepark schlummert noch so mancher Schatz. Der Elternbeirat des Wiesseer Kindergartens hat jetzt zugeschlagen - und sich den Tiger aus dem Kinderbecken gesichert. Die Freude ist riesig.

  • Im alten Badepark in Bad Wiessee schlummert noch so mancher Schatz
  • Der Tiger aus dem Kinderbecken findet im örtlichen Kindergarten eine neue Heimat
  • Betriebsleiter kündigt Flohmarkt an - bittet aber wegen Corona um Geduld

Bad Wiessee – Der alte Badepark in Bad Wiessee ist ein Auslaufmodell. Spätestens seit per Bürgerentscheid besiegelt wurde, dass ein Neubau kommen wird, ist die Einrichtung gedanklich bereits ad acta gelegt. Im Inneren des Badeparks schlummern allerdings noch so manche Schätze. Einer davon – nämlich der Garfield-ähnliche Tiger aus dem Kinderbecken – hat jetzt eine neue Heimat gefunden. Er sitzt künftig zwar auf dem Trockenen, wird aber weiterhin Kinder erfreuen.

Tiger für den Kindergarten? Bürgermeister war sofort Feuer und Flamme

Ein Tiger auf der Suche nach einer neuen Heimat? Diese Gelegenheit wollte sich der rührige Elternbeirat des Kindergartens Maria Himmelfahrt in Bad Wiessee nicht entgehen lassen. Er war überzeugt: Der Tiger wäre bei den Kindergartenkindern auf dem Spielplatz am besten aufgehoben. Also klopfte Vorsitzende Sabine Kirchmair mit dem Anliegen bei Bürgermeister Robert Kühn im Rathaus an, der sofort „Feuer und Flamme“ gewesen sei, berichtet Kirchmair. Auch das Badepark-Team und die Kindergartenleitung ließen sich für die Pläne gewinnen. „Ich kann mich nur bedanken, dass uns alle gleich so unterstützt haben“, freut sich die Elternbeiratsvorsitzende. Und Kühn betont: „Es gab viele Interessenten für den Tiger – aber natürlich hat unser Kindergarten den Zuschlag bekommen.“ Und das zum Nulltarif.

Auch Bürgermeister Robert Kühn hat im Rahmen eines Youtube-Drehs schon einmal auf dem Tiger Platz genommen.

In einer Traktorschaufel wurde der Tiger – gut geschützt durch eine Decke – schließlich vom Badepark zum Kindergarten transportiert. Dort, so berichtet Kirchmair, überwintere der neue Spielkamerad erst einmal in einer Garage, ehe er im Frühjahr in der Wiese des Kindergartens einbetoniert und vom TÜV als neues Spielgerät abgenommen werde.

Sobald Corona es zulässt: Flohmarkt mit Badepark-Sachen geplant

Während „Garfield“ also eine sinnvolle Verwendung gefunden hat, warten viele andere Gebrauchsgegenstände aus dem Badepark-Bestand noch auf neue Besitzer. „Wir bereiten alles für einen Flohmarkt vor“, erklärt Betriebsleiter Karl Mauer, muss allerdings allzu eifrige Kaufinteressenten erst einmal bremsen: Ein Verkauf an Privatpersonen in großem Stil – so wie man es auch von Hotel-Räumungen kennt – sei erst dann möglich, „wenn die Corona-Ampel wieder auf Grün steht“. Derzeit würden die verschärften Maßnahmen einen Verkauf im Badepark mit bis zu 300 Besuchern nicht zulassen, macht der Betriebsleiter deutlich. „Und einen Einzelverkauf können wir personell nicht stemmen.“

Von der Liege bis zur Saunakelle: Sachen sollen nicht auf dem Müll landen

Dass sich das Warten auf die Schnäppchen lohnt, daran lässt Maurer keinen Zweifel. Von der Liege über Saunakelle und Handbesen bis hin zu Bademantel und Hautcreme – vieles ist aus den Zeiten des aktiven Sauna- und Badebetriebs übrig geblieben. Dem Betriebsleiter und der Gemeinde ist es ein Anliegen, dass all diese Gegenstände nicht auf dem Restmüll landen. Die Interessenten bittet Maurer um Geduld: „Die Sachen werden ja nicht schlecht.“

Lesen Sie hier: Badepark: Tal-Gemeinden nähern sich in Finanzierungsfrage an

Unterdessen ist der gewerbliche Verkauf der Haus- und Bädertechnik bereits in vollem Gange. „Wir sind da mit vielen Bädern aus dem Oberland in Kontakt“, berichtet Maurer. Einen großen Teil der Anlagen habe man bereits gut weiterverkaufen können – unter anderem die Kassenanlage oder auch ein Edelstahlgeländer, das nun als Handlauf in einem anderen Schwimmbad noch gute Dienste leistet. Andere Gegenstände wie Lüftungsgeräte oder das Blockheizkraftwerk werden laut Maurer derzeit deutschlandweit in einschlägigen Fachzeitschriften inseriert. Der Betriebsleiter ist zuversichtlich, dass es mit dem Verkauf klappt: „Da sind noch viele brauchbare und gute Sachen dabei.“

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